London Transport: Herausragendes Design im Stil des Art Deco

Das London Transport Museum zeigt in einer neuen Ausstellung die Bedeutung und den Einfluss des Art Deco auf die Gestaltung von Postern, die Fahrgastkommunikation und die Designsprache des Nahverkehrs in London bis heute.

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Was:Art deco: the golden age of poster design“, Ausstellung mit Postern und Grafikdesign
Wo: London Transport Museum in Covent Garden
Wann: 21. November 2025 bis Frühjahr 2027. Der Eintritt zur Global Poster Gallery innerhalb des Museums ist im Eintritt enthalten.

Die Moderne und vor allem der Stil des Art Deco spielen eine herausragende Rolle in der Designsprache und der Wahrnehmung des öffentlichen Verkehrs in London. Das liegt vor allem daran, dass viele maßgebliche Entwicklungen in den 1920er und 30er Jahren stattfanden, in denen die Londoner U-Bahn weit in die Vororte expandierte und in der Folge dort das klassische „Suburbia“ mit großen Wohnanlagen und neuen Stadtzentren entstand. Diese ganze Zeit wurde maßgeblich von zwei herausragenden Persönlichkeiten geprägt, die sich den Prinzipien der Moderne und des Zeitgeistes verpflichtet fühlten: Frank Pick und Charles Holden. Frank Pick war von der Gründung des London Passenger Transport Board im Jahr 1933 bis 1940 dessen Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender und weitgehend für das Design des Londoner Transportwesens, dessen Schrift oder das klassische rote runde Logo (Roundel) verantwortlich. Eng an Picks Seite arbeitete Architekt Charles Holden, der für eine Vielzahl der in dieser Zeit entstandenen, modernistischen U-Bahn-Gebäude verantwortlich war, die sich durch geometrische Formen, stromlinienförmige Kurven und funktionale Schönheit auszeichnen. Mehr zur Architektur von Charles Holden in London findet sich hier im Beitrag.

So ist es kein Wunder, dass die Archive des London Transport Museum voll sind mit Objekten aus der Zeit des Art Deco. Das Museum erzählt in den ehemaligen Hallen des Blumenmarktes von 1872 in Covent Garden seit 1980 in beeindruckender Weise und mit vielen Exponaten die Geschichte der Mobilität in London und ist immer wieder einen Besuch wert.

London Transport Museum Global Poster Gallery
In einem abgegrenzten Bereich innerhalb des London Transport Museums gibt es in der Global Poster Gallery die Ausstellung mit zahlreichen Postern im Stil des Art Deco. ©SCRITTI

Eine neue Ausstellung mit dem Titel Art deco: the golden age of poster design in der Global Poster Gallery innerhalb des Museums beleuchtet seit kurzem den Einfluss des Art Deco auf das Kunst- und Designerbe des Londoner Nahverkehrs. Anlässlich des 100. Jahrestages der Pariser Weltausstellung von 1925, auf der rückblickend Art Deco seinen Ursprung hat, bietet diese Ausstellung die Gelegenheit, mehr über diesen so prägenden Stil in Design und Architektur zu erfahren und einzigartige, noch nie öffentlich ausgestellte Kunstwerke zu entdecken.

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Der authentische Fish and Chips Shop, in dem nichts essbar ist

Die britische Textilkünstlerin Lucy Sparrow hat in London einen faszinierenden temporären Raum geschaffen: Im Imbiss Bourdon Street Chippy ist nichts essbar. Denn alles ist aus Filz.

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Fish and Chips, also panierter und frittierter Fisch und Pommes, sind das britische Nationalgericht schlechthin. Im ganzen Land gibt es Imbisse, die günstig Fish and Chips und typisch britisches Essen anbieten, vom „Pie“ bis zur „Sausage“ und oft auch „Full English Breakfast“ über den ganzen Tag. Ein solcher Shop wird auch liebevoll „Chippy“ genannt, und viele Chippys sehen im ganzen Land recht ähnlich aus. Es gibt kleine Tische oder Sitzecken mit Bänken wie in einem amerikanischen Diner, eine Theke mit Auslage, hinter der die Fish and Chips zubereitet und oft noch traditionell in Papier verpackt werden. Platz für einen traditionellen Chippy ist oft in der kleinsten Hütte, zumal dieser in erster Linie das gemeine Volk ernährt.

Bourdon-Street-Chippy London
Auf den ersten Blick authentisch: Der Bourdon Street Chippy in Mayfair. Auf den zweiten Blick wird alles zum Kunstobjekt. ©SCRITTI

Im vornehmen Londoner Stadtteil Mayfair, wo man sonst nur extrem teure Markenshops findet und am Straßenrand Ferrari und Porsche parken, erwartet man nicht unbedingt einen traditionellen Chippy. Und doch hat hier am 1. August 2025 in einer Seitengasse ein neuer Fish and Chips Shop eröffnet: Der Bourdon Street Chippy. Das Besondere: Dieser Shop ist temporär und nur sechs Wochen lang bis zum 14. September 2025 geöffnet. Wenn man durch die Glastüre den Raum betritt, ist sofort klar: Man befindet sich in einem klassischen Fish and Chips Shop. Und doch stimmt hier einiges nicht ganz. Auch wenn das Essen schön angerichtet bereits auf Tellern auf den Tischen steht: Essen kann man es nicht. Denn alles, was sich in diesem Shop befindet, wirklich ALLES, ist aus Filz gemacht. Und kann gekauft werden.

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Die Künstler Gillie and Marc bringen noch mehr wilde Tiere nach London

Mit den teils monumentalen Tierskulpturen beeindruckt das Künstlerpaar Gillie and Marc seit Jahren die Besucher nicht nur in London. Nun gibt es eine neue beeindruckende Versammlung wilder Tiere in der City of London.

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Die Skulpturen des australischen Künstlerpaars Gillie and Marc gehören inzwischen fest zum Stadtbild von London. Über verschiedene Orte verteilt, findet man teils dauerhaft die vor allem bei Touristen beliebten Skulpturen von meist wilden Tieren wie Elefanten oder Affen. Seit 25. Mai 2025 gibt es wieder ein neues Kunstwerk in der City of London: Go Wildlife Go heißt dieses erneut monumentale Werk, das so in London bislang noch nicht zu sehen war. Es wird für exakt ein Jahr am Paternoster Square hinter der St. Paul’s Cathedral bis 25. Mai 2026 stehen. In den vergangenen Jahren gab es an gleicher Stelle immer wieder Installation von Gillie and Marc. Zuletzt ab Januar 2024 das Ensemble Wild About Babies, das Babies einiger der am meisten bedrohten Tierarten der Welt sowie eine überdimensionale Gorilla Mutter zeigte, die die universale, alles beschützende Mutter repräsentierte. An verschiedenen Orten in London stehen weiterhin Skulpturen von Gillie and Marc, und es kommen immer wieder mal neue hinzu.

London Gillie+Marc Go Wildlife Go Paternoster
Go Wildlife Go von Gillie and Marc: Panda, Elefant, Giraffe, Zebra, Löwe und Co. fahren auf einem überdimensionalen Roller. ©SCRITTI

Bei der neuen Skulptur auf dem Paternoster Square fahren unterschiedliche Wildtiere gemeinsam auf einem überdimensionalen Scooter. Was spaßig aussieht, hat einen ernsten Hintergrund: Die Tiere auf dem Scooter sind nämlich auf der Flucht und versuchen, sich in Sicherheit zu bringen und zu überleben. Wie bei den bisherigen Monumenten der Künstler geht es auch bei Go Wildlife Go darum, eindringlich auf den Klimawandel und vom Aussterben bedrohte Tierarten aufmerksam zu machen und gleichzeitig Spenden zur Unterstützung gefährdeter Arten zu generieren. Die Skulpturen der beiden Künstler findet man übrigens auch in New York, Toronto, Singapur und natürlich in Melbourne oder Sydney.

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The Face: Das epochemachende Magazin für Popkultur in der National Portrait Gallery

Eine spannende Ausstellung in der National Portrait Gallery in London widmet sich dem epochemachenden und die Popkultur über zwei Jahrzehnte prägenden Kult-Magazin The Face.

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Manch einer erinnert sich vielleicht noch an das monatlich erscheinende Musik-, Mode- und Kulturmagazin The Face, das in Sachen Design, Style und Fashion in den 1980er und 1990er Jahren epochemachend war und vor allem in Großbritannien die Popkultur maßgeblich geprägt hat. Insbesondere die legendären Cover-Fotos waren über eine ganze Dekade hinweg stilbildend und das Aushängeschild von The Face. Es gab in der Vergangenheit bereits Ausstellungen über die visuelle Kraft und das legendäre Design des Magazins. Nun widmet sich auch die altehrwürdige National Portrait Gallery in London, die auch für großformatige Darstellungen der britischen Monarchen bekannt ist, dem Phänomen The Face. Noch bis zum 18. Mai 2025 läuft die Ausstellung „The Face Magazine: Culture Shift“ in der National Portrait Gallery am Trafalgar Square in London, und ein Besuch dieses visuellen Spektakels kann ich wärmstens empfehlen.

The Face - Exhibition National Portrait Gallery
Das britische Magazin The Face prägte Kultur und Lifestyle der 1980er und 1990er Jahre. ©Ursula Nerre

Das Magazin The Face, das oft als „kulturverändernd“ bezeichnet wird und mehr oder weniger die Karriere von Kate Moss als Supermodel begründete, existierte tatsächlich über einen Zeitraum von 24 Jahren von 1980 bis 2004 und prägte so über zwei Jahrzehnte Mode und Popkultur nicht nur in Großbritannien. Welchen nachhaltigen Einfluss The Face auf das kulturelle Leben dieser Zeit hatte, versucht die Ausstellung mit rund 200 Originalfotos zu ergründen.

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Zwischenstopp: Eine knallbunte Hülle für das Barbican Centre

Der Künstler Ibrahim Mahama hat Teile des Barbican Komplexes in London im Rahmen eines Kunstprojektes mit einer gigantischen pinken Stoffhülle verpackt.

Der Barbican Komplex mitten in der City of London ist gemeinhin nicht für seine farbenfrohen Gebäude bekannt, wie man hier im Beitrag zur Geschichte der Anlage nachlesen kann. Die alles beherrschende Farbe des berühmten Häuserensembles im Baustil des Brutalismus ist Betongrau, stellenweise untermalt mit viel natürlichem Grün. Das hat sich im April 2024 für ein paar Monate radikal geändert: In der Mitte der Anlage mit dem Barbican Kulturzentrum und der Lakeside Terrasse mit den Wasserspielen dominiert nun ein kräftiges Lilapink. Das Gebäude des Barbican Centre ist weitgehend in eine überdimensionale, maßgeschneiderte Stoffhülle verpackt.

„Purple Hibiscus“ heißt die Installation des Künstlers Ibrahim Mahama, die im Frühjahr/Sommer 2024 das Barbican Centre in London verhüllt. ©SCRITTI

Man denkt dabei natürlich sofort an das berühmte Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude, die mit der spektakulären Verpackung berühmter Gebäude wie dem Berliner Reichstag berühmt geworden sind. Die aktuelle Installation in London namens „Purple Hibiscus“ ist jedoch mehr wie ein luftiges, grell leuchtendes Gewand für das ansonsten betongraue, brutalistische Gebäude. Sie stammt von dem afrikanischen Konzept- und Objekt-Künstler Ibrahim Mahama aus Ghana. 

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Architekturerlebnis: Ein „Theater“ für Tiere mitten in Berlin

Das Tieranatomische Theater der Berliner Humboldt Universität von 1790 fasziniert noch heute durch eine grandiose Architektur.

Wo: Berlin Mitte, Friedrich-Wilhelm-Stadt
Anreise: Tram Invalidenpark oder U-Bahnhof Oranienburger Tor
Architekt:  Carl Gotthard Langhans
Besonderheit: Ältestes noch erhaltenes akademisches Lehrgebäude Berlins.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14-18 Uhr (außer feiertags), Eintritt frei

Vor einiger Zeit war ich mal wieder auf dem ausgedehnten Gelände der Charité, eine der größten Universitätskliniken in Europa, in Berlin Mitte unterwegs. Es gibt dort mitten im Zentrum der Hauptstadt eine kleine, abgeschiedene Welt für sich mit Gebäuden aus unterschiedlichsten Epochen in einer parkähnlichen Landschaft. Es fließt mit der Südpanke sogar ein kleiner Bach mitten hindurch, um dessen Ufer sich kleine Backsteingebäude gruppieren. Das Ensemble gaukelt einem vor, dass man sich in irgendeinem beschaulichen Dorf in Brandenburg befindet. Die meisten dieser Gebäude im Schatten des großen Charité-Hochhauses aus DDR-Zeiten gehören heute zur Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und beherbergen verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen des dortigen Campus.

Auf dem Gelände der Berliner Charité verbirgt sich ein besonderes „Theater“. ©SCRITTI

Wenn man so das Gelände erkundet, steht man unerwartet vor einem niedrigen, klassizistischen Gebäude, das mit Säulen neben den Eingängen und einer Kuppel im Zentrum sehr an einen Tempel erinnert. Auf einem Schild steht deutlich zu lesen „Tieranatomisches Theater“. Ein Theater auf dem Gelände eines Uni-Klinikums? Treten hier etwa Tiere auf? Wenn man durch den offiziellen Eingang hineingeht, landet man an einem Tresen mit Info-Material zum Gebäude und seiner über 200-jährigen Geschichte. Geschwungene Treppen führen nach oben in den ersten Stock, wo sich der Zugang zum eigentlichen „Theater“ befindet.

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Grüne Oasen: BUGA Mannheim mit Parklandschaft und Zukunftslabor

Die BUGA 2023 in Mannheim verbindet klassische Gartenbaukunst mit Experimenten zur Zukunft der Städte in Zeiten des Klimawandels.

UPDATE: Am 8. Oktober 2023 endete die BUGA 2023 in Mannheim und hat mit 2,2 Millionen gezählten Eintritten ihr gesetztes Ziel übertroffen. Wie es mit beiden Geländen weitergeht, was überleben soll und was nicht, wird in einem Beitrag des SWR erläutert. Vor allem der Luisenpark wird in der jetzigen Form als Freizeitoase erhalten bleiben.

Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte findet im Jahr 2023 die Bundesgartenschau (BUGA) in Mannheim statt. Und zum zweiten Mal spielt bei der Gestaltung der weitläufige Luisenpark eine zentrale Rolle. Bislang scheint das Konzept aufzugehen. Zur Halbzeit der BUGA Mannheim 2023 hat die Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG) eine Zwischenauswertung ihrer Besucherbefragung bekanntgegeben. Über eine Million Besucher*innen, zehn bunte Blumenhallenschauen, fast 81.000 verkaufte Dauerkarten, 2.944 Veranstaltungen und 330.000 gepflanzte Blumen – das waren die ersten 89 Tage der Mannheimer Bundesgartenschau, wie man hier im Detail nachlesen kann. Fast die Hälfte (49%) kam mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die BUGA kann noch bis zum 8. Oktober 2023 täglich besucht werden. Die Eingänge sind teils bis 20:30 Uhr geöffnet, die Kassen schließen um 19 Uhr.

Am Eingang zum Luisenpark begrüßen die Besucher*innen üppige Staudenbeete. Der Mannheimer Fernsehturm überragt das Gelände, das zu seinen Füßen liegt. ©SCRITTI

Wie bereits bei der ersten Bundesgartenschau im Jahre 1975 besteht auch die BUGA 2023 aus zwei Bereichen, die mit einem innovativen Verkehrsmittel – dieses Mal eine neugebaute Seilbahn über den Neckar – miteinander verbunden sind. Im Osten von Mannheim liegt der klassische Luisenpark in der Nähe des Fernsehturms südlich des Neckars. Nördlich davon befindet sich das Spinelli Gelände, eine großflächige Hinterlassenschaft der US Armee, auf dem sich noch zahlreiche frühere Militärgebäude befinden und die man nun versucht, in ein für die Großstadt nutzbares Gelände zu konvertieren. Entsprechend groß sind die Kontraste, die die Besucher*innen bei der BUGA 2023 erwarten.

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Designerglück: Die Eisenbahn als Objekt für Gestaltung

Im DB Museum in Nürnberg beschäftigt sich eine Sonderausstellung mit der Bedeutung von Design bei der Eisenbahn

Wo: DB Museum Nürnberg, Lessingstraße 6 nicht weit vom Hauptbahnhof neben den Bahngleisen
Anreise: Nürnberg Hauptbahnhof mit Bahn, S-Bahn, Bus
Besonderheit: Geschichte der Eisenbahn in Deutschland, Design und Kommunikation
Unterkunft: Das 2022 eröffnete Premier Inn Nürnberg Opernhaus nicht weit vom Museum entfernt und gegenüber der Nürnberger Altstadt, sowie zahlreiche weitere neue Hotels rund um den Hauptbahnhof

Im DB Museum in Nürnberg in der Nähe des Hauptbahnhofs läuft noch bis zum 12. Juni 2022 eine sehr interessante Ausstellung zum Thema „Design & Bahn.“ Im obersten Stockwerk im Museum für Kommunikation wird ein vertiefender Blick darauf geworfen, wie Design die Entwicklung der Eisenbahn seit den Anfängen im 19. Jahrhundert begleitet und beeinflusst hat. In 20 Episoden wird erzählt, wo Design Bahngeschichte und Bahn Designgeschichte geschrieben hat. Das reicht von der Gestaltung von Fahrzeugen, über die Inneneinrichtung von Zügen oder deren Möblierung bis hin zu Werbung und Marketing.

Gegenüberstellung von Alltagsdesign und Designobjekten bei der Eisenbahn. ©SCRITTI

Vieles wird dem Betrachter vertraut vorkommen, wie zum Beispiel die klassischen gelbgrünen Sitze aus den Intercity-Zügen der 70er Jahre oder die ikonischen Plakate mit dem berühmten Spruch „Alle reden vom Wetter“ und einer blau-beigen Bügelfalten-E10 im Rheingold-Design. Seit der Entwicklung der Marke ICE schließlich ist Design vollends untrennbar mit der Eisenbahn in Deutschland verschmolzen.

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Designerglück: Die knallbunte SPIEGEL-Kantine in Hamburg von Verner Panton

Im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg findet sich mit der SPIEGEL-Kantine der Rest eines ikonischen Designs im Pop Art Stil von Verner Panton aus den 1960er Jahren.

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Wo: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, am Steintorplatz gegenüber Hamburg Hauptbahnhof
Anreise: Hamburg Hauptbahnhof mit Bahn, S-Bahn, Bus
Designer: Verner Panton (1926-1998)
Besonderheit: Letztes Überbleibsel verschiedener Räume in Pop Art Gestaltung

In den sozialen Medien tauchen immer wieder einmal Fotos von ziemlich abgefahren gestalteten Räumen komplett in Orange, Blau oder Grün auf, die mich neugierig gemacht haben: Ein regelrechter Farbenrausch mit Teppichboden, runden Tischen und Stühlen und kugelförmigen Deckenleuchten komplett in Orange und Lila! Was wie ein Bühnenbild aus einem Stanley Kubrick Film aussieht, gab es tatsächlich in real: Es handelt ich um die ehemalige Kantine im Hamburger Verlagshaus DER SPIEGEL von Verner Panton. Der dänische Architekt und Designer Verner Panton ist vor allem bekannt für seine Stühle aus Kunststoff wie den Panton Chair, einer der wichtigsten Stühle des 20. Jahrhunderts, und die Verwendung knalliger Pop Art-Farben. Der 1998 verstorbene Möbeldesigner und Innenarchitekt entwarf neben Lampen und Möbeln komplette Inneneinrichtungen zum Beispiel für Hotels und eben 1969 auch für das Verlagshaus DER SPIEGEL in Hamburg. Neben der Kantine gestaltete Panton auch eine separate „Snackbar“ sowie die übrige Inneneinrichtung des Verlagshauses. Prägend war Panton auch für die Möbel der Vitra AG in Basel, so dass seine Arbeiten auch im Vitra Design Museum in Weil am Rhein besichtigt werden können, über das ich an anderer Stelle berichte.

Die SPIEGEL-Kantine in Hamburg: Für manche ein (Alp-)Traum in Orange! ©SCRITTI

Für die einen ist die SPIEGEL-Kantine ein echter Pop Art Traum, für die anderen ein regelrechter Alptraum in Orange! Besonders abgefahren: Es gab auch einen Swimmingpool im Keller des Hauses, der in leuchtendem Rosa-orange-blau erstrahlte! Wohl dem, der damals als Journalist für das Nachrichtenmagazin tätig war!

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