By the Sea: 13 Impressionen – Coney Island, 9. November 2007

Ein Besuch der Halbinsel Coney Island im Süden von New York City ist zugleich eine Zeitreise in die Geschichte der USA. Die Zeit scheint stehen geblieben, und alles erinnerte 2007 noch an Kinofilme aus den 1970er Jahren.

Unsere vierte USA-Reise führte uns 2007 von Las Vegas über New Mexico und von dort mit dem Zug quer von West nach Ost über Chicago und Washington bis nach New York City. Dies war unser erster Besuch in dieser glorreichen Metropole, und wir wohnten aus Kostengründen im Süden von Brooklyn. Den letzten Tag unserer Reise am 9. November 2007 verbrachten wir in Coney Island. Dieser Stadtteil ist legendär und gehört zu New York City wie Manhattan oder Brooklyn. Die Halbinsel im Süden von Brooklyn ist vor allem bekannt für ihre großen Vergnügungsparks und die endlose Strandpromenade entlang der Atlantikküste.

New York City, Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Es handelt sich bei Coney Island (auf englisch „Kanincheninsel“) nicht um eine wirkliche Insel, sondern es ist im Grunde die Verlängerung des Stadtbezirks Brooklyn im Süden bis an die Atlantikküste. Daher ist das Gebiet auch großstädtisch geprägt unter anderem mit Hochhaussiedlungen russischer Einwanderer, die im Osten der Halbinsel bis an die Strandpromenade heranreichen. Eine spannende und interessante Mischung und zugleich auch eine unvergessliche Zeitreise, selbst an einem trüben Novembertag.

Im Hintergrund die U-Bahn Station Coney Island-Stillwell Av. ©SCRITTI

Laut Wikipedia nimmt der gleichnamige 3,7 Quadratkilometer große Stadtteil Coney Island auf der Halbinsel den Abschnitt zwischen dem östlich gelegenen Ocean Parkway, der die Grenze zu Brighton Beach darstellt, und der West 37th Street als Abgrenzung zu Sea Gate ein. Die nördliche Grenze bildet der Belt Parkway. Im Jahr 2020 hatte das Viertel rund 45.000 Einwohner.

U-Bahn Viadukt in Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Coney Island ist einer jener mystischen Orte von New York, bei denen man sofort an einen Krimi aus den 1970er Jahren denkt, an Straßenkreuzer, U-Bahnen und Verfolgungsjagden durch Häuserschluchten. Tatsächlich sah es 2007 in Coney Island aus, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Jüdisches Leben in Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI
U-Bahn Viadukt in Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Wir hatten das Gefühl, uns in einem jener Filme aus den 1970er Jahren zu bewegen. Zumal auch quer durch Coney Island wie in Manhatten eine aufgeständerte U-Bahn führt, über die die typischen New Yorker U-Bahn-Züge rattern.

New York City, Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Was uns eher überrascht hat, das waren die riesigen Apartmentblöcke aus unterschiedlichen Epochen entlang der Promenade. Hier lebten vor allem russische Einwanderer. Das Viertel ist aber auch stark geprägt von jüdischem Leben.

New York City, Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Die Stadt New York war hier sprichwörtlich bis an den Strand gewachsen. Besonders einladend wirkte das nicht gerade, man fühlte sich eher wie in den Seitenstraßen von Manhatten.

New York City, Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Vor allem die Vergnügungsparks prägen auch heute noch die Skyline von Coney Island. Zwischen 1880 und dem Zweiten Weltkrieg war Coney Island die größte Amüsiermeile der Vereinigten Statten. Jährlich kamen Millionen von Besuchern. Zu den größten Parks, die kurz nach 1900 eröffneten, gehörten Dreamland und Luna Park.

Das Original: Nathan’s Famous, Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Coney Island ist voll von amerikanischer Geschichte. Neben den historischen Vergnügungsparks stößt man auch auf legendäre Einrichtungen wie Nathan’s Famous. Die vor allem auf Hot Dogs spezialisierte Restaurantkette begann 1916 mit einem Verkaufsstand in Coney Island und ist nach dem Mitbegründer Nathan Handwerker (1892–1974) benannt. Nathan’s Famous wurde die größte Hot-Dog-Kette in New York City und verbreitete sich schließlich im ganzen Land. Mittlerweile ist sie auch im Ausland, etwa in Kanada zu finden.

New York City, Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

An diesem grauen Tag im November 2007 lag über allem ein Gefühl von Einsamkeit und Schwermütigkeit, was die weite, fast menschenleere Promenade und der leere Strand noch verstärkten.

Historische Vergnügungsparks im Westen von Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Auch die Vergnügungsparks und ihre Riesenräder wirkten leblos und schienen für immer verstummt.

Astroland Park, Coney Island, 9. November 2007 ©SCRITTI

Der Astroland Park wurde knapp ein Jahr nach unserem Besuch im September 2008 geschlossen. Die ursprüngliche Idee für Astroland war bei der Eröffnung 1962 ein Themenpark, der sich dem damals populären „Space-Age“ widmete. Unter anderem konnte man hier auch einen Trip zum Mond unternehmen. Doch auch dieses goldene Zeitalter ist längst Geschichte.

Danke fürs Lesen des Beitrags!

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Autor: scritti

Freier Journalist und Fotograf, Südwestdeutschland Fachmann für Verkehr, Bahn, Bus, Reisen

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