London Spezial: Daytrip nach Windsor

Das Städtchen Windsor westlich von London eignet sich schon immer für einen entspannten Tagesausflug. Um so mehr, seit Queen Elizabeth II im Schloss ihre letzte Ruhestätte fand.

Mit dem Tode am 8. September 2022 und dem anschließenden Begräbnis von Queen Elizabeth II am 19. September 2022 ist Windsor erneut in den Fokus der Weltöffentlichkeit geraten. Die Queen hat in Windsor Castle in der Gruft der St George’s Chapel ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ab Ende September 2022 kann Schloss Windsor wieder besucht werden (Tickets für die Schlossbesichtigung gibt es hier.) Man kann damit rechnen, dass sehr viele Menschen aus aller Welt die Gelegenheit nutzen werden, um auch das Grab von Queen Elizabeth II zu besuchen, um ihr so die letzte Ehre zu erweisen. Aus diesem Anlass möchte ich hier ein paar Infos zum (bislang) beschaulichen Städtchen Windsor zusammenfassen, das man zusammen mit dem benachbarten Eton wunderbar als Tagesausflug per Bahn von London aus erkunden kann. Man kann auch in Windsor übernachten und dies mit der An- oder Abreise über den nahe gelegenen Flughafen London Heathrow kombinieren.

Zwischen dem Bahnhof „Windsor & Eton Central“ und dem Windsor Castle finden sich umfangreiche Möglichkeiten zum Shopping. ©SCRITTI
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London Spezial: Bermondsey, mittendrin und doch unbeachtet

Gleich hinter der Tower Bridge beginnt der Stadtteil Bermondsey, wo es noch originales Süd Londen Flair zu entdecken gibt.

An einem Sonntag im Frühjahr 2022 war ich bei einer Tour von Katie Wignall von Look Up London durch den Stadtteil Bermondsey dabei. Dieser gehört zum London Borough of Southwark, eine meiner Lieblingsgegenden in London. Es gibt eine einzige U-Bahn-Station gleichen Namens an der Jubilee Line, die hier südlich der Themse entlang führt und in einem relativ unscheinbaren Wohngebiet liegt. Ansonsten ist das Viertel geprägt von architektonisch nicht uninteressanten Wohnanlagen und der Eisenbahn, die es mehrgleisig auf dem Weg von der London Bridge nach Süden und Osten durchschneidet. Am südlichen Ende erschließt zudem eine Linie der London Overground den Stadtteil. Katie von Look Up London bietet unterschiedliche Touren zu spannenden und interessanten Themen in London an und berichtet dabei auf ihre unvergleichliche Art mit Leidenschaft über sehr viele witzige oder kuriose Begebenheiten.

Eine Stadtführung mit der wunderbaren Katie Wignall ist immer wieder ein Genuss. ©SCRITTI

Darüber habe ich in diesem Blog schon berichtet, zum Beispiel über ihre Alternative Christmas Lights Tour im Dezember 2021.

Reges Treiben an einem Sonntagmittag in der Bermondsey Street gleich hinter dem Bahnhof London Bridge. ©SCRITTI

Obwohl Bermondsey direkt hinter der Tower Bridge am südöstlichen Ufer der Themse liegt, finden doch sehr wenige Touristen den Weg in das Viertel. Gleich hinter dem Bahnhof London Bridge beginnt die Bermondsey Street, wo sich in teils ehemaligen Warehouses in den letzten Jahren zahlreiche kleine, noch inhabergeführte Läden, Cafés und Restaurants angesiedelt haben und sehr viele junge Leute unterwegs sind.

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Grüne Oasen: Die Flora, historische Gartenbaukunst mitten in Köln

Die Flora, der Botanische Garten in Köln nach Plänen von Peter Joseph Lenné, bietet im Sommer Schatten und Abkühlung in teils tropischem Ambiente.

Gegenüber des Kölner Zoos nicht weit vom Rhein entfernt befindet sich im Stadtteil Riehl eine grüne Oase mitten in der Großstadt: Die Flora, ein fast 160 Jahre alter Botanischer Garten nach den Plänen des berühmten Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné mit dem palastartigen Flora-Gebäude mittendrin. Hier kann man herrlich entspannen und etwas Ruhe finden und sich dabei von mehr als 10.000 Pflanzen aus aller Welt inspirieren und verzaubern lassen. Vor allem im Sommer, wenn es in Zeiten des Klimawandels auch in Köln unerträglich heiß und stickig werden kann, findet man ein paar kühle und schattige Plätzchen am Wasser inklusive eines kleinen Wasserfalls. Der Eintritt ist frei.

Erinnert fast ein bisschen an das Taj Mahal: Blick auf die Flora mit der Kaskada nach italienischem Vorbild. ©SCRITTI

In dem weiträumigen Gelände gibt es verschiedene Themengärten unter anderem mit Kamelien, Rosen oder Dahlien, dazu einen Duftgarten mit unterschiedlichsten Kräutern und großen Lavendel- und Rosmarinbüschen. Sie zeigen auch, wie sich Gartenkunst und das Verständnis von Landschaftsgärtnerei über 150 Jahre verändert haben. Hinzu kommen Wasseranlagen und verschiedene Gewächshäuser.

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Greenwich: Die schönste Seite von London

Greenwich ist sicherlich einer der schönsten Stadtteile von London und eignet sich hervorragend als Standort bei einem London Trip.

Für mich persönlich zeigt London mit dem Stadtteil Greenwich im Südosten an der Themseschleife eine seiner schönsten Seiten. Seit Jahren kehre ich immer wieder nach Greenwich zurück. Zwar wurde inzwischen auch hier vor allem entlang der Themse viel gebaut und entwickelt. Aber der historische Kern mit dem Old Royal Naval College am Flussufer und dem großen Park gegenüber hat seinen unverwechselbaren Charme behalten. Deshalb ist Greenwich inzwischen meine zweite Heimat in London, und ich möchte an dieser Stelle ein paar grundsätzliche Tipps für London Besucher geben. Das Besondere an Greenwich: Es ist sehr idyllisch, es hat die entspannte Atmosphäre einer kleinen, lebendigen Studentenstadt mit wenig Verkehr und viel historischer Bausubstanz, und alles liegt kompakt und nah beieinander. Es gibt jede Menge Restaurants, Pubs, kleine Läden und den Greenwich Market im historischen Zentrum, und alles ist fußläufig erreichbar.

Weithin sichtbar: Majestätisch thront das Segelschiff Cutty Sark in Greenwich unmittelbar am Ufer der Themse. ©SCRITTI
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London 2022: My Voyage to meet ABBA

Seit 26. Mai 2022 gibt es in London mit ABBA Voyage ein einzigartiges Konzerterlebnis: Digitale Avatare von ABBA im Look von 1979 spielen zusammen mit einer Live-Band ein komplettes Konzert.

Quick Facts: Ein Besuch der Show ABBA Voyage in London ist ein absolut einzigartiges Erlebnis!
Anreise: Mit den Zügen der Dockland Light Railway (DLR) zum Bahnhof Pudding Mill Lane oder mit U-Bahn oder Zug nach Stratford und dann mit DLR, Bus oder zu Fuß zur ABBA Arena.
Unterkunft: Es gibt in Stratford rund um den Bahnhof und die große Shopping Mall ein paar Hotels, unter anderem ein Premier Inn. Wir haben im Premier Inn Greenwich übernachtet, da man von Greenwich aus mit der DLR sehr bequem und schnell über Canary Wharf bis Stratford fahren kann.

Es ist jetzt drei Wochen her, seit ich mir zu meinem Geburtstag ein ganz besonderes Erlebnis gegönnt habe: Ich besuchte mit meiner besten Freundin die ABBA Voyage Show in der ABBA Arena im Nordosten von London. Diese ganz spezielle Erfahrung beschäftigt mich noch heute, jetzt wo ich etwas mehr Zeit habe, um darüber nachzudenken und die Ereignisse Revue passieren lasse. Es ist nicht untertrieben zu sagen, dass ich das Gefühl habe, dass ABBA Voyage mein Leben verändert hat. Meine ersten Eindrücke nach der Show: Ich war sprachlos und fassungslos! Und ich habe wie so viele andere Besucher*innen nicht nur einmal geheult. Es ist verrückt: Man weiß, dass dies alles nur eine digitale Animation ist, und trotzdem fühlt man sich wie auf einem echten Konzert, jubelt den Stars auf der Bühne zu und durchlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Selbst meine Begleitung, die musikalisch nicht gerade bei ABBA verortet ist, war von der Show begeistert und fasziniert. Ich verstehe jetzt, warum viele, die die Show gesehen haben, unbedingt noch einmal hin wollen. Und ich fragte mich nach der Show ernsthaft, wie ich jemals wieder unbedarft nach London reisen kann, ohne zu ABBA Voyage zu gehen… 

ABBA Arena in Stratford: Das Gebäude für die ABBA Voyage Show hat auch architektonisch eine ganz besondere Ausstrahlung. ©SCRITTI
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Übers Meer fliegen mit dem Hovercraft

Es gibt sie noch, die legendären Hovercrafts. Kleinere Luftkissenboote bringen weiterhin Passagiere schnell und bequem zur Isle of Wight.

Ich habe in diesem Blog vor ein paar Jahren mal einen Post zum Thema Hovercrafts / Luftkissenboote verfasst, da man sich ja heutzutage durchaus fragt, was aus dieser einst so revolutionären Technik geworden ist, wie dies die BBC in einem interessanten Artikel getan hat. Immerhin gehören Hovercrafts zu den wenigen Fahrzeugen, die sowohl über Land als auch über Wasser fahren können. Wobei man eigentlich eher (wie der Betreiber) von „Fliegen“ sprechen muss, denn es fühlt sich tatsächlich wie Fliegen an! Im Juli 2022 hatte ich endlich einmal Gelegenheit, zum ersten Mal mit einem der letzten kommerziell eingesetzten Hovercrafts von Hovertravel übers Meer „zu fliegen“: Vom Hafen in Portsmouth auf die Isle of Wight. Wobei sich das Terminal für Fahrten mit dem Hovercraft südlich des Hafens direkt am Strand von Southsea befindet.

Kurz mal übers Meer flitzen: Hovercraft kurz vor der Ankunft auf der Isle of Wight ©SCRITTI
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London Skyline: Developer’s paradise

Schöne neue Hochhauswelt! In London wachsen hunderte neuer Hochhäuser aus dem Boden und verändern dauerhaft das Antlitz der Stadt.

Ich habe in diesem Blog ja bereits 2018 über den Bauwahn in London geschrieben, der insbesondere mit unzähligen Hochhäusern das Bild der Stadt dauerhaft verändert. Wenn man sehen will, wie die Zukunft von Megacities aussehen wird, dann lohnt sich auch in diesem Falle ein Besuch in London, wo der Kapitalismus weiterhin das Baugeschehen bestimmt. Vor ein paar Jahren stand mal in einem Artikel, dass in London über 200 neue Hochhäuser entstehen sollen. Ich konnte mir das damals nicht recht vorstellen, aber inzwischen scheint diese Zahl schon längst überschritten. Denn trotz Coronakrise geht der Bauwahn unvermindert weiter. Wie Time Out London berichtet, enthüllt der kürzlich veröffentlichte jährliche Architekturbericht Tall Buildings Survey für 2022, dass aktuell in London 583 Gebäude mit 20 oder mehr Etagen geplant oder bereits im Bau sind! Unter anderem haben 341 Hochhaustürme eine Baugenehmigung, 109 sind bereits gebaut und 71 haben eine Teilgenehmigung.

Hochhauspanorama: Die Skyline an der Canary Wharf in London hat sich in wenigen Jahren komplett gewandelt. ©SCRITTI

Besonders spektakulär sind die neuen Bauten rund um das Finanzzentrum an der Canary Wharf.

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Nostalgie Trip: Der Rote Flitzer flitzt wieder durchs Krebsbachtal

Jedes Jahr am 1. Mai startet offiziell auf der Krebsbachtalbahn im Kraichgau die Ausflugssaison mit dem historischen Schienenbus Roter Flitzer.

Pünktlich zum 1. Mai 2022 startet wieder offiziell die Ausflugssaison mit Sonderfahrten auf der idyllischen Krebsbachtalbahn. Ein wirklich empfehlenswertes Bahnerlebnis in herrlicher Landschaft mit romantischen kleinen Dörfern, das auch gut mit einem Fahrradausflug kombiniert werden kann. Von Mai bis Oktober ist nun wieder an Sonntagen und an jedem dritten Samstag im Monat der legendäre Rote Flitzer im Einsatz: Ein historischer Uerdinger Schienenbus des Fördervereins Schienenbus e.V. in Kornwestheim rollt mehrmals täglich durch den Kraichgau. Die Sonderzüge stellen in Neckarbischofsheim Nord den Anschluss zur S-Bahnlinie 51 von/nach Meckesheim und Heidelberg her. Umfangreiche Informationen zum aktuellen Fahrplan und den Bahnverkehr früher und heute auf der Strecke gibt es beim Förderverein Krebsbachtalbahn. Auch die Heilbronner Stimme berichtet.

Nebenbahnromantik: In Unter- und Obergimpern geht es mitten durchs Dorf. ©SCRITTI
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Designerglück: Die Eisenbahn als Objekt für Gestaltung

Im DB Museum in Nürnberg beschäftigt sich eine Sonderausstellung mit der Bedeutung von Design bei der Eisenbahn

Wo: DB Museum Nürnberg, Lessingstraße 6 nicht weit vom Hauptbahnhof neben den Bahngleisen
Anreise: Nürnberg Hauptbahnhof mit Bahn, S-Bahn, Bus
Besonderheit: Geschichte der Eisenbahn in Deutschland, Design und Kommunikation
Unterkunft: Das 2022 eröffnete Premier Inn Nürnberg Opernhaus nicht weit vom Museum entfernt und gegenüber der Nürnberger Altstadt, sowie zahlreiche weitere neue Hotels rund um den Hauptbahnhof

Im DB Museum in Nürnberg in der Nähe des Hauptbahnhofs läuft noch bis zum 12. Juni 2022 eine sehr interessante Ausstellung zum Thema „Design & Bahn.“ Im obersten Stockwerk im Museum für Kommunikation wird ein vertiefender Blick darauf geworfen, wie Design die Entwicklung der Eisenbahn seit den Anfängen im 19. Jahrhundert begleitet und beeinflusst hat. In 20 Episoden wird erzählt, wo Design Bahngeschichte und Bahn Designgeschichte geschrieben hat. Das reicht von der Gestaltung von Fahrzeugen, über die Inneneinrichtung von Zügen oder deren Möblierung bis hin zu Werbung und Marketing.

Gegenüberstellung von Alltagsdesign und Designobjekten bei der Eisenbahn. ©SCRITTI

Vieles wird dem Betrachter vertraut vorkommen, wie zum Beispiel die klassischen gelbgrünen Sitze aus den Intercity-Zügen der 70er Jahre oder die ikonischen Plakate mit dem berühmten Spruch „Alle reden vom Wetter“ und einer blau-beigen Bügelfalten-E10 im Rheingold-Design. Seit der Entwicklung der Marke ICE schließlich ist Design vollends untrennbar mit der Eisenbahn in Deutschland verschmolzen.

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Zwischenstopp: Lunch in Brüssel

Ein Zwischenstopp in der Altstadt von Brüssel lohnt sich immer, zum Beispiel wenn man mit dem Eurostar über Brüssel nach London reist und sowieso Zeit zum Umstieg benötigt.

Da ich ja seit Jahren regelmäßig mit dem Eurostar von Brüssel nach London und wieder zurück reise, kommt man je nach Tageszeit um einen Stopp in Belgiens Hauptstadt nicht herum. Da das Einchecken zum Eurostar je nach Fahrgastaufkommen dauern kann, wird empfohlen, mindestens 45-60 Minuten vor Abfahrt am Terminal zu sein. Da Stand März 2022 nur sechs Züge am Tag zwischen Brüssel und London pendeln, kann es beim Übergang vom ICE oder Thalys schon mal längere Wartezeiten geben. Ich muss gestehen, dass mir die Schönheit von Brüssel lange Zeit verborgen blieb, da ich immer nur am Bahnhof Brüssel-Midi/Zuid von/zum Eurostar umgestiegen bin, und die Umgebung dort nicht sonderlich einladend fand. Meist habe ich die Zeit in einem der zahlreichen Bistros direkt vor dem Bahnhof und dem Eurostar-Terminal überbrückt. Erst bei meiner ersten London-Reise nach Corona im September 2020 war ich wegen der späten Rückfahrt gezwungen, in Brüssel zu übernachten und habe mir daher ein Hotel im Zentrum gesucht, um die Stadt einmal etwas intensiver zu erkunden. Und siehe da: Es hat sich mehr als gelohnt!

Fast wie Paris: Die Innenstadt von Brüssel erfreut die Besucher mit historischen Häusern, engen Gassen und beschaulichen Plätzen. Das alles ist nur wenige Minuten Fußweg vom Bahnhof Brüssel Central entfernt. ©SCRITTI
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