Buchtipp: London-Expertin Annette Dittert forscht nach der Seele Großbritanniens

Annette Dittert, Deutschlands beliebteste Berichterstatterin aus London und Großbritannien, hat ein neues Buch veröffentlicht, das tiefe Einblicke in die Seele der Briten gewährt. Auf einer Lesetour durch Deutschland stellt die ehemalige Auslandskorrespondentin der ARD dem Publikum nun ihr neues Buch mit dem Titel Dear Britain vor. In Berlin fand zusammen mit Tagesthemen Moderator Ingo Zamperoni die Premiere der Lesereise statt.

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Deutschlands beliebteste Berichterstatterin aus London und Großbritannien hat Anfang Mai 2026 ein neues Buch veröffentlicht, das tiefe Einblicke in die Seele der Briten gewährt. Auf einer Lesetour durch Deutschland stellt Annette Dittert, ehemalige preisgekrönte Auslandskorrespondentin der ARD, dem Publikum nun ihr neues Buch Dear Britain vor. Am Mittwoch, den 13. Mai 2026 fand im historischen Delphi Filmpalast in Berlin die Premiere der Tour von Annette Dittert mit Lesungen aus ihrem neuen Buch Dear Britain– Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens statt. Vor ausverkauftem Haus mit über 670 Plätzen in der Nachbarschaft des Bahnhofs Zoo präsentierte Ingo Zamperoni, beliebter Moderator der ARD Tagesthemen, Annette Dittert und ihr neues Buch und führte in gewohnt charmanter Art durch einen äußerst kurzweiligen Abend.

Annette Dittert Ingo Zamperoni Buch Dear Britain Lesung Berlin
Der Moderator der ARD Tagesthemen Ingo Zamperoni moderierte die erste Lesung von Annette Dittert in Berlin im ausverkauften Delphi Filmpalast. ©SCRITTI

Annette Dittert zeigte sich sichtlich gerührt von den zahlreichen Fans und der großen Nachfrage nach ihrem neuen Buch. Sie machte zu Beginn des Abends deutlich, dass sie nicht erwartet hatte, dass so viele Menschen zu der Veranstaltung kommen würden. Sogar der britische Botschafter in Berlin war gekommen, um den Erzählungen der früheren ARD Auslandskorrespondentin, die von 2008 bis Ende 2025 bei allen wichtigen Ereignissen aus London berichtet hatte, zu lauschen. Mit ihrer fundierten und pointierten Berichterstattung, ihrer coolen Art, ihren farbenfrohen Outfits und ihrer aufrichtigen Liebe zu London und Großbritannien hat Annette Dittert nicht nur in Deutschland die Herzen der Fernsehzuschauer und Anglophilen erobert. Sie kann sich inzwischen auf ihrem Instagram-Kanal über 133.000 Follower freuen. Dort berichtet sie weiterhin in der Regel donnerstags in kurzen Videos mit viel Enthusiasmus aus ihrem Leben in London und über die aktuellen Ereignisse in Großbritannien. Nun ist sie bis Anfang Juli 2026 auf Lesetour durch viele deutsche Städte unterwegs. Auch Termine für Lesungen in London sind bereits in Planung, nachdem viele in London lebende Deutsche danach gefragt haben. Was bietet also das neue Buch von Annette Dittert im Detail?

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April-Tipps: Farbenrausch drinnen und draußen, kleine und große Züge, sowie ein ehrwürdiger Geburtstag

Der Frühling ist da, es grünt und blüht schon allerorten. Die besten Kirschblüten findet man meist in Greenwich oder Berlin. Doch auch Hamburg lockt mit allerlei bunten Sachen, und eine Legende der Pop-Musik feiert Geburtstag.

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Die Umstellung auf die Sommerzeit liegt hinter uns, und auch wenn manche Tage noch etwas unterkühlt sind, ist klar: Der Frühling ist da und nicht mehr aufzuhalten! Im vergangenen Jahr musste ich zweimal nach London reisen, um die Kirschblüte 🌸 im Greenwich Park endlich einmal in voller Pracht zu erleben. Am 10. April 2025 war es dann soweit. Obwohl der Greenwich Park mittlerweile ein beliebter Treffpunkt für Influencer aus aller Welt ist, war es trotzdem ein tolles Erlebnis. Wer um diese Jahreszeit in London ist, sollte unbedingt vorbeischauen! Die Kirschblütenallee findet man in der südwestlichen Ecke des Greenwich Parks auf dem Hügel in der Nähe des Ranger’s House. Da die Stelle Wind und Wetter ausgesetzt ist, blühen die Kirschblüten dort deutlich später als an anderen Stellen der Stadt. Kirschblüten gibt es in London in vielen Parks, so auch im Regent’s Park oder in Kew Gardens. Eine Übersicht mit Orten voller Kirschblüten in London gibt es bei Simone im Blog Totally London.

London Greenwich Park Kirschblüten Allee 2025
Beliebt bei Influencern in aller Welt: Ein Tunnel aus Kirschblüten im Greenwich Park Anfang April 2025. ©SCRITTI

Da der Winter in Deutschland doch recht kalt und lange war, stehen die Chancen gut, vor allem in nördlicheren Gefilden auch im April noch auf Kirschblüten zu treffen. Wo man zum Beispiel in Berlin die besten Orte für Kirschblüten findet, steht hier im Beitrag.

Blick hinter die Kulissen von Bahn und Bus in London

London Transport Museum Acton Depot
Historische Busse und Bahnen gibt es in London im Museums Depot in Acton zu entdecken. ©SCRITTI

Ein besonderes Highlight in London jedes Jahr im April sind die ersten Depot Open Days des London Transport Museum im riesigen Depot in Acton im Westen der Stadt. Dieses ist in der Regel nur dreimal im Jahr für Besucher geöffnet, da dort über das Jahr auch ganz normal an der historischen Sammlung von Bussen, Bahnen und Gerätschaften gearbeitet wird. Der nächste Termin zum Besuch des Museum Depots ist von Donnerstag 9. April bis Sonntag 12. April 2026. Das übergeordnete Motto lautet „Icons of London“, da 2026 ein Jahr der Meilensteine im Londoner Verkehrsgeschehen ist. Was es im Museums Depot alles Spannendes zu entdecken gibt, steht hier im Beitrag.

Mit dem Panik-Express durch Hamburg

Miniatur Wunderland Panik-Express Start Udo Lindenberg
Udo Lindenberg persönlich gab das Startsignal für den Panik-Express im Miniatur Wunderland. ©MiWuLa

Keine Panik Leute, der Sonderzug nach Pankow ist in Hamburg angekommen! Der in Hamburg lebende Rockstar Udo Lindenberg feiert dieses Jahr 80 Lebensjahre, und das Miniatur Wunderland in Hamburg wird 25 – da musste das Team vom MiWuLa einfach was zusammen gestalten! 80 Jahre Udo, 8 Jahrzehnte bewegtes Leben, 8 Waggons, die diese Reise widerspiegeln. In einem aktuellen Video im Youtube-Kanal vom MiWuLa wird erzählt, wie die Modellbauer dieses geniale Projekt verwirklicht haben und wie Udo Lindenberg höchstpersönlich den einzigartigen Panik-Express auf die Reise schickt. Dieser dreht nun im Deutschland-Abschnitt des Miniatur Wunderlands fröhlich seine Runden. Daher…keine Panik! Mehr über die phantastischen Welten im Miniatur Wunderland gibt es hier im Beitrag.

Und wenn man gerade in Hamburg ist, sollte man unbedingt noch ein weiteres einzigartiges Highlight mitnehmen!

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Kulturtipp: Der Film The Clock – Minute um Minute, 24 Stunden lang

„The Clock“ ist ein faszinierendes cineastisches Meisterwerk von Christian Marclay, das über 24 Stunden Minute für Minute Szenen aus einem Jahrhundert Filmgeschichte aneinander reiht, die ein spannendes Kaleidoskop des menschlichen Alltags ergeben. BIs Ende Januar wird The Clock in der Neuen Nationalgalerie Berlin gezeigt.

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Was:The Clock“, 24-stündige Videoarbeit von Christian Marclay
Wo: Neue Nationalgalerie Berlin
Wann: 29. November 2025 bis 25. Januar 2026

Die Neue Nationalgalerie am Kulturforum in Berlin präsentiert noch bis 25. Januar 2026 das cineastische Meisterwerk The Clock des Videokünstlers Christian Marclay. Täglich zehn Stunden lang von 10 bis 20 Uhr (außer montags). Für die Präsentation des Werks wurde in dem ikonischen modernistischen Glaspavillon von Architekt Ludwig Mies van der Rohe, der erst im August 2021 nach jahrelanger Restaurierung wiedereröffnet wurde, im Erdgeschoss ein kompletter Kinoraum errichtet. The Clock von Christian Marclay ist eine 24-stündige Videoarbeit, die anhand eines Jahrhunderts Filmgeschichte den realen Zeitverlauf synchron nachzeichnet. Seit ihrer Premiere in London im Jahr 2010 und dem Gewinn des Goldenen Löwen bei der 54. Biennale di Venezia am 4. Juni 2011 hat die Arbeit große Aufmerksamkeit erregt und wurde seither in weltweit bedeutenden Museen gezeigt wie dem Centre Pompidou in Paris, der Tate Modern in London oder dem MoMA in New York. Nun ist The Clock erstmals in Berlin zu sehen und zwar noch bis Ende Januar 2026. Es gibt weltweit nur sechs Kopien des Meisterwerks, und der Künstler hat verfügt, dass der Film nie zeitgleich an mehreren Orten gezeigt werden darf.

Neue Nationalgalerie Berlin The Clock
Die Neue Nationalgalerie in Berlin zeigt bis Ende Januar 2026 das Meisterwerk The Clock von Christian Marclay. ©SCRITTI

Wir haben uns The Clock an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu unterschiedlichen Zeiten angesehen und konnten uns nur schwer der Magie dieses grandiosen Werkes entziehen. Wir haben jeweils eineinhalb bis zwei Stunden The Clock verfolgt, und es wurde uns in keinem Moment langweilig. Im Gegenteil! Das Werk verfügt über alles, was einen guten Film ausmacht: Ironie, Witz, Spannung, eine oft verblüffende Geschichte und eine perfekt begleitende Filmmusik. Der Künstler Christian Marclay hat in The Clock mit einem Team über drei Jahre in akribischer Kleinarbeit tausende – wirklich tausende! – Szenen aus einem Jahrhundert Filmgeschichte aneinander gereiht und ein 24 Stunden dauerndes Epos geschaffen, das durch einen ganz besonderen Effekt zusammengehalten wird.

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Ein echtes Plus: Die Plus-Zimmer in Premier Inn Hotels

Über 60 Premier Inn Hotels gibt es inzwischen in deutschen Großstädten. Markenzeichen der britischen Kette ist ein moderner Standard mit hervorragenden Betten und tollem Design zu einem in der Regel günstigen Preis. Premier Plus Zimmer bieten zusätzlichen Komfort wie eine gute Aussicht und lohnen oft den Aufpreis.

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UPDATE März 2026: Der Discounter Aldi bietet aktuell wieder in Kooperation mit Animod eine Gutschein-Aktion für Übernachtungen in Premier Inn Hotels in Deutschland an. Für 49 Euro gibt es eine Übernachtung in einem beliebigen Premier Inn Hotel in Deutschland für 2 Personen (also 24,50 Euro pro Person). Frühstück oder Zusatznächte kosten extra. Der Gutschein kann nach dem Kauf ein Jahr lang über die Aldi-Webseite eingelöst werden. Weitere Details dazu und Buchung auf der Aldi-Webseite.

Ich habe ja in diesem Blog schon mehrfach über die Vorzüge der Hotels der Kette Premier Inn berichtet, die es in Großbritannien in so gut wie jeder Stadt gibt. Meine Empfehlungen für die besten Premier Inn in Hotels in London gibt es hier im Beitrag. Dort gibt es auch weitere Hinweise zum Service und Tipps zur Buchung. Ich mache das nicht, weil ich dafür bezahlt werde oder sonstige Vorteile bekomme. Im Gegenteil, Premier Inn hat noch nicht einmal ein Bonussystem für Vielbucher wie es andere Ketten anbieten. Aber ich finde weiterhin, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Premier Inn Hotels insbesondere in London und für Alleinreisende bei zugleich hoher Flexibilität unschlagbar ist. Mit etwas Glück bekommt man bei zeitiger Buchung ein oft geräumiges Zimmer in einem Neubau schon ab 50 Pfund (oder 50 Euro) die Nacht. Aber man findet Hotels der Marke Premier Inn nicht nur in Großbritannien, wo das britische Hospitality-Unternehmen Whitbread PLC beheimatet ist, sondern seit 2016 auch in vielen deutschen Großstädten. Über die Anfänge von Premier Inn in Deutschland habe ich 2020 bereits in diesem Beitrag berichtet. Stand März 2026 gibt es bereits über 60 Premier Inn Hotels in 31 deutschen Städten, und das Unternehmen expandiert weiter. Über die Firmenphilosophie kann man etwas in einem Artikel der Wirtschaftswoche vom Juli 2024 nachlesen.

Premier Inn Plus-Zimmer Köln Mediapark
Ein komfortables Premier Plus Zimmer im Premier Inn Köln City Mediapark Hotel. ©SCRITTI

Der Standard in den Zimmern ist gut, das Design angenehm und modern, vor allem wenn sich das Hotel in einem Neubau befindet. Gebucht werden Premier Inn Hotels am besten über die Hotel-eigene Webseite, weshalb sie oft in Hotel- oder Vergleichsportalen nicht auftauchen. Etwa 2023 begann Premier Inn, in bestimmten Hotels einzelne Zimmer auf einen höheren Standard zu bringen und diese als Premier Plus Zimmer zu vermarkten. Diese Zimmer sind für Geschäftsreisen oder besondere Anlässe gedacht und bieten ein noch stilvolleres Design mit zusätzlichen Annehmlichkeiten. Der Kunde soll sich dort besonders wohlfühlen bei einem weiterhin attraktiven Preis. Und das kann sich durchaus lohnen!

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Magnolien und Kirschblüten: Der Frühling kommt mit voller Pracht!

Der Frühling ist da, es grünt und blüht bald allerorten. Die buntesten Tage des Jahres kann man zum Beispiel gut in Großbritannien, beim Tulpenfestival am Gardasee oder mit Kirschblüten und Sakura in Berlin verbringen.

Es ist wieder so weit, der Winter befindet sich langsam auf dem Rückzug, und die Natur kommt mit Wucht zurück! In Großbritannien und vor allem in London passiert das dank des milderen Klimas auf der Insel deutlich früher als in Deutschland. Viele Londoner lassen auch im Winter ihre Geranien draußen stehen, da richtig eisige Frosttage eher selten sind und auch meist nur kurz andauern. In London und im Süden Englands kann man oft schon Mitte oder Ende Februar die ersten zarten Blüten entdecken. So standen in der ersten März-Woche 2024 zum Beispiel Magnolien- und Kirschbäume in London bereits in voller Blüte! Kirschblüten gibt es in London in vielen Parks wie etwa im Regent’s Park, im Greenwich Park, in Kew Gardens oder ganz prominent vor der St. Paul’s Cathedral oder beim Victoria & Albert Museum. Eine Übersicht mit den schönsten 30 Orten für Kirschblüten in London gibt es bei Secret London. Auch Simone hat im Blog Totally London eine Übersicht zu Kirschblüten in London.

London Aldgate Blüten
Ein Meer aus Kirschblüten in der City of London am Aldgate Square am 9. März 2024. ©SCRITTI

Ein Besuch in London oder im Süden Großbritanniens lohnt sich in dieser Jahreszeit auf jeden Fall! Hier ein paar meiner persönlichen Frühlingstipps.

Frühlingserwachen in Eastbourne

Eastbourne Promenade
Das Seebad Eastbourne zwischen Brighton und Folkestone am Ärmelkanal im Frühling. ©SCRITTI

Auch am Meer kann man Blüten und Frühlingssonne genießen, so zum Beispiel im klassischen Seebad Eastbourne im Osten von Brighton mit toller Seepromenade, wunderschönem Pier und weißen Klippen im Süden. Eastbourne ist nur knapp eineinhalb Stunden Bahnfahrt von London entfernt und eignet sich auch gut für einen Tagestrip. Mehr über Eastbourne gibt es hier im Beitrag.

Frühlingsgefühle in Bardolino

Bardolino Gardasee
In Bardolino lassen sich im Frühling milde Tage und Abende am Gardasee genießen. ©SCRITTI

Natürlich ist es im Frühling auch immer eine gute Idee, Richtung Süden über die Alpen zu reisen, wo es bei viel Sonne und milden Temperaturen ebenfalls früher los geht. Im April 2023 besuchte ich Bardolino am Gardasee, und es war einfach wunderbar, am Abend durch die schönen Gassen der Altstadt und über die Seepromenade zu schlendern, im Restaurant draußen zu sitzen und sich die milde Frühlingsluft um die Nase wehen zu lassen. Zudem verzaubert Bardolino seine Gäste jedes Jahr mit dem Festival Tulipanomania, einem Farbenmeer aus Tulpen entlang der schön gestalteten Uferpromenade. Mehr dazu gibt es hier im Beitrag.

Die schönsten Kirschblüten in Berlin

Ein besonderes Highlight für mich ist jedes Jahr die Kirschblüte – und zwar nicht in Japan, obwohl es von dort immer wieder grandiose Fotos mit Zügen mitten im rosafarbenen Blütenmeer zur Zeit von Sakura gibt. Nein, ein idealer Ort, um die jährliche Kirschblüte zu genießen, ist zum Beispiel Berlin. In der deutschen Hauptstadt gibt es sogar mehre Hotspots zur Zeit der Kirschblüte, die jedes Jahr von Tausenden Besuchern angesteuert werden.

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Architekturerlebnis: Ein „Theater“ für Tiere mitten in Berlin

Das Tieranatomische Theater der Berliner Humboldt Universität von 1790 fasziniert noch heute durch eine grandiose Architektur.

Wo: Berlin Mitte, Friedrich-Wilhelm-Stadt
Anreise: Tram Invalidenpark oder U-Bahnhof Oranienburger Tor
Architekt:  Carl Gotthard Langhans
Besonderheit: Ältestes noch erhaltenes akademisches Lehrgebäude Berlins.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14-18 Uhr (außer feiertags), Eintritt frei

Vor einiger Zeit war ich mal wieder auf dem ausgedehnten Gelände der Charité, eine der größten Universitätskliniken in Europa, in Berlin Mitte unterwegs. Es gibt dort mitten im Zentrum der Hauptstadt eine kleine, abgeschiedene Welt für sich mit Gebäuden aus unterschiedlichsten Epochen in einer parkähnlichen Landschaft. Es fließt mit der Südpanke sogar ein kleiner Bach mitten hindurch, um dessen Ufer sich kleine Backsteingebäude gruppieren. Das Ensemble gaukelt einem vor, dass man sich in irgendeinem beschaulichen Dorf in Brandenburg befindet. Die meisten dieser Gebäude im Schatten des großen Charité-Hochhauses aus DDR-Zeiten gehören heute zur Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und beherbergen verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen des dortigen Campus.

Auf dem Gelände der Berliner Charité verbirgt sich ein besonderes „Theater“. ©SCRITTI

Wenn man so das Gelände erkundet, steht man unerwartet vor einem niedrigen, klassizistischen Gebäude, das mit Säulen neben den Eingängen und einer Kuppel im Zentrum sehr an einen Tempel erinnert. Auf einem Schild steht deutlich zu lesen „Tieranatomisches Theater“. Ein Theater auf dem Gelände eines Uni-Klinikums? Treten hier etwa Tiere auf? Wenn man durch den offiziellen Eingang hineingeht, landet man an einem Tresen mit Info-Material zum Gebäude und seiner über 200-jährigen Geschichte. Geschwungene Treppen führen nach oben in den ersten Stock, wo sich der Zugang zum eigentlichen „Theater“ befindet.

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Berlins coolstes Museum: Gib mir ein B!

Das Buchstabenmuseum in Berlin bietet eine riesige Sammlung mit Neonschriften, Buchstaben und Leuchtobjekten ehemaliger Geschäfte.

In Berlin gibt es ein kleines, wunderbares Museum, versteckt in einem Backsteingewölbe im modernistischen Hansaviertel aus den 1950er Jahren. In den sogenannten S-Bahn-Bögen unter der Berliner Stadtbahn hat das Buchstabenmuseum nach zahlreichen Ortswechseln nun nicht weit vom S-Bahnhof Bellevue ein (hoffentlich dauerhaftes) Zuhause gefunden.

Eingang des Buchstabenmuseum in den S-Bahnbögen im Berliner Hansaviertel ©SCRITTI

Seit vielen Jahren schon sammelt das Buchstabenmuseum ganz banal Buchstaben, die die Moderne geprägt und in erster Linie in der Konsumkultur eine wichtige Rolle gespielt haben. Hauptsächlich sind es beleuchtete Neonschriften, die so typisch für die bundes- wie auch die ostdeutschen Innenstädte waren. Das Buchstabenmuseum leistet mit seiner Sammlung einen wichtigen Beitrag, um deutsche Design- und Kulturgeschichte und damit verbundene ikonische Schriftzüge für die Nachwelt zu bewahren. Im Laufe der Jahre kam so einiges zusammen, und die Notwendigkeit eines großen Lagers für die inzwischen über 2.000 Objekte wurde immer dringlicher. Und so finden sich nun in den Archiven des Museums eben auch die typischen Schriftzüge deutscher Warenhäuser, die aktuell in einer besonderen Ausstellung zu sehen sind. 

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The Greens: Das schönste Café Berlins

Versteckt in einem Hinterhof nicht weit vom Alexanderplatz befindet sich eines der schönsten alternativen Cafés von Berlin.

Obwohl ich mehrmals pro Jahr nach Berlin komme, habe ich erst im Sommer 2022 durch Zufall ein absolutes Highlight entdeckt: Das Café The Greens im Gebäudekomplex und alternativen Zentrum Alte Münze in Mitte direkt neben der Spree. Das kleine, gemütliche Café liegt etwas versteckt im Hinterhof in einer ehemaligen Fabrikanlage, der früheren Münzprägeanstalt, und ist eine Mischung aus Gewächshaus und Wohnzimmer. Der Eingang zum Hof ist etwas unscheinbar, und man übersieht sehr leicht, dass es zwischen den Neubauten ringsum hier noch einiges zu entdecken gibt. Die kleinen, hohen Räume mit großen Fenstern sind vollgestopft mit Pflanzen bis unter die Decke gepaart mit Vintage-Deko und alten Berliner Wandvertäfelungen. Man fühlt sich tatsächlich ein bisschen in ein tropisches Gewächshaus versetzt. Es fehlen nur noch Vogelgezwitscher und Schreie von Dschungeltieren.

Das liebevoll eingerichtete Café The Greens in der Alten Münze in Berlin Mitte. ©SCRITTI
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Lost Places: Botschaft des Irak (DDR)

Mitten in Berlin Pankow findet sich im ehemaligen Diplomatenviertel ein spannender Lost Place: Die frühere Botschaft des Irak in der DDR.

Wo: Berlin Pankow, Ortsteil Niederschönhausen
Anreise: Tram-Linie M1 Tschaikowskistraße
Architekten: Deutsch-irakisches Architektenkollektiv
Besonderheit: Verfallender Plattenbau, Lost Place

Sogenannte „Lost Places“ sind ja inzwischen sehr angesagt. Manche Zeitungen widmen dem Thema ganze Serien. Vielleicht liegt das auch daran, dass man im Kontext der Nachhaltigkeitsdebatten alte Gebäude wieder wertschätzen lernt und solche Orte oft die Phantasie anregen, was aus ihnen Kreatives entstehen könnte. Im Sommer 2021 entdeckte ich zufällig einen solchen Lost Place im tiefen Osten von Berlin: Mitten in Pankow steht versteckt ein architektonisches Schmuckstück aus längst vergessenen Plattenbau-Zeiten und ist dem Vandalismus preisgegeben: Die 1974 erbaute Botschaft des Irak in der DDR, die sich bis 1991 im ehemaligen Diplomatenviertel von Berlin Pankow befand. Das Gebäude in der Tschaikowskistraße 51 wurde 1974 von einem deutsch-irakischen Architektenkollektiv unter Leitung von Horst Bauer mit Hilfe des Kollektiv des Bau- und Montagekombinats Ingenieurhochbau Berlin (IHB) geplant. Es wurde im Wesentlichen aus standardisierten Plattenbau Fertigelementen gebaut und vom VEB BMK Ingenieurhochbau Berlin realisiert.

Irakische Botschaft in der DDR: Die Fenster sind verrammelt, das Gebäude gehört wohl weiterhin der Republik Irak. ©SCRITTI
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Architektur-Erlebnis: Berlin, Die Weiße Stadt

Die Großsiedlung Weiße Stadt im Norden von Berlin von 1931 zählt zum UNESCO-Welterbe und ist als typisches Beispiel für das Neue Bauen einen Besuch wert

Wo: Berlin Reinickendorf im Karree an der Aroser Allee, Gotthardstraße, Emmentaler Straße
Anreise: U-Bahnhof Residenzstraße an der U8
Architekten: Otto Rudolf Salvisberg, Bruno Ahrends und Wilhelm Büning
Besonderheit: UNESCO Welterbe

Im Norden von Berlin findet sich ein faszinierendes architektonisches Kleinod, das seinesgleichen sucht: Die Weiße Stadt. Der Name ist Programm: Das Ensemble aus weißen Mietshäusern in unterschiedlichen Größen und Höhen entstand zwischen 1929 und 1931 im Stil des Neuen Bauens und erinnert sehr stark an die berühmte Bauhaus-Architektur. Zwischen den diversen Gebäuderiegeln befinden sich ausgedehnte Grünzonen und kleine Gärten, die viel Licht und Sonne in die Freiräume zwischen den Häusern bringen.

Die Weiße Stadt macht ihrem Namen alle Ehre und ist ein faszinierendes Architektur Denkmal im Norden Berlins. ©SCRITTI

Hintergrund für den Bau solcher Großsiedlungen am Stadtrand war die Suche nach modernen und zeitgemäßen Wohnformen, die menschliche Bedürfnisse in den Vordergrund rückten und zugleich bezahlbaren Wohnraum für sehr viele Menschen schaffen sollten – jenseits der klassischen Berliner Mietskasernen mit engen und dunklen Innenhöfen und der mit dem Nachbarn geteilten Außentoilette im Treppenhaus. So entstand auch die Weiße Stadt als genossenschaftlich organisierte, moderne Großsiedlung mit 1.268 Wohnungen. Zusammen mit fünf anderen Berliner Siedlungen ist sie seit 2008 als UNESCO-Welterbe eingetragen als Siedlungen der Berliner Moderne. Es lohnt sich, zwischen den verschiedenen Gebäuden umherzustreifen, die entspannte Atmosphäre auf sich wirken zu lassen und die vielen Details der Architektur zu entdecken. Die Moderne ist unübersehbar und wirkt auch noch hundert Jahre später zeitgemäß. Gerne würde man hier in der Großstadt wohnen!

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