Zwischenstopp: Eine knallbunte Hülle für das Barbican Centre

Der Künstler Ibrahim Mahama hat Teile des Barbican Komplexes in London im Rahmen eines Kunstprojektes mit einer gigantischen pinken Stoffhülle verpackt.

Der Barbican Komplex mitten in der City of London ist gemeinhin nicht für seine farbenfrohen Gebäude bekannt, wie man hier im Beitrag zur Geschichte der Anlage nachlesen kann. Die alles beherrschende Farbe des berühmten Häuserensembles im Baustil des Brutalismus ist Betongrau, stellenweise untermalt mit viel natürlichem Grün. Das hat sich im April 2024 für ein paar Monate radikal geändert: In der Mitte der Anlage mit dem Barbican Kulturzentrum und der Lakeside Terrasse mit den Wasserspielen dominiert nun ein kräftiges Lilapink. Das Gebäude des Barbican Centre ist weitgehend in eine überdimensionale, maßgeschneiderte Stoffhülle verpackt.

„Purple Hibiscus“ heißt die Installation des Künstlers Ibrahim Mahama, die im Frühjahr/Sommer 2024 das Barbican Centre in London verhüllt. ©SCRITTI

Man denkt dabei natürlich sofort an das berühmte Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude, die mit der spektakulären Verpackung berühmter Gebäude wie dem Berliner Reichstag berühmt geworden sind. Die aktuelle Installation in London namens „Purple Hibiscus“ ist jedoch mehr wie ein luftiges, grell leuchtendes Gewand für das ansonsten betongraue, brutalistische Gebäude. Sie stammt von dem afrikanischen Konzept- und Objekt-Künstler Ibrahim Mahama aus Ghana. 

„Zwischenstopp: Eine knallbunte Hülle für das Barbican Centre“ weiterlesen

Vertikales London: Stadt im Höhenrausch mit neuen Perspektiven

In London werden weiterhin unzählige Wolkenkratzer gebaut. In einigen der höchsten Gebäude gibt es an der Spitze nun kostenlose Aussichtsplattformen mit spektakulären Ausblicken.

For an English translation use the Google Translator Button in the menu on the right (Website) or on the bottom (mobile device).

An unterschiedlichen Stellen in diesem Blog habe ich ja bereits über den Bauwahn in London berichtet, der insbesondere mit unzähligen Hochhäusern das Bild der Stadt dauerhaft verändert. Vor allem der Stadtteil Canary Wharf ist inzwischen kaum mehr wiederzuerkennen, wie ich schon 2022 in diesem Beitrag beschrieben habe. Wenn man sehen will, wie die Zukunft von Metropolen aussehen wird, dann lohnt sich auch in diesem Fall ein Besuch in London, wo der Kapitalismus in seltener Rücksichtslosigkeit weiterhin das Baugeschehen bestimmt.

Ein Wolkenkratzer nach dem anderen wächst in der City of London empor, hier der Stand im April 2024. Das beliebte und ästhetisch noch ansprechende Hochhaus „The Gherkin“ ist inzwischen kaum mehr zu sehen. ©SCRITTI

Der einzige Vorteil des Bauwahns für Touristen und Einheimische: Inzwischen ist es bei fast allen Hochhausplänen gängige Praxis, dass die Investoren gezwungen werden, in den oberen Etagen Aussichtsplattformen einzurichten, die der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht werden müssen – und damit ganz neue Perspektiven auf die schönste Stadt der Welt eröffnen. Herausragend ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes Horizon 22, aktuell Londons und Europas höchste kostenlose Aussichtsplattform im zweithöchsten Gebäude der Stadt (das höchste ist weiterhin The Shard) in der Nähe der Liverpool Street Station. Weniger als zwei Jahre nach der Eröffnung konnten im Juli 2025 bereits eine Million Besucher in Horizon 22 begrüßt werden.

London City Horizon 22 Skyscraper Building Outside
Die kostenlose Aussichtsplattform Horizon 22 ganz oben im zweithöchsten Gebäude der Stadt 22 Bishopsgate überragt derzeit (noch) alles. ©SCRITTI

Ob das noch lange so bleibt, ist fraglich. Derzeit kursieren Pläne für den Bau des mit 305 Metern Höhe und 73 Stockwerken höchsten Wolkenkratzers in London. Dieser soll nach den geänderten Plänen sogar noch das beliebte Wahrzeichen The Shard um ein paar Zentimeter überragen und im elften Stock einen öffentlichen Garten erhalten sowie eine kostenlose Aussichtsplattform an der Spitze des Gebäudes. Das Gelände von One Undershaft befindet sich mitten im Hochhausghetto der City of London, wo sich die Wolkenkratzer inzwischen zu stapeln scheinen und sich gegenseitig die Sicht nehmen. Mehr Hintergrund zu den Plänen für One Undershaft gibt es im Blog von Ian Visits.

„Vertikales London: Stadt im Höhenrausch mit neuen Perspektiven“ weiterlesen

Bekonscot Model Village: Zeitreise in ein ideales England der 1930er Jahre in Miniatur

Zurück in die gute alte Zeit: Vor den Toren Londons verzaubert in Beaconsfield die älteste Miniaturwelt Großbritanniens die Besucher mit Art Deco Gebäuden und historischen Eisenbahnen.

Wo: Beaconsfield, Buckinghamshire
Anreise: Mit Chiltern Railways mehrmals pro Stunde von London Marylebone bis Beaconsfield (ca. 25-35 Minuten Fahrt), Oyster Card gilt nicht!
Besonderheit: Großbritanniens älteste Open Air Miniaturwelt im Stil der 1930er Jahre im Maßstab 1:12 bzw. 1:32
Öffnungszeiten: Von Februar bis November täglich 10-17:30 Uhr, Ticketpreise aktuell Erwachsene £14, Familien ab £28

For an english translation use the Google Translator Button in the menu on the right.

Knapp 40 Kilometer vom Zentrum Londons entfernt findet sich auf dem Weg nach Oxford und Birmingham in Beaconsfield in Buckinghamshire ein ganz besonderes historisches Kleinod: Die älteste Miniaturwelt Großbritanniens! Bereits 1929 wurde Bekonscot Model Village & Railway zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und bezeichnet sich daher sogar als das „älteste originale Modelldorf der Welt“. Auf einer Fläche von rund 1,5 Hektar findet sich heute eine wunderbare Miniaturwelt aus gepflegten, grünen Gärten, fein detaillierten Modellgebäuden (meist im Maßstab 1:12) und historischen Modellbahnen der Spur 1 (im Maßstab 1:32), die zwischen Koniferen, Felsen und Teichen ihre Runden durch ein Großbritannien zur Zeit der 1930er Jahre drehen. Besonderes Highlight sind einige herausragende, typische Gebäude im Art Deco Stil, die das Lebensgefühl der Zeit widerspiegeln. In Großbritannien ist Bekonscot so bekannt, dass es im TV sogar schon als Krimi-Kulisse mit einem Mordfall inmitten der Miniaturwelt diente. Und auch der Ort Beaconsfield selbst dient immer wieder als Kulisse für die Ermittlungen von Inspektor Barnaby in der TV-Serie Midsomer Murders.

Ähnlichkeiten beabsichtigt: Das berühmte Hoover Building im Art Deco Stil im Westen Londons taucht in der „New Town“ von Bekonscot als Hoovolux Fabrik wieder auf. ©SCRITTI

Beaconsfield ist bequem mit den Zügen von Chiltern Railways vom Bahnhof London Marylebone aus in rund 30 Minuten erreichbar. Ein Fußweg von etwa zehn Minuten führt einen vom Bahnhof in das beschauliche Örtchen und zur Miniaturwelt, die etwas unscheinbar im Wohngebiet hinter Privathäusern versteckt liegt. Dies ist nicht verwunderlich, entstand die Modellwelt doch in den 1920er Jahren im Garten des wohlhabenden Londoner Buchhalters Roland Callingham in Zusammenarbeit mit seinem Gärtner W. A. Berry.

Alles, was England ausmacht, meist im Maßstab 1:12: Bekonscot Model Village in Beaconsfield nordwestlich von London. ©SCRITTI

Callingham hatte das Gelände gekauft, um ursprünglich mal einen Teich und Tennisplätze für die Belustigung seiner Kollegen aus der Londoner High Society anzulegen. Doch es kam schließlich alles anders als gedacht.

„Bekonscot Model Village: Zeitreise in ein ideales England der 1930er Jahre in Miniatur“ weiterlesen

London Spezial: Die Zukunft von Metropolis im Modell

Im London Centre informieren großformatige Architekturmodelle über die künftige Entwicklung der Metropole.

For an English translation use the Google Translator Button in the menu on the right (Website) or on the bottom (mobile device).

Wo: NLA The London Centre, City of London, 3 Aldermanbury bei der Guildhall
Anreise: U-Bahn St. Paul’s oder Bank, Bus
Besonderheit: Verschiedene Modelle der Großstadt London in unterschiedlichen Maßstäben zur künftigen Stadtentwicklung und Architektur
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11-17 Uhr, Eintritt frei

Wer sich für die Geschichte von London, aber vor allem auch für die Zukunft dieser Mega City interessiert, dem empfehle ich einen Besuch des London Centre nicht weit von der St. Paul’s Cathedral bei der Guildhall. Der Eingang zu dem von der unabhängigen Vereinigung New London Architecture (NLA) 2005 gegründeten Forum befindet sich außerhalb des großen Platzes auf der westlichen Seite. Dort gibt es in einem großen Raum drei gigantische Stadtmodelle, die in unterschiedlichem Maßstab die Entwicklung von London in der Vergangenheit und vor allem in der Zukunft zeigen. Der Fokus liegt hier vor allem auf der Weiterentwicklung der Stadt in den kommenden Jahren und wie diese Entwicklung nachhaltig gestaltet werden kann. Selbstverständlich sollen diese Themen in dem Forum auch hinterfragt und diskutiert werden.

Erst im New London Modell wird die gigantische Größe von Greater London wirklich deutlich. Und die Stadt wächst weiter. ©SCRITTI

Das flächenmäßig größte Modell, das New London Model, zeigt im Maßstab 1:2.000 auf 12,5 Meter Länge fast die gesamte Fläche von Greater London und in welchen Zonen von den Royal Docks im Osten bis zur White City im Westen in Zukunft weitere Entwicklungen geplant sind. Das Modell deckt eine Fläche von rund 200 Quadratkilometern mit 240.000 Gebäuden ab – gigantische Dimensionen für eine europäische Großstadt. Wer sich für Architektur interessiert, aber auch für die künftige Entwicklung unserer Großstädte in Zeiten des Klimawandels, erhält im London Centre einen spannenden Einblick in die Herausforderungen der Zukunft. Denn auch in London geht es wie in vielen anderen Großstädten ja nicht nur darum, möglichst rasch neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es muss ja zugleich auch die gesamte neue Infrastruktur an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst und die notwendige Energie- und Mobilitätswende gestaltet werden. Nachhaltigkeit steht daher im Fokus der künftigen Stadtentwicklung.

„London Spezial: Die Zukunft von Metropolis im Modell“ weiterlesen

Die schönsten Bahnen: Barmouth Viadukt erstrahlt in neuem Glanz

Seit Dezember 2023 rollen nach intensiver Renovierung wieder Züge über das grandiose Eisenbahn Viadukt von Barmouth in Wales und locken wieder Touristen in die traumhafte Landschaft.

Vor ein paar Jahren habe ich in diesem Blog einen Beitrag über das legendäre Bahnviadukt von Barmouth im Nordwesten von Wales veröffentlicht, auf das ich bei einer kleinen Rundreise im Juni 2011 überraschend gestoßen bin. Als alter Eisenbahn Enthusiast war ich sofort von dem historischen Bauwerk begeistert, zumal es in einer grandiosen Landschaft zwischen Meer und grünen Küstenbergen liegt – ein echter Traum für jeden Bahnreisenden und Modellbahner. Auch sonst ist die Gegend um Barmouth, wo der Fluss River Mawddach ins Meer mündet, ein absoluter Traum und unbedingt eine Reise wert. Die 820 Meter lange, denkmalgeschützte Barmouth Bridge ist eine der ältesten Eisenbahnbrücken Großbritanniens und wurde am 10. Oktober 1867 offiziell eröffnet. Da sie überwiegend aus Holz besteht, hat der Zahn der Zeit im rauen Seeklima an der Konstruktion sichtlich genagt, so dass nun eine umfangreiche Renovierung nötig war. Diese wurde im Dezember 2023 nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen.

Ein Zug fährt über die wiedereröffnete Barmouth Bridge in Wales im Dezember 2023. ©NetworkRail

Am 8. Dezember 2023 feierte der Infrastrukturbetreiber Network Rail daher zusammen mit den Beteiligten nicht ohne Stolz den Abschluss der Renovierungsarbeiten des ikonischen Bauwerks, das sich an der Cambrian Line fast einen Kilometer weit über das Flussdelta erstreckt und in der Eisenbahnwelt seinesgleichen sucht. Bei Ebbe führen Bahnlinie und Viadukt über weite, kilometerlange Sandstrände, die man unbedingt gesehen haben sollte.

„Die schönsten Bahnen: Barmouth Viadukt erstrahlt in neuem Glanz“ weiterlesen

By the Sea: 13 Impressionen – Coney Island, 9. November 2007

Ein Besuch der Halbinsel Coney Island im Süden von New York City ist zugleich eine Zeitreise in die Geschichte der USA. Die Zeit scheint stehen geblieben, und alles erinnerte 2007 noch an Kinofilme aus den 1970er Jahren.

Unsere vierte USA-Reise führte uns 2007 von Las Vegas über New Mexico und von dort mit dem Zug quer von West nach Ost über Chicago und Washington bis nach New York City. Dies war unser erster Besuch in dieser glorreichen Metropole, und wir wohnten aus Kostengründen im Süden von Brooklyn. Den letzten Tag unserer Reise am 9. November 2007 verbrachten wir in Coney Island. Dieser Stadtteil ist legendär und gehört zu New York City wie Manhattan oder Brooklyn. Die Halbinsel im Süden von Brooklyn ist vor allem bekannt für ihre großen Vergnügungsparks und die endlose Strandpromenade entlang der Atlantikküste.

New York City, Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Es handelt sich bei Coney Island (auf englisch „Kanincheninsel“) nicht um eine wirkliche Insel, sondern es ist im Grunde die Verlängerung des Stadtbezirks Brooklyn im Süden bis an die Atlantikküste. Daher ist das Gebiet auch großstädtisch geprägt unter anderem mit Hochhaussiedlungen russischer Einwanderer, die im Osten der Halbinsel bis an die Strandpromenade heranreichen. Eine spannende und interessante Mischung und zugleich auch eine unvergessliche Zeitreise, selbst an einem trüben Novembertag.

„By the Sea: 13 Impressionen – Coney Island, 9. November 2007“ weiterlesen

Architekturerlebnis: Ein „Theater“ für Tiere mitten in Berlin

Das Tieranatomische Theater der Berliner Humboldt Universität von 1790 fasziniert noch heute durch eine grandiose Architektur.

Wo: Berlin Mitte, Friedrich-Wilhelm-Stadt
Anreise: Tram Invalidenpark oder U-Bahnhof Oranienburger Tor
Architekt:  Carl Gotthard Langhans
Besonderheit: Ältestes noch erhaltenes akademisches Lehrgebäude Berlins.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14-18 Uhr (außer feiertags), Eintritt frei

Vor einiger Zeit war ich mal wieder auf dem ausgedehnten Gelände der Charité, eine der größten Universitätskliniken in Europa, in Berlin Mitte unterwegs. Es gibt dort mitten im Zentrum der Hauptstadt eine kleine, abgeschiedene Welt für sich mit Gebäuden aus unterschiedlichsten Epochen in einer parkähnlichen Landschaft. Es fließt mit der Südpanke sogar ein kleiner Bach mitten hindurch, um dessen Ufer sich kleine Backsteingebäude gruppieren. Das Ensemble gaukelt einem vor, dass man sich in irgendeinem beschaulichen Dorf in Brandenburg befindet. Die meisten dieser Gebäude im Schatten des großen Charité-Hochhauses aus DDR-Zeiten gehören heute zur Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und beherbergen verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen des dortigen Campus.

Auf dem Gelände der Berliner Charité verbirgt sich ein besonderes „Theater“. ©SCRITTI

Wenn man so das Gelände erkundet, steht man unerwartet vor einem niedrigen, klassizistischen Gebäude, das mit Säulen neben den Eingängen und einer Kuppel im Zentrum sehr an einen Tempel erinnert. Auf einem Schild steht deutlich zu lesen „Tieranatomisches Theater“. Ein Theater auf dem Gelände eines Uni-Klinikums? Treten hier etwa Tiere auf? Wenn man durch den offiziellen Eingang hineingeht, landet man an einem Tresen mit Info-Material zum Gebäude und seiner über 200-jährigen Geschichte. Geschwungene Treppen führen nach oben in den ersten Stock, wo sich der Zugang zum eigentlichen „Theater“ befindet.

„Architekturerlebnis: Ein „Theater“ für Tiere mitten in Berlin“ weiterlesen

Berlins coolstes Museum: Gib mir ein B!

Das Buchstabenmuseum in Berlin bietet eine riesige Sammlung mit Neonschriften, Buchstaben und Leuchtobjekten ehemaliger Geschäfte.

In Berlin gibt es ein kleines, wunderbares Museum, versteckt in einem Backsteingewölbe im modernistischen Hansaviertel aus den 1950er Jahren. In den sogenannten S-Bahn-Bögen unter der Berliner Stadtbahn hat das Buchstabenmuseum nach zahlreichen Ortswechseln nun nicht weit vom S-Bahnhof Bellevue ein (hoffentlich dauerhaftes) Zuhause gefunden.

Eingang des Buchstabenmuseum in den S-Bahnbögen im Berliner Hansaviertel ©SCRITTI

Seit vielen Jahren schon sammelt das Buchstabenmuseum ganz banal Buchstaben, die die Moderne geprägt und in erster Linie in der Konsumkultur eine wichtige Rolle gespielt haben. Hauptsächlich sind es beleuchtete Neonschriften, die so typisch für die bundes- wie auch die ostdeutschen Innenstädte waren. Das Buchstabenmuseum leistet mit seiner Sammlung einen wichtigen Beitrag, um deutsche Design- und Kulturgeschichte und damit verbundene ikonische Schriftzüge für die Nachwelt zu bewahren. Im Laufe der Jahre kam so einiges zusammen, und die Notwendigkeit eines großen Lagers für die inzwischen über 2.000 Objekte wurde immer dringlicher. Und so finden sich nun in den Archiven des Museums eben auch die typischen Schriftzüge deutscher Warenhäuser, die aktuell in einer besonderen Ausstellung zu sehen sind. 

„Berlins coolstes Museum: Gib mir ein B!“ weiterlesen

Grüne Oasen: BUGA Mannheim mit Parklandschaft und Zukunftslabor

Die BUGA 2023 in Mannheim verbindet klassische Gartenbaukunst mit Experimenten zur Zukunft der Städte in Zeiten des Klimawandels.

UPDATE: Am 8. Oktober 2023 endete die BUGA 2023 in Mannheim und hat mit 2,2 Millionen gezählten Eintritten ihr gesetztes Ziel übertroffen. Wie es mit beiden Geländen weitergeht, was überleben soll und was nicht, wird in einem Beitrag des SWR erläutert. Vor allem der Luisenpark wird in der jetzigen Form als Freizeitoase erhalten bleiben.

Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte findet im Jahr 2023 die Bundesgartenschau (BUGA) in Mannheim statt. Und zum zweiten Mal spielt bei der Gestaltung der weitläufige Luisenpark eine zentrale Rolle. Bislang scheint das Konzept aufzugehen. Zur Halbzeit der BUGA Mannheim 2023 hat die Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG) eine Zwischenauswertung ihrer Besucherbefragung bekanntgegeben. Über eine Million Besucher*innen, zehn bunte Blumenhallenschauen, fast 81.000 verkaufte Dauerkarten, 2.944 Veranstaltungen und 330.000 gepflanzte Blumen – das waren die ersten 89 Tage der Mannheimer Bundesgartenschau, wie man hier im Detail nachlesen kann. Fast die Hälfte (49%) kam mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die BUGA kann noch bis zum 8. Oktober 2023 täglich besucht werden. Die Eingänge sind teils bis 20:30 Uhr geöffnet, die Kassen schließen um 19 Uhr.

Am Eingang zum Luisenpark begrüßen die Besucher*innen üppige Staudenbeete. Der Mannheimer Fernsehturm überragt das Gelände, das zu seinen Füßen liegt. ©SCRITTI

Wie bereits bei der ersten Bundesgartenschau im Jahre 1975 besteht auch die BUGA 2023 aus zwei Bereichen, die mit einem innovativen Verkehrsmittel – dieses Mal eine neugebaute Seilbahn über den Neckar – miteinander verbunden sind. Im Osten von Mannheim liegt der klassische Luisenpark in der Nähe des Fernsehturms südlich des Neckars. Nördlich davon befindet sich das Spinelli Gelände, eine großflächige Hinterlassenschaft der US Armee, auf dem sich noch zahlreiche frühere Militärgebäude befinden und die man nun versucht, in ein für die Großstadt nutzbares Gelände zu konvertieren. Entsprechend groß sind die Kontraste, die die Besucher*innen bei der BUGA 2023 erwarten.

„Grüne Oasen: BUGA Mannheim mit Parklandschaft und Zukunftslabor“ weiterlesen

Daytrips von London: Salisbury, Stonehenge und Alternativen

Das berühmte Steinmonument von Stonehenge und das benachbarte Städtchen Salisbury mit beeindruckender Kathedrale sind von London aus bequem per Bahn in einem Tagesausflug erreichbar. Doch es gibt noch bessere Alternativen, wie etwa der prähistorische Steinkreis von Avebury, der frei zugänglich und weit weniger touristisch ist.

For an English translation use the Google Translator Button in the menu on the right (Website) or on the bottom (mobile device).

UPDATE 2026: Die Organisation London Walks bietet auch 2026 bis Oktober etwa einmal im Monat geführte Tagesausflüge nach Bath und Avebury mit Guide Simon an. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der prähistorische Steinkreis von Avebury die bessere Alternative zum kommerziellen Stonehenge ist und Kenner dieses Ziel bevorzugen! Der Ausflug startet per Bahn im Bahnhof London Paddington und führt vor Ort in einem gecharterten Tourbus von Bath zum imposanten Steinkreis von Avebury. Frühzeitige Anmeldung wird empfohlen. Weitere Tagesausflüge mit London Walks führen regelmäßig in die Cotswolds, nach Cambridge und Oxford.

Für viele Touristen, die etwas mehr Zeit in London verbringen und die etwas Besonderes jenseits des Trubels der Großstadt erleben wollen, lohnt sich ein Tagesausflug zu Zielen außerhalb von London. Ganz oben auf dieser Liste stehen die historischen Städte Oxford, Cambridge oder auch das berühmte Steinmonument von Stonehenge, das vor allem zur jährlichen Sommersonnenwende am 21. Juni die Besucher in Scharen anzieht (auf englisch Solstice) und zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Zu vielen solcher touristischen Ziele werden von London aus von verschiedenen Veranstaltern Tagestouren mit Bussen angeboten. Da es jedoch von London aus in alle Richtungen sehr gute Bahnverbindungen gibt, kann man auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen.

Die berühmten Steine von Stonehenge stehen ganz oben auf der Liste mit Tagesausflügen von London. ©SCRITTI

Viele interessante Ziele sind in weniger als zwei Stunden per Bahn direkt erreichbar, etwa die Städte: Bath Spa (1:20 Std), Brighton (58 Min), Birmingham (1:30 Std), Bristol (1:35 Std), Cambridge (50 Min), Eastbourne (1:25 Std), Oxford (55 Min), Peterborough (50 Min) oder eben auch Salisbury (1:25 Std) im Südwesten nicht weit entfernt von Stonehenge. Vom Bahnhof Salisbury kann man per Bus oder Taxi weiter ins rund 16 Kilometer entfernte Stonehenge fahren. Die Stadt Salisbury mit der beeindruckenden Kathedrale und dem historischen Marktplatz ist aber auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Eine Alternative zu Stonehenge bildet der Steinkreis von Avebury.

„Daytrips von London: Salisbury, Stonehenge und Alternativen“ weiterlesen