London Spezial: Eine besonders kunstvolle Begrüßung im Bahnhof St Pancras

„I want my time with you“ – dieser Neonschriftzug begrüßt Bahnreisende aus aller Welt bei der Ankunft im Londoner Bahnhof St Pancras. Doch welche Geschichte steckt hinter dem großen Schriftzug? Und was hat dieser mit einer aktuellen Ausstellung einer großen britischen Künstlerin zu tun?

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Wenn man in London mit dem Eurostar im altehrwürdigen Kopfbahnhof St Pancras International ankommt – zweifellos einer der schönsten Bahnhöfe der Welt – begrüßt einen unübersehbar ein großer Schriftzug am Ende des Bahnsteigs unterhalb der großen Bahnhofsuhr: I want my time with you steht da in violett leuchtender Schreibschrift. Besonders deutlich wahrnehmbar ist der Neon-Schriftzug in der Dämmerung oder bei Dunkelheit. Viele Reisende machen davon spontan ein Foto, so wie auch ich bei jeder neuen Ankunft in London. Der Schriftzug zählt inzwischen sicherlich mit zu den meist fotografierten Motiven in London. Er findet sich auch in diesem Blog auf zahlreichen Seiten und lässt bei der Ankunft in London jedes mal aufs Neue viele Herzen höher schlagen. Kann es für Reisende eine schönere Begrüßung bei der Ankunft in einer fremden Stadt geben? Ich kenne bislang keinen Bahnhof, der etwas Vergleichbares bieten würde.

London St Pancras I want my time with you
Was steckt hinter dem I want my time with you Neon-Schriftzug im Bahnhof London St Pancras International? ©SCRITTI

Doch wer will da eigentlich mit wem Zeit verbringen? Warum hängt dieser Schriftzug überhaupt in der Bahnhofshalle von St. Pancras, die mehr einer Kathedrale als einem Bahnhof ähnelt? Was hat das alles zu bedeuten? Ist es Kunst? Oder einfach nur Marketing? Auch ich nahm den Schriftzug bislang als gegeben hin und wusste lange nicht, wer eigentlich dafür verantwortlich ist. Dies habe ich erst im Sommer 2026 über Umwege nach dem Besuch einer ganz besonderen Ausstellung in London herausgefunden.

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Stadtspaziergang: Von Surbiton entlang der Themse nach Kingston

Immer am Wasser entlang: Ein Spaziergang von Surbiton über die Queen’s Promenade entlang der Themse nach Kingston upon Thames zeigt London von seiner schönsten Seite und bietet zudem spannende Einblicke in die Art Deco Architektur von Suburbia.

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Im Herbst 2024 war ich zum ersten Mal im Stadtteil Surbiton im Südwesten Londons unterwegs, um endlich einmal das legendäre Bahnhofsgebäude der Surbiton Station zu erkunden. Von Surbiton bin ich dann an der Themse entlang nach Kingston upon Thames gelaufen – und das gleich an drei Tagen hintereinander, weil der Weg bei schönstem Oktober-Wetter über die historische Queen’s Promenade einfach zu schön war! Surbiton gehört zum Royal Borough of Kingston upon Thames und ist seit 1965 Teil von Greater London. Der Ort grenzt südlich von Kingston direkt an die Themse an, hat aber bislang nur in Teilen ein attraktives Flussufer, und ist eng mit der Entwicklung der Eisenbahn verbunden. Wie überall in Suburbia wurde es erst durch den Bahnanschluss attraktiv, im Umfeld des Bahnhofs Wohnhäuser zu bauen, mit günstigen Apartments zu locken und das Gebiet zu urbanisieren.

Die schönste Seite von Suburbia: Der Art Deco Bahnhof von Surbiton von 1938 mit Uhrenturm und dem Haupteingang zur lichtdurchfluteten Bahnhofshalle. ©SCRITTI

Auf einem etwa vier Kilometer langen, bequemen Spaziergang durchs Zentrum von Surbiton und danach entlang der Themse über die Queen’s Promenade bis ins Zentrum von Kingston upon Thames kann man mit die schönsten Seiten von Suburbia in London erleben und gut nachvollziehen, warum dies immer noch eine sehr beliebte Wohngegend ist. Wer wollte nicht in einem stylishen Apartment aus den 1930er Jahren mit Blick auf die Themse und den dahinter liegenden endlos weiten Park von Hampton Court Palace wohnen?

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London Spezial: Hidden Underground Touren in die Vergangenheit der U-Bahn

Die sehr beliebten Touren vom London Transport Museum durch stillgelegte U-Bahn Stationen und aufgegebene Tunnel entführen in eine faszinierende Welt tief im Untergrund und in die Vergangenheit von London.

Update August 2026: Es können ab 26. August 2026 wieder über das London Transport Museum neue Tickets für die beliebten „Hidden London“ Underground Touren bis Anfang 2027 gebucht werden. Newsletter-Abonnenten können über einen speziellen Link bereits 24 Stunden vorher exklusiv Tickets für kommende Touren kaufen.

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Das London Transport Museum am Covent Garden (das übrigens wirklich einen Besuch wert ist, da über das Transportsystem von London auch viel über die geschichtliche Entwicklung der ganzen Stadt erzählt wird!) bietet regelmäßig als „Hidden London“ geführte Touren im Londoner Untergrund an. Ähnlich wie beim Verein Berliner Unterwelten geht es dabei um stillgelegte oder nicht mehr genutzte Tunnel, versteckte oder aufgegebene Stationen und geheime Wege im weit verzweigten Londoner U-Bahn System. Die Touren bieten meist nur Platz für wenige Teilnehmende und sind daher oft Monate im Voraus ausgebucht.

London Charing Cross Station Hidden London Underground Tour Escalators
Gespenstische Atmosphäre im stillgelegten Bereich der U-Bahn unter dem Bahnhof Charing Cross. ©SCRITTI

Um rechtzeitig Informationen über Termine und Tickets zu bekommen, abonniert man am besten den Newsletter des London Transport Museums. Die nächste Runde im Ticket-Verkauf startet am Mittwoch, den 25. Februar 2026. Newsletter-Abonnenten erhalten schon einen Tag vorher einen exklusiven Link, über den die begehrten Tickets erworben werden können. Es wird empfohlen, sich einen Account beim London Transport Museum zuzulegen, um den Ticketkauf zu beschleunigen. Aktuell kosten die Tickets für eine Tour pro Person meist zwischen 40 und 45 Pfund. Nicht gerade günstig, aber es lohnt sich auch für Nicht-Tube-Nerds! Die Touren dauern meist zwischen 75 und 90 Minuten.

Auf dem Programm stehen neben den Touren Euston: The Lost Tunnels und Charing Cross: Behind the silver screen, über die ich nachfolgend im Beitrag berichte, zum Beispiel Piccadilly Circus: The Heart of London, Baker Street: the world’s first Underground oder Aldwych: The End of the Line. Es gibt inzwischen auch noch eine oberirdische Walking Tour Secrets of central London durch das Theaterland und Covent Garden. Dieser Rundgang enthüllt wenig bekannte Fakten über die Gegend, die direkt aus den Archiven des London Transport Museum stammen. Man erfährt außerdem, wie bekannte Straßen die Londoner Verkehrsinfrastruktur prägten – vom Bau der Piccadilly Line und des Kingsway Tram Tunnels bis hin zum Bau der Elizabeth Line in den 2010er-Jahren. Aufregender sind jedoch sicherlich die Touren durch verlassene Tunnel und Bahnhöfe im Untergrund.

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Meister der Moderne: Charles Holden, Architekt für London Underground

Der herausragende Architekt Charles Holden wurde 1875 geboren und ist vor allem wegen seiner Bauten für die Londoner U-Bahn im Stil der Moderne der 1930er Jahre berühmt.

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Am 12. Mai 1875 wurde der Architekt Charles Holden in Bolton, Lancashire geboren. Bekannt wurde Holden vor allem für seine teils ikonischen Entwürfe für Stationen der Londoner U-Bahn, die vor allem bei den Erweiterungen der Northern Line und der Piccadilly Line in den 1930er Jahren entstanden und heute als typische, wegweisende Gebäude im Stile der Moderne und des Art Deco angesehen werden. Im Jahr 2026 werden tatsächlich einige der ersten U-Bahn-Stationen nach Plänen von Charles Holden hundert Jahre alt! Holden arbeitete eng an der Seite von Frank Pick, der damals als Chef der Underground Electric Railways Company of London (UERL) in den 1930er Jahren das Londoner Verkehrswesen transformierte und für eine moderne und einheitliche Designsprache in allen Bereichen sorgte. Mehr zu diesem herausragenden Design insbesondere bei Plakaten und Postern im Stil des Art Deco gibt es hier im Beitrag.

Das Ufo ist gelandet! Und zwar schon 1933 mitten in Southgate im Norden von London. ©SCRITTI

Im Frühjahr 2023 hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit, die U-Bahn-Station Southgate an der Piccadilly Line im Norden von London im Original zu besichtigen, nachdem ich diese schon lange auf meiner Liste hatte. Für mich ist dieses elegante runde Gebäude, das wie ein gerade gelandetes Ufo mitten in Southgate sitzt, ein Meisterwerk unter den vielen Stationen, die Charles Holden in den 1920er und 1930er Jahren für die Londoner U-Bahn entworfen hat und die heute in der Regel unter Denkmalschutz stehen. Wenn man einmal auf die herausragenden Gebäude von Charles Holden aufmerksam geworden ist, sieht man schnell seine Handschrift auch bei anderen Bauten für die Londoner U-Bahn. Auch hundert Jahre nach deren Entstehen überzeugen sie immer noch durch Modernität, Funktionalität und zeitloses Design.

Von Charles Holden gestaltete, modernistische Gebäude aus den 1930er Jahren sind auch jedes Jahr Bestandteil des Open House London Festivals im September und können wie etwa das Senate House bei dieser Gelegenheit besichtigt werden. Alles was man rund ums Open House Festival wissen muss, steht hier im Beitrag.

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Architektur-Erlebnis: Art Deco in London (Teil 2)

Im Londoner Stadtteil Ealing kann man auf Entdeckungstour nach ikonischen Art Deco Gebäuden aus den 1930er Jahren gehen.

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London ist für jeden Architektur-Interessierten ein wahres Mekka mit Gebäuden, die teils um Jahrhunderte zurückreichen und heute immer noch in Teilen existieren. Die Kirche St Bartholomew-the-Great in Smithfield etwa gilt als älteste Gebetsstätte von London, die bis ins Jahr 1123 zurückreicht und auch heute noch Gebäudeteile aufweist, die hunderte von Jahre alt sind. Obwohl es auch in London während des „Blitz“ im Zweiten Weltkrieg starke Zerstörungen gab, haben doch sehr viele representative Gebäude vor allem aus den 1920er und 1930er Jahren bis heute überlebt. Besonders in den Vorstädten, in den „Suburbs“ lassen sich noch viele interessante Gebäude finden, die man heute rückblickend dem Stil des Art Deco zuordnet. Viele Vorstädte im Westen von London entstanden in jener Epoche zwischen den beiden Weltkriegen, als die Moderne das allgemeine Leben erfasste und den Menschen ganz neue Annehmlichkeiten des Lebens außerhalb der engen Innenstadt versprach.

Dank schneller Eisenbahn- und U-Bahn-Verbindungen und preiswerter Immobilienfinanzierung ergaben sich so für Hunderttausende ganz neue Perspektiven. Der moderne Pendler und „Commuter“ war geboren. Besonders der dicht besiedelte Westen von London glänzt bis heute mit zahlreichen Art Deco Schätzen, die in der Boom-Zeit der 1930er Jahre entstanden. Das reicht von Kinos über Fabriken, Kaufhäuser, Apartmentblocks, Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude bis zu Kirchen.

Das Hoover Building in Perivale an der Western Avenue Ausfallstraße von Mitte der 1930er Jahre wurde sorgfältig restauriert und war einst die britische Zentrale der gleichnamigen amerikanischen Staubsauger Marke. ©SCRITTI

Alleine im Stadtteil Ealing, der mit über 367.000 Einwohner*innen zum drittgrößten Bezirk (Borough) von Greater London zählt, kann man ganze Tage mit der Suche nach beeindruckenden Art Deco Gebäuden von London verbringen. Eine Karte mit den interessantesten Locations für den London Ealing Art Deco Walk findet sich am Ende dieses Beitrags.

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London Spezial: Street Food und Street Art in Lambeth

Im bunten und quirligen Lower Marsh Market in London Southwark hinter dem Bahnhof Waterloo gibt es bunte Häuser, authentisches Street Food, kleine unabhängige Shops und verrückte, ständig neue Street Art im berühmtem Leake Street Tunnel unter den Gleisen.

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Die Gegend in Southwark zwischen dem Bahnhof London Bridge und dem Bahnhof Waterloo hat sich in den letzten Jahren ja sehr verändert, wie ich in meinen Beiträgen über Southwark oder Bermondsey bereits beschrieben habe. Neue, verkehrsberuhigte (Fahrrad-)Straßen sind entstanden mit vielen kleinen Läden, Gallerien, unabhängigen Coffeeshops und Restaurants und ein paar Hotels. Auf Grund von Bildungseinrichtungen wie dem Southwark College sind hier auch viele Studenten unterwegs. In meinen Augen eine bislang ganz gut gelungene Mischung von Alt und Neu, ohne dass man wie an anderen Ecken von London das Gefühl hat, dass die komplette ursprüngliche Bevölkerung verdrängt und alles mit Hochhäusern zugepflastert wird. Man spürt immer noch den Hauch des ursprünglichen, armen South London, einst klassische Arbeiterbezirke mit Docks und Lagerhäusern entlang der Themse.

Bummelzone: In der verkehrsberuhigten Straße Lower Marsh hinter dem Bahnhof Waterloo befindet sich der Lower Marsh Market mit Street Food Ständen, Coffeeshops und kleinen Läden. ©SCRITTI

Ähnlich wie die Bermondsey Street am anderen Ende ist auch der Lower Marsh Market in Lambeth eine weitere positive Entwicklung in der gleichnamigen Straße, die parallel zum Bahnhof Waterloo verläuft und eine Verlängerung der Verbindung über Union Street und The Cut parallel zu den Bahngleisen in Southwark bildet.

Leake Street Tunnel Graffiti London Waterloo
Der Leake Street Tunnel unter den Gleisen des Bahnhofs Waterloo ist ein Mekka für Street Art, die allerdings immer wieder übermalt wird. Der Tunnel sieht daher immer anders aus, hier etwa im August 2025. ©SCRITTI

Am einen Ende der Straße befindet sich auch ein Eingang zum berühmten Leake Street Grafitti Tunnel, wo es permanent neue Graffitis und beeindruckende Street Art gibt.

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Meisterwerk der Architektur: Bahnhofskathedrale London St. Pancras

Im TV-Sender Arte lief 2018 eine Serie unter dem Titel Bahnhofskathedralen – Europas Reisepaläste. Eine Folge beschäftigt sich mit einem absoluten Architektur Juwel und wenn nicht sogar dem schönsten Bahnhof in einer europäischen Metropole: Der Bahnhof St Pancras in London, seit 2007 Start- und Endpunkt der Eurostar-Züge auf den Kontinent nach Brüssel, Paris und Amsterdam und zugleich Heimat eines opulenten viktorianischen Hotels. Die 26 Minuten lange Folge aus der Serie ist weiterhin auf Youtube zu finden. In weiteren Episoden werden die Geschichten von den großen Bahnhöfen in Antwerpen, Paris oder Budapest erzählt.

Bahnhof London St Pancras
Der Bahnhof London St Pancras auf der Seite mit der Auffahrt zum Hotel, eine wahre Kathedrale. ©SCRITTI
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Fundstück: The New Ladies Waitingroom 1962

Manchester-Piccadilly 1962
Ladies Waitingroom Bahnhof Manchester-Piccadilly 1962 aus dem Buch British Rail Designed 1948-97.

Das Foto zeigt den neuen Wartesaal nur für Frauen im Bahnhof Manchester Piccadilly im Jahr 1962 nach der Umgestaltung des Bahnhofes Anfang der 60er Jahre. Reisen mit dem Zug war offenbar eine sehr deprimierende Angelegenheit, vor allem für Frauen…

British Rail Designed 1948-97
British Rail Designed 1948-97

Das Foto stammt aus dem bemerkenswerten Buch British Rail Designed 1948-97 von David Lawrence. Das Buch ist unter anderem erhältlich im Museums-Shop des London Transport Museums am Covent Garden. Dazu heißt es: This book is a very particular and very engrossing book charting the immense story of British Rail design in the period of railway nationalization from 1948 to 1997. British Rail Designed 1948 – 97 is about the design successes, and failures, of Britain’s most extensive state-sponsored industry. It is a story of people and ideas, movement, speed and colour. This book is required reading for anyone with an interest in railway and Industrial Design and Railway practice and politics.