Kopenhagen: Welthauptstadt der Architektur und Lebensqualität

Kopenhagen ist eine moderne, pulsierende und faszinierende Stadt am Wasser und zurecht Hauptstadt der Architektur und neuerdings auch lebenswerteste Stadt der Welt! Also nichts wie hin in eine der schönsten Städte der Welt!

Kopenhagen Kanal Boote

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Kopenhagen ist eine jener Städte, von denen man immer wieder einmal etwas gehört und eigentlich nur positive Vorstellungen hat. Man denkt dabei an moderne Architektur, skandinavisches Design, viel Wasser und natürlich an die Fahrrad-Hauptstadt Europas (nach Amsterdam). Seit Jahren gilt Kopenhagen als eine der Städte mit der größten Lebensqualität weltweit. Erst im Juli 2026 belegte Kopenhagen erneut in einem weltweiten Städte-Ranking im Global Liveability Index der Economist Intelligence Unit (EIU) den ersten Platz als lebenswerteste Großstadt der Welt! Das jährliche Ranking bewertet 173 Städte weltweit anhand von Kriterien wie Stabilität, Gesundheitswesen, Kultur und Umwelt, Bildung und Infrastruktur, um diejenigen mit der höchsten Lebensqualität zu ermitteln. Die dänische Hauptstadt sicherte sich zum zweiten Mal in Folge den ersten Platz. Eine gute Infrastruktur und Gesundheitsversorgung sowie ein hochwertiges, kostenloses Bildungssystem tragen dazu bei, dass die Menschen in Kopenhagen gerne leben und zu den glücklichsten der Welt zählen. Wen wundert es also, dass es immer mehr Menschen in den Norden nach Kopenhagen zieht?

Kopenhagen Nyhavn Kanal Boote
Postkarten Idylle pur: Der vor allem bei Touristen beliebte Nyhavn in Kopenhagen zeigt die historische Stadt am Wasser mit Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahrhundert von ihrer schönsten Seite. ©SCRITTI

Ein riesiges Plus in Kopenhagen ist die Lage der Stadt direkt am Wasser und am Meer, was natürlich enorm zur Lebensqualität beiträgt. Ich haben selten eine Stadt erlebt, in der es so grandios gelungen ist, die Zonen am Wasser für das urbane Leben zu erschließen, in den Alltag der Menschen zu integrieren und zugleich das maritime Erbe hochleben zu lassen. Es ist eine wahre Freude, am Wasser entlang zu spazieren und moderne wie historische Gebäude zu bewundern oder alte wie moderne Brücken zu nutzen, um von einer Seite auf die andere zu kommen. Was ist also das Tolle an Kopenhagen? Und sind die Menschen dort wirklich zufriedener als im Rest der Welt?

Auch als Tourist kann man recht schnell nachvollziehen, warum Kopenhagen so lebenswert ist, sobald man in der Stadt ankommt: Unübersehbar sind die Fahrradfahrer überall, auch in den Zügen sind Menschen mit Fahrrädern präsent. Im Zentrum der dänischen Hauptstadt werden inzwischen die Hälfte aller Wege per Rad zurückgelegt, weil es mit dem Fahrrad viel einfacher als mit dem Auto geht und vor allem viele neu entwickelte Bereiche am Wasser mit dem Auto nur schwer oder gar nicht erreichbar sind.

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Fast wie Amsterdam: Entspanntes Stadtleben am Christianshavn Kanal in Kopenhagen. Das Fahrrad ist immer mit dabei ©SCRITTI

Das Metro-System ist modern, sauber und übersichtlich. Die Züge fahren automatisch ohne Fahrer und kommen alle zwei bis drei Minuten. Die digitale Anzeige am Bahnsteig sagt auf die Sekunde genau Ankünfte und Abfahrten voraus. Statt ein Ticket am Automaten zu ziehen, kann man einfach zum Beispiel mit der App der Dänischen Staatsbahn DSB ein- und auschecken und problemlos ganze Reiseketten auch außerhalb von Kopenhagen mit U-Bahn, Bus oder Regionalzug bewältigen. 

Die moderne Architektur in der dänischen Hauptstadt sucht ihresgleichen und lässt einen oft staunend und begeistert zurück. Überall in der Stadt finden sich Wohnungen, in denen anders als etwa in London auch ganz normale Menschen leben (können). 

Es ist nicht verwunderlich, dass sich in Kopenhagen daher vor allem im Sommer viel Leben am Wasser abspielt, wie ich bei meinem jüngsten Besuch im Juli 2026 erleben konnte.

Kopehhagen Wohnkomplex Strandgade
Bei Neubauten im Hafen direkt am Wasser wird wie hier beim modernen Wohnkomplex Krøyers Plads mit Beteiligung von COBE Architekten der Strand gleich mitgeplant. ©SCRITTI

Die Ufer waren bevölkert von Menschenmassen, die sich zum Sonnenbad niedergelassen haben oder mit Booten über die Kanäle geschippert sind. Es gibt sogar kleine, kostenlose öffentliche Schwimmbäder am Ufer direkt in den Haupttouristenzonen!

Gerade im Hafenbereich wurden viele historische Gebäude erhalten und umgewidmet oder mit spektakulären Neubauten ergänzt, so wie jüngst das Ensemble auf Paper Island (dänisch: Papirøen). Mehr dazu weiter unten.

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Im ehemaligen Fährterminal von 1937 The Standard an der Promenade am Wasser befinden sich heute Restaurants. ©SCRITTI

Herausragend und weithin sichtbar ist auch das ovale Gebäude mit einem markanten Uhrenturm in Türkis im typischen Stil des Art Deco an der Promenade Havnegade direkt am Wasser. Hierbei handelt es sich um das frühere Zollhaus und Terminal für die Øresund-Fähren nach den Plänen von Kristoffer Varming im funktionalen modernen Stil von 1937. Das Gebäude wurde vom bekannten britischen Designer Terence Conran erworben, 2005 in einen schicken Restaurant Komplex umgestaltet und ist seither bekannt unter dem Namen The Standard.

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Am berühmten Nyhavn Kanal in Kopenhagen mit den bunten Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert im Juli 2026. ©SCRITTI

Wenn man aus Deutschland kommt, ist man jedenfalls rasch begeistert davon, dass eine Stadt zugleich historisch und modern sein und zudem funktionieren kann!

Kopenhagen pur: Immer am Wasser entlang

Bei meinem ersten Besuch in Kopenhagen Ende März 2019 führte mich am Morgen der Weg vom Hotel direkt ans nahegelegene Wasser mit dem Südhafen, und der erste Eindruck war gleich mehr als positiv: Man hat tolle Blicke auf eine moderne Stadt mit viel Geschichte. Während das westliche Ufer mit modernen Klötzen aus Stahl und Glas bebaut ist, liegt auf der gegenüberliegenden Seite das ehemalige Hafenviertel Islands Brygge, wo sich mit dem Hafenpark ein schmaler Streifen Grün entlang des Wassers erstreckt und die Menschen zum Sonnenbad einlädt. Dahinter finden sich ehemalige historische Speicher, die inzwischen alle in Wohnungen umgebaut wurden. Man merkt sofort: Hier hat man klare Vorstellungen vom Leben am Wasser und bemüht sich, für die Stadtbewohner das Beste daraus zu machen. Besonders beeindruckend ist die Kalvebod Bolge eine faszinierende Anlage quer übers Wasser mit Wegen und Sitzmöglichkeiten sowie Turn- und Spielecken, es geht rauf und runter, überall sitzen Leute und genießen die Frühlingssonne. Und im Sommer kann man hier direkt in den Kanal springen!

Über eine der zwei Hauptbrücken in der Innenstadt kommt man auf die andere Seite nach Islands Brygge, wo man am ehemaliger Hafen entlangschlendern und im Kulturhaus günstig essen oder einfach in der Sonne sitzen kann.

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Kulturhaus auf Islands Brygge, hier gibt es Veranstaltungen, Konzerte und preiswertes Essen ©SCRITTI

Es gibt zudem auch hier ein Sommerschwimmbad mitten im Fluss/Meer oder einen Elektrobootsverleih. Von hier aus kann man schön am Wasser entlang Richtung City spazieren vorbei an modernen Gebäuden auf der Ostseite mit Blick auf die vielen historischen Bauten am gegenüberliegenden Ufer. Besonders hervorstechen dabei an der Promenade Christians Brygge die Königlich Dänische Bibliothek von 1999, bekannt als Schwarzer Diamant (Black Diamond) und das neue Architektur und Design Center.

Architektur-Highlights am Wasser in Kopenhagen

Nicht nur ist Kopenhagen die lebenswerteste Stadt der Welt. Kopenhagen ist auch die Welthauptstadt der Architektur, zumindest wenn es nach der UNESCO und dem Internationalen Architektenverband (UIA) geht. Sie haben Kopenhagen im Jahr 2023 offiziell zur Welthauptstadt der Architektur ernannt. Die dänische Hauptstadt erhielt diesen Titel von 2023 bis 2025 als zweite Stadt weltweit nach Rio de Janeiro in Anerkennung ihres innovativen und nachhaltigen Stadtdesigns. Unter anderem ist Kopenhagen Vorreiter beim ökologischen Bauen und strebt an, eine der ersten CO2-neutralen Städte der Welt zu werden. Eine Übersicht über die herausragende Architektur von Kopenhagen gibt es auf der Webseite vom Dänischen Architektur Center.

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Das Projekt Paper Island in Kopenhagen besticht durch herausragende Architektur auf einem ehemaligen Hafenareal. ©SCRITTI

Das neuste und spannendste architektonische Highlight am Wasser ist zweifellos das Projekt Paper Island (dänisch: Papirøen) gegenüber des Königlichen Theaters direkt am Wasser. Die ehemalige Industrieinsel Christiansholm im Hafen von Kopenhagen, auf der sich vor wenigen Jahren noch ein Street Food Markt befand, wurde von dem renommierten dänischen Architekturbüro COBE zu einem neuen, lebendigen Stadtviertel umgestaltet, das Wohnen, Kultur, Gastronomie und Erholung direkt am Wasser verbindet. Es gibt hier Wohnungen, Gastronomie, ein Hotel und vor allem ein neues, architektonisch spektakuläres Schwimmbad, entworfen von Kengo Kuma & Associates.

Kopenhagen Paper Island Architektur

Die Basis des Viertels bildet eine große, zusammenhängende Halle, die Raum für Galerien, Veranstaltungen, innovative Gastronomiekonzepte und die berühmte Food Hall bietet.

Die modernen keilförmigen Ziegelgebäude sind weithin sichtbar und machen neugierig auf dieses herausragende Projekt. Im Juli 2026 jedenfalls haben Einheimische und Besucher der Stadt die neuen Möglichkeiten zum Sonnenbaden und Entspannen direkt am Wasser ausgiebig genutzt.

Kopenhagen Hafen Opernhaus
Das moderne Gebäude der Königlichen Oper vom dänischen Architekten Henning Larsen von 2004 liegt gegenüber des Königlichen Theaters (links) am Hafen von Kopenhagen. ©SCRITTI

Meine persönliche Empfehlungen zur Entdeckung von Kopenhagen mit den besonderen Architektur Highlights:
Tag 1: Zu Fuß oder mit Leihfahrrad immer am Wasser entlang über Islands Brygge, Bibliothek, Alte Börse, Schloss Christiansborg und Parlament bis in die Innenstadt und zum Nyhavn
Tag 2: Hafenrundfahrt per Boot mit Kleiner Meerjungfrau, die neue Oper und anschließend Besuch des alternativen Stadtteils Freistadt Christiania.

Sightseeing und Touren in Kopenhagen

Kopenhagen Kanal Sightseeing Boote
Kopenhagen lässt sich hervorragend vom Wasser aus entdecken. Es gibt verschiedene Anbieter für Bootstouren und Kombi-Pakete für Bus- und Bootsfahrten. ©SCRITTI

Zum Kennenlernen der Stadt beim ersten Besuch bieten sich auch in Kopenhagen Fahrten mit den Hop-on-hop-off Bussen an. Hier gibt es verschiedene Anbieter und verschiedene Routen. Das Unternehmen Stromma zum Beispiel bietet Kombipakete mit Bus- und Schiffstour an. Man hat mit dem Ticket 48 Stunden Zeit, um an verschiedenen Tagen die Bustour und die Bootstour zu machen. Das habe ich bei meinem ersten Besuch 2019 gemacht und konnte so einen guten Überblick über die Stadt und die Lage am Wasser erhalten.

Besonders die Sightseeing-Tour per Boot durch diverse Kanäle hat mir sehr gut gefallen. Man sieht Altes und Neues vom Wasser aus, insbesondere die neue Architektur mit Black Diamond, Designforum, Oper, der Müllverbrennungsanlage mit Skipiste am Horizont, den Hafen, ein wenig vom Freistaat Christiania vom Wasser aus, eine kleine idyllische Welt für sich auf der Insel. Natürlich muss auch die unvermeidliche Kleine Meerjungfrau mit dem Boot besucht werden, obwohl die Skulptur sehr unscheinbar ist und dem Besucher auf dem Wasser den Rücken zukehrt.

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Am besten mit dem Rad: Es gibt in Kopenhagen verschiedene Leihradsysteme, die einfach und bequem per Smartphone-App zu bedienen sind. Donkey Republic zum Beispiel ist auch in anderen Städten wie Berlin verfügbar und nutzbar. Die App zeigt an, wo das nächste Fahrrad steht. Per App wird auch das Schloss geöffnet und verriegelt. Je länger man das Fahrrad nutzt, desto günstiger wird es in Relation zum Stundenpreis. ©SCRITTI

Ich war Ende März 2019 zwar nur ein verlängertes Wochenende in Kopenhagen, aber die Atmosphäre in der Stadt ist wirklich toll und aufregend. Da alles recht überschaubar ist, kann man sich gut zu Fuß oder am besten mit einem der zahlreichen Leihräder zum Beispiel von Donkey Republic fortbewegen und sich einfach durch die Gassen und entlang der Kanäle treiben lassen. Das geht ganz einfach, wenn man sich in der entsprechenden App registriert hat. Dort sieht man, wo das nächste Fahrrad steht und kann es mit der App ausleihen und abschließen.

Weitere besondere Highlights in Kopenhagen

Kopenhagen Tivoli Eingang
Direkt gegenüber vom Hauptbahnhof Kopenhagen befindet sich der Eingang zum weltberühmten Vergnügungspark Tivoli. ©SCRITTI

Mitten in Kopenhagen direkt gegenüber des Hauptbahnhofs befindet sich eine weitere Perle Kopenhagens: Das Tivoli, der zweitälteste Vergnügungspark der Welt! Die Tivoli Gardens, im Grunde ein Vergnügungspark und Lustgarten, wurden am 15. August 1843 eröffnet und sind der zweitälteste noch betriebene Vergnügungspark der Welt – nach Dyrehavsbakken im nahegelegenen Klampenborg, ebenfalls in Dänemark. Eigentlich wollte ich im Sommer 2026 auch erstmals das Tivoli besuchen, aber leider kam es nicht dazu. Das werde ich auf jeden Fall nachholen!

Kopenhagen Design Museum Verner Panton
Natürlich findet man im Designmuseum Dänemark in Kopenhagen auch Objekte von Verner Panton, einem der einflussreichsten dänischen Designer und Architekten des 20. Jahrhunderts. ©SCRITTI

Ein weiteres Highlight bei einem Besuch in Kopenhagen ist das Designmuseum Dänemark, in dem am Beispiel hunderter, wenn nicht tausender Designobjekte die Geschichte des skandinavischen designs erzählt wird. Das Museum liegt zentral im historischen Viertel Frederiksstaden, unweit von Schloss Amalienborg und dem berühmten Nyhavn. Es befindet sich in einem historischen Gebäude und verfügt auch über einen großen Garten und ein schönes Café, das auf den Garten führt. Mehr dazu gibt es demnächst hier im Beitrag.

Übernachten in Kopenhagen

Trendviertel: Im Blog von Go Ask A Local gibt es im Beitrag zu Kopenhagen ausführliche Empfehlungen und Tipps, wo man in Kopenhagen am besten unterkommt und was die einzelnen Bezirke zu bieten haben. David Wood ist Autor und Journalist und lebt seit zehn Jahren in Kopenhagen und gibt Insider-Tipps. Da sich 90 Prozent der Hotels in Kopenhagen in nur zwei Stadtteilen befinden (Indre By und Vesterbro), ist die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten begrenzt. David empfiehlt vor allem das trendige Vesterbro westlich des Hauptbahnhofs und das junge und hippe Nørrebro im Norden, um in Kopenhagen abzusteigen und die Nachbarschaft zu erkunden.

Kosten: Kopenhagen und Dänemark im Allgemeinen sind nicht billig, wofür es unterschiedliche Gründe gibt. Wer in Kopenhagen keine bezahlbare Unterkunft findet, kann auch ins benachbarte Malmö auf der schwedischen Seite des Öresunds ausweichen. Beide Städte sind durch die Züge von Öresundståg und die Öresundbrücke miteinander verbunden. Die Züge verkehren tagsüber mindestens alle 15 Minuten. Die Fahrt dauert 40 Minuten, in der Mitte etwa liegt der Flughafen von Kopenhagen. Tickets für die einfache Fahrt kosten 12-15 Euro. Im schwedischen Malmö ist das Preisniveau deutlich niedriger, und Hotels kosten teils nur die Hälfte im Vergleich zu Kopenhagen. Malmö hat durchaus auch seinen besonderen Charme.

Praktisch und gut: Bei meinem ersten Besuch in Kopenhagen 2019 habe ich im Wakeup Bernstorffsgade übernachtet, da sich das Hotel dieser Kette nur etwa zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt Richtung Wasser befindet und für Skandinavien ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Stand Sommer 2026 gibt es Zimmer außerhalb der Saison und zeitig gebucht schon ab etwa 70 Euro. Ein weiterer Ableger der Kette befindet sich nur wenige Straßen weiter nicht weit vom Hauptbahnhof.

Das Konzept der Wakeup Hotels ist zeitgemäß und praktisch und versucht, in der ansonsten sehr teuren Stadt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Die Zimmer sind zwar relativ klein, bieten aber alles, was man für einen Städtetrip so braucht. Sie sind modern und praktisch eingerichtet mit kompakter Nasszelle hinter einer Glasschiebetür. Das große Bett befand sich in meinem Zimmer von Wand zu Wand direkt unterm Fenster, das über die ganze Breite ging. Zwei skandinavische Designstühle, und ein kleiner Schreibtisch ergänzen das Ensemble. Steckdosen gibt es genügend, das Internet ist unkompliziert und schnell. In der Lobby gibt es ein Café mit Drinks und Snacks sowie zahlreiche Sitzmöglichkeiten mit Tischen oder Sesseln.

Klassisch im Wohngebiet: Im Sommer 2026 verbrachte ich in Kopenhagen eine Nacht im schönen Hotel Sct. Thomas an der Grenze zwischen den Stadtteilen Frederiksberg und Vesterbro, da das Hotel gute Bewertungen hatte und nicht ganz so exorbitant teuer war wie so viele andere Hotels in Kopenhagen.

Vom Hauptbahnhof aus waren es etwa 20 Minuten zu laufen oder etwa fünf Minuten mit Uber oder Taxi. Die nächstgelegene Metro-Station ist Frederiksberg Allé an der M3. Das Zimmer war im üblichen skandinavischen Stil modern und schön eingerichtet, wenn auch etwas klein. Da sich das Hotel in einem älteren Stadthaus befindet, ist das aber normal. Der Blick zum ruhigen Hinterhof mit den Nachbarhäusern erinnerte mich an Wohnungen in Berlin. Highlight des Hotels ist sicherlich die Dachterrasse mit Roof Top Bar, die aber bei meinem Besuch wegen schlechten Wetters nicht nutzbar war.

Per Bahn von Deutschland nach Kopenhagen und Malmö

Bei der Reise per Bahn von Deutschland nach Kopenhagen ging es bis 2019 noch über die direkteste Verbindung, die traditionelle Vogelfluglinie: Von Hamburg fuhr alle vier Stunden ein Eurocity nach Puttgarden, dort auf die Fähre nach Roedby und dann weiter direkt bis nach Kopenhagen Hbf. Der gesamte dreiteilige Diesel-Triebzug fuhr dabei auf die Fähre. Die entspannte Überfahrt an Bord des Schiffes dauerte rund 45 Minuten. Das ist nun Geschichte, seit mit dem Bau des 18 Kilometer langen Fehmarnbelttunnels auf dänischer Seite begonnen und die Bahnstrecke auf deutscher Seite bis Puttgarden für einen Neubau stillgelegt wurde.

Hamburg Hbf Halle Züge DSB Talgo
Von Hamburg Hauptbahnhof aus verkehren die neuen Talgo-Züge der dänischen Staatsbahn DSB (im Foto links) mehrmals täglich direkt bis Kopenhagen. ©SCRITTI

Seitdem geht es nach Dänemark von Hamburg aus nur noch auf dem Landweg über Padborg bei Flensburg und über den Großen Belt mit Brücke und Tunnel. Direkte Züge betrieben von Deutscher Bahn (DB) und Dänischer Staatsbahn (DSB) verkehren inzwischen ungefähr alle zwei Stunden zwischen Hamburg und Kopenhagen. Die Reisezeit beträgt etwa viereinhalb bis fünf Stunden, was sich mit Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels und des Neubaus der Strecke auf deutscher Seite irgendwann in ferner Zukunft auf 2,5 Stunden halbieren soll. Zum Einsatz kommen derzeit die neuen roten DSB-Züge vom Typ Talgo, die dem deutschen ICE-L der DB entsprechen und auf deutscher Seite als ECE verkehren. Zweimal am Tag fährt seit Sommer 2026 in der Relation ab Hamburg gegen 13 Uhr und 17 Uhr auch ein Railjet (ComfortJet) der Tschechischen Staatsbahn České dráhy (CD). Diese blauen Züge kommen von Prag über Berlin und schaffen nun neue Direktverbindungen auf dieser Linie, sind aber auch wegen der langen Strecke entsprechend verspätungsanfällig. Sie sind im DB-Fahrplan als RJ gekennzeichnet. Europa-Sparpreise gibt es bei der DB zeitig gebucht teils schon unter 30 Euro.

Eine Alternative zu den staatlichen Bahnen ist der private Schnellzug Snälltåget, ein schwedisches Tochterunternehmen der internationalen Transdev-Gruppe. Tagsüber fährt der Zug täglich ab Hamburg um 9:51 Uhr bis ins schwedische Malmö und hält dabei um 14:55 Uhr nach fünf Stunden Fahrt auch in Kopenhagen-Süd. Dazu kommt noch der schon länger verkehrende Snälltåget Nachtzug, der mehrmals pro Woche zwischen Berlin, Hamburg, Kopenhagen-Süd, Malmö und Stockholm verkehrt und von Hamburg sechs Stunden bis Kopenhagen-Süd benötigt. Die Nachtzüge haben seit Sommer 2026 in Malmö Anschluss an einen weiteren Snälltåget Tageszug von Malmö bis nach Oslo, so dass man von Deutschland aus mit einem Umstieg bis nach Oslo durchfahren kann. Beliebt ist in den Tageszügen der Speisewagen „Krogen“, in dem auch das schwedische Nationalgericht Köttbullar angeboten wird.

Bahn Hamburg Kopenhagen Snälltaget Ringsted
Eine Alternative zu den Zügen von DB und DSB ist der private Snälltåget, der tagsüber zwischen Hamburg, Kopenhagen-Süd und Malmö verkehrt und als Nachtzug zwischen Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Malmö und Stockholm. ©SCRITTI

Auf der Snälltåget-Webseite lassen sich Reisen von Deutschland nach Skandinavien direkt und bequem buchen. Über den DB-Navigator geht das leider nicht. Tickets gibt es auch hier zeitig gebucht bereits unter 30 Euro für den Tages- oder den Nachtzug. Eine Fahrt von Berlin nach Oslo gibt es ab etwa 50 Euro.

Flensburg Hbf DSB Zug Fredricia
Vom Bahnhof in Flensburg verkehrt alle zwei Stunden ein dänischer IC nach Fredericia, wo es dann mit etwas Wartezeit Anschluss nach Kopenhagen gibt. ©SCRITTI

Eine weitere Variante besteht mit mehrmaligem Umstieg und teilweise Regionalzügen, die auch mit dem Deutschlandticket genutzt werden können. Dabei fährt man alle zwei Stunden von Hamburg mit dem RE 7 bis Flensburg. Dort geht es weiter mit einem InterCity (IC) der DSB über Padborg bis Fredericia, wo man nach etwas Wartezeit mit einem weiteren IC bis Kopenhagen fahren kann. Diese Tour dauert allerdings von Hamburg bis Kopenhagen gut 6,5 Stunden. Das Ticket Flensburg – Kopenhagen gibt es ab 28,99 Euro.

Mit der Fähre von Deutschland nach Malmö und Kopenhagen

Eine weitere Möglichkeit, von Deutschland aus bequem und oft auch günstig Kopenhagen zu erreichen, sind Fähren die tagsüber oder nachts zum Beispiel von Travemünde oder Rostock aus nach Schweden bis Trelleborg oder Malmö verkehren. Infos dazu gibt es in einem eigenen Beitrag, sobald ich das einmal ausprobiert habe. Umfangreiche Infos über Reisemöglichkeiten mit Fähren auf diversen Routen inklusive die Möglichkeit zur Ticketbuchung gibt es auf der Webseite von Directferries.

Danke fürs Lesen des Beitrags!

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Autor: scritti

Freier Journalist, Author und Fotograf, Heilbronn / Berlin / London Experte für Mobilität und Klima, Bahn, Bus, Reisen, Architektur

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