London Skyline: Developer’s paradise

Schöne neue Hochhauswelt! In London wachsen hunderte neuer Hochhäuser aus dem Boden und verändern dauerhaft das Antlitz der Stadt.

Ich habe in diesem Blog ja bereits 2018 über den Bauwahn in London geschrieben, der insbesondere mit unzähligen Hochhäusern das Bild der Stadt dauerhaft verändert. Wenn man sehen will, wie die Zukunft von Megacities aussehen wird, dann lohnt sich auch in diesem Falle ein Besuch in London, wo der Kapitalismus weiterhin das Baugeschehen bestimmt. Vor ein paar Jahren stand mal in einem Artikel, dass in London über 200 neue Hochhäuser entstehen sollen. Ich konnte mir das damals nicht recht vorstellen, aber inzwischen scheint diese Zahl schon längst überschritten. Denn trotz Coronakrise geht der Bauwahn unvermindert weiter. Wie Time Out London berichtet, enthüllt der kürzlich veröffentlichte jährliche Architekturbericht Tall Buildings Survey für 2022, dass aktuell in London 583 Gebäude mit 20 oder mehr Etagen geplant oder bereits im Bau sind! Unter anderem haben 341 Hochhaustürme eine Baugenehmigung, 109 sind bereits gebaut und 71 haben eine Teilgenehmigung.

Hochhauspanorama: Die Skyline an der Canary Wharf in London hat sich in wenigen Jahren komplett gewandelt. ©SCRITTI

Besonders spektakulär sind die neuen Bauten rund um das Finanzzentrum an der Canary Wharf.

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Nostalgie Trip: Der Rote Flitzer flitzt wieder durchs Krebsbachtal

Jedes Jahr am 1. Mai startet offiziell auf der Krebsbachtalbahn im Kraichgau die Ausflugssaison mit dem historischen Schienenbus Roter Flitzer.

Pünktlich zum 1. Mai 2022 startet wieder offiziell die Ausflugssaison mit Sonderfahrten auf der idyllischen Krebsbachtalbahn. Ein wirklich empfehlenswertes Bahnerlebnis in herrlicher Landschaft mit romantischen kleinen Dörfern, das auch gut mit einem Fahrradausflug kombiniert werden kann. Von Mai bis Oktober ist nun wieder an Sonntagen und an jedem dritten Samstag im Monat der legendäre Rote Flitzer im Einsatz: Ein historischer Uerdinger Schienenbus des Fördervereins Schienenbus e.V. in Kornwestheim rollt mehrmals täglich durch den Kraichgau. Die Sonderzüge stellen in Neckarbischofsheim Nord den Anschluss zur S-Bahnlinie 51 von/nach Meckesheim und Heidelberg her. Umfangreiche Informationen zum aktuellen Fahrplan und den Bahnverkehr früher und heute auf der Strecke gibt es beim Förderverein Krebsbachtalbahn. Auch die Heilbronner Stimme berichtet.

Nebenbahnromantik: In Unter- und Obergimpern geht es mitten durchs Dorf. ©SCRITTI
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Designerglück: Die Eisenbahn als Objekt für Gestaltung

Im DB Museum in Nürnberg beschäftigt sich eine Sonderausstellung mit der Bedeutung von Design bei der Eisenbahn

Wo: DB Museum Nürnberg, Lessingstraße 6 nicht weit vom Hauptbahnhof neben den Bahngleisen
Anreise: Nürnberg Hauptbahnhof mit Bahn, S-Bahn, Bus
Besonderheit: Geschichte der Eisenbahn in Deutschland, Design und Kommunikation
Unterkunft: Das 2022 eröffnete Premier Inn Nürnberg Opernhaus nicht weit vom Museum entfernt und gegenüber der Nürnberger Altstadt, sowie zahlreiche weitere neue Hotels rund um den Hauptbahnhof

Im DB Museum in Nürnberg in der Nähe des Hauptbahnhofs läuft noch bis zum 12. Juni 2022 eine sehr interessante Ausstellung zum Thema „Design & Bahn.“ Im obersten Stockwerk im Museum für Kommunikation wird ein vertiefender Blick darauf geworfen, wie Design die Entwicklung der Eisenbahn seit den Anfängen im 19. Jahrhundert begleitet und beeinflusst hat. In 20 Episoden wird erzählt, wo Design Bahngeschichte und Bahn Designgeschichte geschrieben hat. Das reicht von der Gestaltung von Fahrzeugen, über die Inneneinrichtung von Zügen oder deren Möblierung bis hin zu Werbung und Marketing.

Gegenüberstellung von Alltagsdesign und Designobjekten bei der Eisenbahn. ©SCRITTI

Vieles wird dem Betrachter vertraut vorkommen, wie zum Beispiel die klassischen gelbgrünen Sitze aus den Intercity-Zügen der 70er Jahre oder die ikonischen Plakate mit dem berühmten Spruch „Alle reden vom Wetter“ und einer blau-beigen Bügelfalten-E10 im Rheingold-Design. Seit der Entwicklung der Marke ICE schließlich ist Design vollends untrennbar mit der Eisenbahn in Deutschland verschmolzen.

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Zwischenstopp: Lunch in Brüssel

Ein Zwischenstopp in der Altstadt von Brüssel lohnt sich immer, zum Beispiel wenn man mit dem Eurostar über Brüssel nach London reist und sowieso Zeit zum Umstieg benötigt.

Da ich ja seit Jahren regelmäßig mit dem Eurostar von Brüssel nach London und wieder zurück reise, kommt man je nach Tageszeit um einen Stopp in Belgiens Hauptstadt nicht herum. Da das Einchecken zum Eurostar je nach Fahrgastaufkommen dauern kann, wird empfohlen, mindestens 45-60 Minuten vor Abfahrt am Terminal zu sein. Da Stand März 2022 nur sechs Züge am Tag zwischen Brüssel und London pendeln, kann es beim Übergang vom ICE oder Thalys schon mal längere Wartezeiten geben. Ich muss gestehen, dass mir die Schönheit von Brüssel lange Zeit verborgen blieb, da ich immer nur am Bahnhof Brüssel-Midi/Zuid von/zum Eurostar umgestiegen bin, und die Umgebung dort nicht sonderlich einladend fand. Meist habe ich die Zeit in einem der zahlreichen Bistros direkt vor dem Bahnhof und dem Eurostar-Terminal überbrückt. Erst bei meiner ersten London-Reise nach Corona im September 2020 war ich wegen der späten Rückfahrt gezwungen, in Brüssel zu übernachten und habe mir daher ein Hotel im Zentrum gesucht, um die Stadt einmal etwas intensiver zu erkunden. Und siehe da: Es hat sich mehr als gelohnt!

Fast wie Paris: Die Innenstadt von Brüssel erfreut die Besucher mit historischen Häusern, engen Gassen und beschaulichen Plätzen. Das alles ist nur wenige Minuten Fußweg vom Bahnhof Brüssel Central entfernt. ©SCRITTI
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London Spezial: Buntes Treiben und Kontraste in Southwark

Der Stadtteil Southwark südlich der Themse eignet sich sehr gut als Basis bei einem London Trip.

Quick Facts: Der szenige Stadtteil Southwark südlich der Themse eignet sich mit Hotels, Restaurants und Theatern sehr gut als Standort für einen London Besuch
Anreise: Mit Bus, U-Bahn oder Zug zu den Bahnhöfen London Bridge, Blackfriars, Southwark oder Waterloo, dann zu Fuß
Unterkunft: Diverse Hotels großer Ketten, Premier Inn Southwark Station oder H10 London Waterloo

Südlich der Themse hat sich in den letzten Jahren viel getan im Bereich zwischen den Bahnhöfen London Bridge und Waterloo Station im Bezirk Southwark. Zwischen alten Wohnblöcken und ehemaligen Lagerhäusern wachsen neue Hochhäuser in den Himmel, und es eröffnen überall Hotels. Die Gentrification ist auch in diesem Stadtviertel in vollem Gang, aber noch bietet sich ein sympathisches, buntes und vielseitiges Bild. Vieles erinnert ein bisschen an Shoreditch im Nordosten der Stadt, wo sich in den letzten Jahrzehnten die Kreativszene und junge Unternehmen in den ehemaligen Lagerhäusern ausgebreitet und das Gesicht des Viertels komplett verändert haben. Auch in Southwark eröffnen immer mehr Bars und Restaurants, das Nachtleben hat deutlich zugenommen vor allem rund um die Viadukte mit den Bahngleisen, und man sieht sehr viele junge Leute und Studenten in den Pubs. So hat zum Beispiel auch TV-Chef Gordon Ramsay mit dem Bread Street Kitchen 2021 ein Restaurant an der Ecke Union Street / Great Suffolk Street eröffnet. Dennoch leben hier aber immer noch auch normale Menschen in Straßen mit einfachen Council Houses, die gleich an die schicken Hotel-Neubauten angrenzen.

Entlang der Union Street in Southwark: Kaum Verkehr, Restaurants, Nightlife und im Hintergrund The Shard.©SCRITTI
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Designerglück: Die SPIEGEL-Kantine von Verner Panton

Im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg findet sich mit der SPIEGEL-Kantine der Rest eines ikonischen Designs von Verner Panton aus den 60ern.

Wo: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, am Steintorplatz gegenüber Hauptbahnhof
Anreise: Hamburg Hauptbahnhof mit Bahn, S-Bahn, Bus
Designer: Verner Panton (1926-1998)
Besonderheit: Letztes Überbleibsel verschiedener Räume in Pop Art Gestaltung
Unterkunft: Premier Inn Hamburg City gegenüber Chilehaus, einem weiteren Design und Architektur-Höhepunkt von Hamburg, optimal gelegen zwischen Innenstadt, Hauptbahnhof und Hafencity.

In den sozialen Medien tauchen immer wieder einmal Fotos von ziemlich abgefahren gestalteten Räumen komplett in Orange, Blau oder Grün auf, die mich neugierig gemacht haben: Ein regelrechter Farbenrausch mit Teppichboden, runden Tischen und Stühlen und kugelförmigen Deckenleuchten komplett in Orange und Lila! Was wie ein Bühnenbild aus einem Stanley Kubrick Film aussieht, gab es tatsächlich in real: Es handelt ich um die ehemalige Kantine im Hamburger Verlagshaus DER SPIEGEL von Verner Panton. Der dänische Architekt und Designer Verner Panton ist vor allem bekannt für seine Stühle aus Kunststoff wie den Panton Chair, einer der wichtigsten Stühle des 20. Jahrhunderts, und die Verwendung knalliger Pop Art-Farben. Der 1998 verstorbene Möbeldesigner und Innenarchitekt entwarf neben Lampen und Möbeln komplette Inneneinrichtungen zum Beispiel für Hotels und eben 1969 auch für das Verlagshaus DER SPIEGEL in Hamburg. Neben der Kantine gestaltete Panton auch eine separate „Snackbar“ sowie die übrige Inneneinrichtung des Verlagshauses. Prägend war Panton auch für die Möbel der Vitra AG in Basel, so dass seine Arbeiten auch im Vitra Design Museum in Weil am Rhein besichtigt werden können, über das ich an anderer Stelle berichte.

Die SPIEGEL-Kantine in Hamburg: Ein (Alp-)Traum in Orange! ©SCRITTI

Für die einen ist die SPIEGEL-Kantine ein echter Pop Art Traum, für die anderen ein regelrechter Alptraum in Orange! Besonders abgefahren: Es gab auch einen Swimmingpool im Keller des Hauses, der in leuchtendem Rosa-orange-blau erstrahlte! Wohl dem, der damals als Journalist für das Nachrichtenmagazin tätig war!

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London Spezial: Die schönsten Christmas Lights

London ist berühmt für seine Christmas Lights um Weihnachten. Die charmante London-Expertin Katie Wignall von Look Up London Tours zeigt die weniger bekannten Seiten der Stadt.

Für viele London Fans ist die Zeit vor Weihnachten mit die schönste im Jahr, und viele kommen immer wieder wegen der besonderen Atmosphäre. Zum einen ist London natürlich ein absolutes Shopping-Paradies, insbesondere wenn es um Weihnachtsgeschenke geht. Zum anderen erstrahlt die Stadt in den Wochen vor Weihnachten in ganz besonderem Glanz, worüber ich an anderer Stelle bereits berichtet habe. Das beginnt meist schon im November, wenn mit viel Brimborium in den großen Einkaufsstraßen wie Oxford Street und Regent Street traditionell die Weihnachtsbeleuchtungen angeschaltet werden. Kaufhäuser wie Harrods, Fortnum & Mason oder Selfridges sind berühmt für ihre jährliche Christmas Deko in den Schaufenstern oder gleich übers ganze Haus. Im Dezember 2021 habe ich zum ersten Mal an einem Stadtspaziergang von Katie Wignall von Look Up London teilgenommen. Katie ist eine witzige, herzliche und charmante anerkannte Stadtführerin, die über ihre Webseite und ihren Blog Stadtrundgänge zu verschiedenen Themen anbietet und unglaublich viel über London weiß. Sie bietet auch private und virtuelle Touren an oder präsentiert spannende Geschichten in ihrem Youtube-Kanal oder in ihrem Buch „Abandonded London“.

Leidenschaftliche London-Expertin: Tour-Guide Katie Wignall führt mit viel Witz und Charme durch die Straßen und Stadtviertel von London und lädt dazu ein, die weniger bekannten Seiten der Stadt zu entdecken. ©SCRITTI
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Stadt am Fluss: Gute Laune tanken in Würzburg

Würzburg am Ufer des Main hat allerhand zu bieten und eignet sich hervorragend für einen Städtetrip mit dem Rad

Quick Facts: Radtrip nach Würzburg
Anreise: Per Bahn aus allen Richtungen, ICE-Knoten an der Hauptstrecke Hamburg – München
Unterkunft: Ibis Würzburg neu und modern direkt am Mainufer nahe der Innenstadt, ideal für Radfahrende: Räder können im Foyer an Fahrradständern geparkt werden
Trips in die Umgebung: Mit dem Rad über den Mainradweg am Main entlang in beide Richtungen, Schiffstouren auf dem Main zum Beispiel nach Veitshöchheim, dem geographischen Mittelpunkt der Europäischen Union

Eher etwas unbeabsichtigt landete ich im Juni 2020 mit dem Fahrrad in Würzburg. Obwohl ich schon dutzende Male hier in den ICE umgestiegen bin, kannte ich die Stadt nicht wirklich und beschloss, auf Entdeckungstour zu gehen. Das Ergebnis war überraschend: Die Stadt mit den vielen Türmen hat doch auch ihre idyllischen Seiten, und es lohnt sich, hier mal ein paar Tage zu verbringen.

Türme wohin man schaut: Würzburg liegt direkt am Main und bietet viele interessante Perspektiven. ©SCRITTI

Insbesondere am Ufer des Mains, der mitten hindurchfließt, hat sich in den letzten Jahren doch einiges getan. Wie in vielen Städten erobern sich auch hier die Menschen vor allem im Sommer den Fluss zurück. Es wurde im nördlichen Teil mit dem Kulturspeicher das östliche Ufer neu gestaltet, man findet immer wieder ehemalige Krane als Landmarke. An warmen Sommerabenden herrscht durchaus Partystimmung am autofreien Flussufer mit Restaurants, schattigen Biergärten oder Gastroschiffen. Oder man holt sich einfach ein Bier oder eine Flasche Wein und setzt sich an die Promenade direkt am Flussufer mit Blick auf den Berg und die beleuchtete Festung Marienberg am anderen Ufer.

Gute-Laune-Ort: Im Sommer trifft man sich am Ufer des Mains mit Blick auf Alte Mainbrücke und Festung Marienberg. @SCRITTI
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Architektur-Erlebnis: Freiburg, Quartier Vauban

Der Freiburger Stadtteil Vauban wurde ökologisch und autoarm gebaut und ist ein Vorbild moderner Stadtplanung in Zeiten des Klimawandels.

Das Freiburger Stadtviertel Vauban ist ein ganz besonderes Modellprojekt, denn es wurde bereits in den 1990er Jahren als grünes und autoarmes Viertel auf einem ehemaligen Kasernengelände am Stadtrand konzipiert und nach vielen Debatten und unter Beteiligung der Bürger*innen später auch überwiegend von Privatleuten und Baugenossenschaften gebaut. Wenn man durch das Viertel spaziert oder mit dem Rad fährt, fallen einem sofort die allgemeine Ruhe und das viele Grün zwischen den Häusern auf. Die Architektur ist modern, vielseitig und abwechslungsreich. Autos sucht man meist vergebens. Dafür fährt die Straßenbahn auf einem grünen Rasengleis mitten hindurch. Man verspürt schnell den Wunsch, in diesem Stadtteil, in dieser Oase, in der der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht der Autoverkehr, auf Dauer zu wohnen. Es gibt sogar ein „grünes Hotel“ in dem Viertel. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, wenn man in Freiburg und Umgebung unterwegs ist.

Autofrei: Wo sonst in Deutschland Vorgärten für Stellplätze zubetoniert werden, darf sich im Freiburger Vauban-Viertel das Grün entfalten. Die Straßen gehören Radfahrenden und Fußgängern. ©SCRITTI
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Architektur-Erlebnis: Berlin, Die Weiße Stadt

Die Großsiedlung Weiße Stadt im Norden von Berlin von 1931 zählt zum UNESCO-Welterbe und ist als typisches Beispiel für das Neue Bauen einen Besuch wert

Wo: Berlin Reinickendorf im Karree an der Aroser Allee, Gotthardstraße, Emmentaler Straße
Anreise: U-Bahnhof Residenzstraße an der U8
Architekten: Otto Rudolf Salvisberg, Bruno Ahrends und Wilhelm Büning
Besonderheit: UNESCO Welterbe

Im Norden von Berlin findet sich ein faszinierendes architektonisches Kleinod, das seinesgleichen sucht: Die Weiße Stadt. Der Name ist Programm: Das Ensemble aus weißen Mietshäusern in unterschiedlichen Größen und Höhen entstand zwischen 1929 und 1931 im Stil des Neuen Bauens und erinnert sehr stark an die berühmte Bauhaus-Architektur. Zwischen den diversen Gebäuderiegeln befinden sich ausgedehnte Grünzonen und kleine Gärten, die viel Licht und Sonne in die Freiräume zwischen den Häusern bringen. Hintergrund für den Bau solcher Großsiedlungen am Stadtrand war die Suche nach modernen und zeitgemäßen Wohnformen, die menschliche Bedürfnisse in den Vordergrund rückten und zugleich bezahlbaren Wohnraum für sehr viele Menschen schaffen sollten – jenseits der klassischen Berliner Mietskasernen mit engen und dunklen Innenhöfen und der mit dem Nachbarn geteilten Außentoilette im Treppenhaus. So entstand auch die Weiße Stadt als genossenschaftlich organisierte, moderne Großsiedlung mit 1.268 Wohnungen. Zusammen mit fünf anderen Berliner Siedlungen ist sie seit 2008 als UNESCO-Welterbe eingetragen als Siedlungen der Berliner Moderne. Es lohnt sich, zwischen den verschiedenen Gebäuden umherzustreifen, die entspannte Atmosphäre auf sich wirken zu lassen und die vielen Details der Architektur zu entdecken. Die Moderne ist unübersehbar und wirkt auch noch hundert Jahre später zeitgemäß. Gerne würde man hier in der Großstadt wohnen!

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