Architektur-Erlebnis: Freiburg, Quartier Vauban

Der Freiburger Stadtteil Vauban wurde ökologisch und autoarm gebaut und ist ein Vorbild moderner Stadtplanung in Zeiten des Klimawandels.

Das Freiburger Stadtviertel Vauban ist ein ganz besonderes Modellprojekt, denn es wurde bereits in den 1990er Jahren als grünes und autoarmes Viertel auf einem ehemaligen Kasernengelände am Stadtrand konzipiert und nach vielen Debatten und unter Beteiligung der Bürger*innen später auch überwiegend von Privatleuten und Baugenossenschaften gebaut. Wenn man durch das Viertel spaziert oder mit dem Rad fährt, fallen einem sofort die allgemeine Ruhe und das viele Grün zwischen den Häusern auf. Die Architektur ist modern, vielseitig und abwechslungsreich. Autos sucht man meist vergebens. Dafür fährt die Straßenbahn auf einem grünen Rasengleis mitten hindurch. Man verspürt schnell den Wunsch, in diesem Stadtteil, in dieser Oase, in der der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht der Autoverkehr, auf Dauer zu wohnen. Es gibt sogar ein „grünes Hotel“ in dem Viertel. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, wenn man in Freiburg und Umgebung unterwegs ist.

Autofrei: Wo sonst in Deutschland Vorgärten für Stellplätze zubetoniert werden, darf sich im Freiburger Vauban-Viertel das Grün entfalten. Die Straßen gehören Radfahrenden und Fußgängern. ©SCRITTI
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Architektur-Erlebnis: Berlin, Die Weiße Stadt

Die Großsiedlung Weiße Stadt im Norden von Berlin von 1931 zählt zum UNESCO-Welterbe und ist als typisches Beispiel für das Neue Bauen einen Besuch wert

Wo: Berlin Reinickendorf im Karree an der Aroser Allee, Gotthardstraße, Emmentaler Straße
Anreise: U-Bahnhof Residenzstraße an der U8
Architekten: Otto Rudolf Salvisberg, Bruno Ahrends und Wilhelm Büning
Besonderheit: UNESCO Welterbe

Im Norden von Berlin findet sich ein faszinierendes architektonisches Kleinod, das seinesgleichen sucht: Die Weiße Stadt. Der Name ist Programm: Das Ensemble aus weißen Mietshäusern in unterschiedlichen Größen und Höhen entstand zwischen 1929 und 1931 im Stil des Neuen Bauens und erinnert sehr stark an die berühmte Bauhaus-Architektur. Zwischen den diversen Gebäuderiegeln befinden sich ausgedehnte Grünzonen und kleine Gärten, die viel Licht und Sonne in die Freiräume zwischen den Häusern bringen. Hintergrund für den Bau solcher Großsiedlungen am Stadtrand war die Suche nach modernen und zeitgemäßen Wohnformen, die menschliche Bedürfnisse in den Vordergrund rückten und zugleich bezahlbaren Wohnraum für sehr viele Menschen schaffen sollten – jenseits der klassischen Berliner Mietskasernen mit engen und dunklen Innenhöfen und der mit dem Nachbarn geteilten Außentoilette im Treppenhaus. So entstand auch die Weiße Stadt als genossenschaftlich organisierte, moderne Großsiedlung mit 1.268 Wohnungen. Zusammen mit fünf anderen Berliner Siedlungen ist sie seit 2008 als UNESCO-Welterbe eingetragen als Siedlungen der Berliner Moderne. Es lohnt sich, zwischen den verschiedenen Gebäuden umherzustreifen, die entspannte Atmosphäre auf sich wirken zu lassen und die vielen Details der Architektur zu entdecken. Die Moderne ist unübersehbar und wirkt auch noch hundert Jahre später zeitgemäß. Gerne würde man hier in der Großstadt wohnen!

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Wie die Moderne auf die Modellbahn kam

Von Mitte Februar bis Ende März 2019 gab es eine tolle Ausstellung im Architektur Salon in Hamburg: märklinMODERNE, vom Bau zum Bausatz und zurück, ein Projekt des Online Magazins moderneREGIONAL. Bei dem von der Wüstenrot-Stiftung geförderten Projekt geht es darum, wie die architektonische Moderne in den 60er und 70er Jahren auf Modellbausätze für den Einsatz auf der Modelleisenbahn übertragen wurde und so bundesdeutsche Architekturrealität meist im Maßstab 1:87 in den Hobbykeller brachte. In der Tat erhält man beim Betrachten der typischen Modelle der Firmen Faller oder Kibri aus jener Zeit einen ganz anderen Blick auf die Epoche, die Alltagsarchitektur und die Sehnsüchte der Menschen in deutschen Städten.

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Villa im Tessin von Faller, der Traum vom modernen Wohnen im Grünen ©SCRITTI

Fast jeder Modellbauer hat schon einmal die kleine „Villa im Tessin“ gesehen, die so typisch den modernen Zeitgeist jener Epoche widerspiegelt und in gewisser Weise auch den Traum von einem aufgeräumten, modernen Leben in Wohlstand in idyllischer Umgebung symbolisiert. Weiterlesen „Wie die Moderne auf die Modellbahn kam“