For an English translation use the Google Translator Button in the menu on the right (Website) or on the bottom (mobile device).
In Großbritannien ist Durdle Door eines der bekanntesten Naturwahrzeichen an der Südküste Englands, der sogenannten Jurassic Coast in Dorset. Gelegen zwischen den beliebten Seebädern Bournemouth im Osten und Weymouth im Westen lockt Durdle Door zahlreiche Tagestouristen, Ausflügler und auch Wanderer auf dem South West Coast Path entlang der englischen Südküste an. Durdle Door ist eigentlich fast jedem Engländer ein Begriff. Es handelt sich um einen aus dem Meer ragenden, 60 Meter hohen Kalksteinfelsen, der in der Mitte durch die Gezeiten ausgehöhlt wurde und so einen gigantischen Bogen beziehungsweise eine Art Felsentor bildet.

Durdle Door liegt an der felsigen Steilküste von Dorset und ist nur umständlich zu erreichen. Die Hauptstrecke der Bahn entlang der Südküste liegt mehrere Kilometer weit im Inland, so dass man nur mit dem Bus oder Auto an die Küste kommt. Die nächstgelegene Ortschaft zu Durdle Door ist das idyllische Dorf Lulworth etwa zwei Kilometer entfernt, wo sich auch ein Visitor Centre für den Besuch der Jurassic Coast und der ebenso bekannten halbkreisförmigen Bucht Lulworth Cove befindet. Rund eine halbe Million Besucher kommen jährlich hierher, davon anscheinend rund 30 Prozent im Juli und August. Sie alle wollen die einzigartigen Landschaftsformen von Lulworth Cove und Durdle Door bewundern. Ich habe es ihnen gleichgetan, als ich im August 2026 ein paar Tage in Bournemouth verbracht habe. Ob das wirklich eine so gute Idee war?
Die Jurassic Coast, auch bekannt als Dorset and East Devon Coast, ist inzwischen eine Welterbestätte. Sie erstreckt sich von Exmouth in East Devon bis zur Studland Bay in Dorset am Rande von Poole und Bournemouth über eine Länge von etwa 154 Kilometern und wurde im Dezember 2001 in die Liste des Welterbes der UNESCO aufgenommen. Entsprechend groß ist nun das touristische Interesse an der imposanten Küstenlinie. Wo Welterbe draufsteht, da pilgern die Leute hin.

Egal wie man es in die Nähe des Naturdenkmals schafft, ob mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, am Ende bleibt stets ein steiler und beschwerlicher Fußweg hinunter zur Steilküste, bevor das Highlight Durdle Door in Sicht kommt. Das scheint jedoch vielen Leuten nicht bewusst zu sein, wenn sie einen Ausflug planen oder gar mit einer Bustour hierher kommen.

Der Irrsinn einer überlaufenen Touristenattraktion
Es ist erschreckend, wie viele Menschen an einem heißen Tag im August vom Durdle Door Parkplatz aus den steilen, steinigen Weg zur Aussichtsplattform hinunterpilgern. Die meisten waren wie für einen Strandausflug gekleidet und trugen sogar Flipflops. Immerhin ist vom Parkplatz oben bis zum Strand bei Durdle Door ein Höhenunterschied von gut 130 Metern zu überwinden.
Manche Familien kommen sogar mit dem Kinderwagen und schieben diesen mühsam über die steinige Piste bergab und bergauf. Offensichtlich gehen viele davon aus, dass dies einfach nur ein kleiner Spazierweg durch den Park ist. Die wenigsten tragen in der prallen Sommerhitze Kopfbedeckungen oder schützen sich sonst vor der unerbittlichen Sonne.

Vor allem für kleine Kinder ist der steile Rückweg eine große Zumutung, und es ist kein Wunder, dass man viel Gejammer im Hintergrund hört. Ich habe auch ältere Leute gesehen, die es außer Atem kaum mehr zurück den Berg hoch geschafft haben. Bedauerlicherweise ist auch niemand zur Stelle, der hier aushelfen oder die Schwachen unterstützen könnte. Vom Anbieten von Trinkwasser ganz zu schweigen. Es scheint, dass die Leute beim Besuch von Durdle Door sich selbst überlassen sind und allenfalls Touristenführer aus den Reisebussen den Weg kennen und etwas unterstützen können.


Wenn man nach gut 20 Minuten Fußweg abwärts mit den Massen endlich die Aussichtsstelle gegenüber Durdle Door erreicht hat, stehen die Menschen leichtsinnig am steilen Abgrund, um von sich Selfies mit dem Felsen im Hintergrund zu machen.

Absperrungen gibt es nur rudimentär, und von der Felskante geht es steil bergab zu den Stränden links und rechts von Durdle Door. Viele klettern auch noch das letzte Stück über Treppen und Holzstufen hinab, um sich mit Hunderten anderen Besuchern am Strand niederzulassen.
Zwei Wege, um Durdle Door zu erreichen
Wenn man per Bus mit dem öffentlichen Verkehr anreist, ist der Fußweg zu Durdle Door nicht zu unterschätzen. Von der Haltestelle am Rande der Straße nach Lulworth oberhalb des Durdle Door Holiday Parks sind es alleine schon rund 15 bis 20 Minuten zu laufen bis zum großen Parkplatz beim Holiday Park. Dort gibt es auch ein paar Verkaufsstände mit Eis, Getränken und Snacks sowie Toiletten, bevor man den steinigen und steilen Abstieg nach unten beginnt.

Die zweite Variante Durdle Door zu erreichen, ist von Lulworth Cove aus. Die halbkreisförmige Bucht, deren Besuch auch überall unbedingt empfohlen wird, liegt etwa zwei Kilometer weiter östlich und ist das Zentrum der Jurassic Coast in diesem Bereich mit einem Visitor Centre. Hier hält der Linienbus auf dem großen Parkplatz in unmittelbarer Nähe vom Besucherzentrum, wo es auch Cafés und Shops gibt. Von hier aus führt dann der South West Coast Path über etwa zwei Kilometer entlang der Küste nach Westen bis Durdle Door. Allerdings ist auch dies kein Spazierweg, und es gilt auch bei großer Hitze ein Höhenunterschied von 100 Metern zu überwinden. Diese Wanderung bis Durdle Door soll etwa eine halbe Stunde dauern.

Auch hier pilgern die Menschenmassen, ohne sich wahrscheinlich vorher Gedanken darüber gemacht zu haben, wie anstrengend eine solche Tour bei über 30 Grad Hitze sein kann. Man sollte auf jeden Fall ausreichend Wasser dabei haben, wenn man sich auf diesen nicht unbeschwerlichen Weg machen möchte. Außerdem ist es sinnvoll, festes Schuhwerk zu tragen und nicht mit Flipflops über die blanken Steine zu stolpern.
Lohnen sich also all die Mühen, nur um einen Fels mit einem großen Loch in der Mitte zu besichtigen? Nun ja, meine Euphorie hält sich in Grenzen. Der Ab- und Aufstieg war sehr beschwerlich, und am eigentlichen Ziel gibt es nur einen großen Strand ohne Infrastruktur, auf dem sich die Leute stapeln.

Die Landschaft entlang der Küste und auch im Hinterland ist auf jeden Fall traumhaft mit hellen Felsenklippen, kreisförmigen Buchten sowie sanften Hügeln mit Wiesen und Feldern. Es gibt sicherlich Jahreszeiten, an denen an der Jurassic Coast weniger Betrieb ist und man mit der richtigen Ausrüstung die Wanderung entlang der Küste sicherlich auch genießen kann. Lohnt es sich also? Ich würde sagen: Ja – unter der Voraussetzung, dass man vernünftig plant und eine Jahreszeit wählt, in der nicht gefühlt halb Großbritannien Durdle Door besichtigen möchte.
Hinkommen zur Jurassic Coast und Durdle Door
Von Bournemouth oder Weymouth aus fährt man am besten mit dem Zug von Southwestern Railway bis zu den Stationen Wool oder Wareham, was aus beiden Richtungen etwa eine halbe Stunde dauert. Fahrpläne und Tickets gibt es direkt bei Southwestern Railway oder über Trainline. Hin- und Rückfahrt und Fahrten außerhalb der Hauptverkehrszeiten (morgens nach 9 Uhr) sind in der Regel günstiger.

Vor dem Bahnhof gibt es dann Anschlüsse per Bus nach Lulworth Cove und zum Durdle Door Holiday Park, wobei manche Buslinien die ganze Küste entlang fahren und ein offenes Oberdeck haben. Ich bin von Wool aus mit dem Bus der Linie 55 gefahren, der im Sommer einmal in der Stunde einen Rundkurs über Lulworth Cove und Durdle Door Park Entrance fährt. Da auch im Hochsommer nicht allzu viele Busse fahren und man durchaus mal eine Stunde auf den nächsten Bus warten muss, sollte man den Ausflug sorgfältig planen und sich die Fahrzeiten der Busse aufschreiben.

Da im Bereich von Durdle Door Busse der Betreiber First und auch GoAhead unterwegs sind, zeigen deren jeweilige Auskunftssysteme oder Apps leider nur die eigenen Busfahrten an. Die Busse von GoAhead sind in der Region unter der Marke more unterwegs. Fahrpläne gibt es auf der morebus-Webseite. Fahrpläne der First Busse in Dorset gibt es auf der First-Webseite. Google Maps hat die Fahrzeiten und Routen weitgehend korrekt in Echtzeit angezeigt. Allerdings hatte ich bei Durdle Door so schlechten Mobilfunk Empfang, dass ich die tatsächlichen Busfahrzeiten nicht abrufen konnte. Zum Glück hingen an der Haltestelle Fahrpläne, die auch stimmten.

Bei allen Bussen, die ich benutzt habe, konnte man mit Kreditkarte / Handy problemlos wie in London ein- und auschecken. Der Gesamtbetrag wird dann am Ende des Tages abgerechnet. Alternativ kann man auch direkt beim Fahrer ein Ticket kaufen und mit Kreditkarte bezahlen.
Mehr Jurassic Coast entdecken


Man kann die Jurassic Coast mit der imposanten Steilküste auch vom Wasser aus per Schiff erkunden. Bei verschiedenen Anbietern gibt es Sightseeing-Touren per Boot zum Beispiel ab Swanage oder Poole. Ich habe mit Coastal Cruises von Poole aus eine Hafenrundfahrt gemacht. Es gibt aber auch ein- bis zweistündige Sightseeing-Touren entlang der Küste ab Swanage Pier oder Poole Harbour. Nur vom Wasser aus kann man die steilen Felsen und Klippen in all ihrer Schönheit bewundern.
Danke fürs Lesen des Beitrags! Ich freue mich immer über eine Spende für einen Kaffee über den Ko-fi Button.
© SCRITTI 2026, all rights reserved. Weiterverwertung nur nach Absprache mit dem Urheber. Folge SCRITTI.77 auf Instagram. Oder abonniere diesen Blog per Email (Webseite rechte Spalte, auf Mobilgeräten unten).