Bei einer Bootstour in London über die Themse nach Westen lässt sich die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive entdecken.
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Bei unserem London Trip im Juli 2023 wollten wir eigentlich in den Südwesten von London nach Richmond und den dortigen, bekannten Park besuchen. Aber wer schon einmal in Richmond war, der weiß, dass man sich dort am Ufer der Themse nur schwer dem Reiz dieses wunderbaren Ortes entziehen kann. Als wir dann zufällig entdeckten, dass es um 16 Uhr eine Rückfahrt in die Innenstadt mit dem Anbieter Thames River Boats bis Westminster Pier gab, haben wir kurzerhand aufs Boot gewechselt. Und ich muss sagen, das war mit das Tollste, was ich seit langem an einem sonnigen Sommertag in London gemacht habe!
Man erlebt bei solch einer Bootstour von Hampton Court oder Richmond aus über Kew Gardens und die westliche Themse bis Westminster (oder anders herum) einmal ganz andere Seiten von London. Wie immer in London ist auch solch eine Bootstour über den großen Fluss voller Geschichte. Man gleitet vorbei an Parks, grünen Oasen, historischen Palästen, viktorianischen Schleusen, traumhaften Herrenhäusern, ehrwürdigen Brücken und modernen Apartmenthäusern. Manchmal glaubt man sich beim Blick auf idyllische Uferpromenaden fast in einen kleinen Küstenort am Meer versetzt und möchte sofort in einen der schönen Pubs am Ufer einkehren. Also nichts wie rauf aufs Wasser!
Zurück in die gute alte Zeit: Vor den Toren Londons verzaubert in Beaconsfield die älteste Miniaturwelt Großbritanniens die Besucher mit Art Deco Gebäuden und historischen Eisenbahnen.
Wo: Beaconsfield, Buckinghamshire Anreise: Mit Chiltern Railways mehrmals pro Stunde von London Marylebone bis Beaconsfield (ca. 25-35 Minuten Fahrt), Oyster Card gilt nicht! Besonderheit: Großbritanniens älteste Open Air Miniaturwelt im Stil der 1930er Jahre im Maßstab 1:12 bzw. 1:32 Öffnungszeiten: Von Februar bis November täglich 10-17:30 Uhr, Ticketpreise aktuell Erwachsene £14, Familien ab £28
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Knapp 40 Kilometer vom Zentrum Londons entfernt findet sich auf dem Weg nach Oxford und Birmingham in Beaconsfield in Buckinghamshire ein ganz besonderes historisches Kleinod: Die älteste Miniaturwelt Großbritanniens! Bereits 1929 wurde Bekonscot Model Village & Railway zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und bezeichnet sich daher sogar als das „älteste originale Modelldorf der Welt“. Auf einer Fläche von rund 1,5 Hektar findet sich heute eine wunderbare Miniaturwelt aus gepflegten, grünen Gärten, fein detaillierten Modellgebäuden (meist im Maßstab 1:12) und historischen Modellbahnen der Spur 1 (im Maßstab 1:32), die zwischen Koniferen, Felsen und Teichen ihre Runden durch ein Großbritannien zur Zeit der 1930er Jahre drehen. Besonderes Highlight sind einige herausragende, typische Gebäude im Art Deco Stil, die das Lebensgefühl der Zeit widerspiegeln. In Großbritannien ist Bekonscot so bekannt, dass es im TV sogar schon als Krimi-Kulisse mit einem Mordfall inmitten der Miniaturwelt diente. Und auch der Ort Beaconsfield selbst dient immer wieder als Kulisse für die Ermittlungen von Inspektor Barnaby in der TV-Serie Midsomer Murders.
Beaconsfield ist bequem mit den Zügen von Chiltern Railways vom Bahnhof London Marylebone aus in rund 30 Minuten erreichbar. Ein Fußweg von etwa zehn Minuten führt einen vom Bahnhof in das beschauliche Örtchen und zur Miniaturwelt, die etwas unscheinbar im Wohngebiet hinter Privathäusern versteckt liegt. Dies ist nicht verwunderlich, entstand die Modellwelt doch in den 1920er Jahren im Garten des wohlhabenden Londoner Buchhalters Roland Callingham in Zusammenarbeit mit seinem Gärtner W. A. Berry.
Callingham hatte das Gelände gekauft, um ursprünglich mal einen Teich und Tennisplätze für die Belustigung seiner Kollegen aus der Londoner High Society anzulegen. Doch es kam schließlich alles anders als gedacht.
Im London Centre informieren großformatige Architekturmodelle über die künftige Entwicklung der Metropole.
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Wo: NLA The London Centre, City of London, 3 Aldermanbury bei der Guildhall Anreise: U-Bahn St. Paul’s oder Bank, Bus Besonderheit: Verschiedene Modelle der Großstadt London in unterschiedlichen Maßstäben zur künftigen Stadtentwicklung und Architektur Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11-17 Uhr, Eintritt frei
Wer sich für die Geschichte von London, aber vor allem auch für die Zukunft dieser Mega City interessiert, dem empfehle ich einen Besuch des London Centre nicht weit von der St. Paul’s Cathedral bei der Guildhall. Der Eingang zu dem von der unabhängigen Vereinigung New London Architecture (NLA) 2005 gegründeten Forum befindet sich außerhalb des großen Platzes auf der westlichen Seite. Dort gibt es in einem großen Raum drei gigantische Stadtmodelle, die in unterschiedlichem Maßstab die Entwicklung von London in der Vergangenheit und vor allem in der Zukunft zeigen. Der Fokus liegt hier vor allem auf der Weiterentwicklung der Stadt in den kommenden Jahren und wie diese Entwicklung nachhaltig gestaltet werden kann. Selbstverständlich sollen diese Themen in dem Forum auch hinterfragt und diskutiert werden.
Das flächenmäßig größte Modell, das New London Model, zeigt im Maßstab 1:2.000 auf 12,5 Meter Länge fast die gesamte Fläche von Greater London und in welchen Zonen von den Royal Docks im Osten bis zur White City im Westen in Zukunft weitere Entwicklungen geplant sind. Das Modell deckt eine Fläche von rund 200 Quadratkilometern mit 240.000 Gebäuden ab – gigantische Dimensionen für eine europäische Großstadt. Wer sich für Architektur interessiert, aber auch für die künftige Entwicklung unserer Großstädte in Zeiten des Klimawandels, erhält im London Centre einen spannenden Einblick in die Herausforderungen der Zukunft. Denn auch in London geht es wie in vielen anderen Großstädten ja nicht nur darum, möglichst rasch neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es muss ja zugleich auch die gesamte neue Infrastruktur an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst und die notwendige Energie- und Mobilitätswende gestaltet werden. Nachhaltigkeit steht daher im Fokus der künftigen Stadtentwicklung.
Seit Dezember 2023 rollen nach intensiver Renovierung wieder Züge über das grandiose Eisenbahn Viadukt von Barmouth in Wales und locken wieder Touristen in die traumhafte Landschaft.
Vor ein paar Jahren habe ich in diesem Blog einen Beitrag über das legendäre Bahnviadukt von Barmouth im Nordwesten von Wales veröffentlicht, auf das ich bei einer kleinen Rundreise im Juni 2011 überraschend gestoßen bin. Als alter Eisenbahn Enthusiast war ich sofort von dem historischen Bauwerk begeistert, zumal es in einer grandiosen Landschaft zwischen Meer und grünen Küstenbergen liegt – ein echter Traum für jeden Bahnreisenden und Modellbahner. Auch sonst ist die Gegend um Barmouth, wo der Fluss River Mawddach ins Meer mündet, ein absoluter Traum und unbedingt eine Reise wert. Die 820 Meter lange, denkmalgeschützte Barmouth Bridge ist eine der ältesten Eisenbahnbrücken Großbritanniens und wurde am 10. Oktober 1867 offiziell eröffnet. Da sie überwiegend aus Holz besteht, hat der Zahn der Zeit im rauen Seeklima an der Konstruktion sichtlich genagt, so dass nun eine umfangreiche Renovierung nötig war. Diese wurde im Dezember 2023 nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen.
Am 8. Dezember 2023 feierte der Infrastrukturbetreiber Network Rail daher zusammen mit den Beteiligten nicht ohne Stolz den Abschluss der Renovierungsarbeiten des ikonischen Bauwerks, das sich an der Cambrian Line fast einen Kilometer weit über das Flussdelta erstreckt und in der Eisenbahnwelt seinesgleichen sucht. Bei Ebbe führen Bahnlinie und Viadukt über weite, kilometerlange Sandstrände, die man unbedingt gesehen haben sollte.
Ein Besuch der Halbinsel Coney Island im Süden von New York City ist zugleich eine Zeitreise in die Geschichte der USA. Die Zeit scheint stehen geblieben, und alles erinnerte 2007 noch an Kinofilme aus den 1970er Jahren.
Unsere vierte USA-Reise führte uns 2007 von Las Vegas über New Mexico und von dort mit dem Zug quer von West nach Ost über Chicago und Washington bis nach New York City. Dies war unser erster Besuch in dieser glorreichen Metropole, und wir wohnten aus Kostengründen im Süden von Brooklyn. Den letzten Tag unserer Reise am 9. November 2007 verbrachten wir in Coney Island. Dieser Stadtteil ist legendär und gehört zu New York City wie Manhattan oder Brooklyn. Die Halbinsel im Süden von Brooklyn ist vor allem bekannt für ihre großen Vergnügungsparks und die endlose Strandpromenade entlang der Atlantikküste.
Es handelt sich bei Coney Island (auf englisch „Kanincheninsel“) nicht um eine wirkliche Insel, sondern es ist im Grunde die Verlängerung des Stadtbezirks Brooklyn im Süden bis an die Atlantikküste. Daher ist das Gebiet auch großstädtisch geprägt unter anderem mit Hochhaussiedlungen russischer Einwanderer, die im Osten der Halbinsel bis an die Strandpromenade heranreichen. Eine spannende und interessante Mischung und zugleich auch eine unvergessliche Zeitreise, selbst an einem trüben Novembertag.
Das Tieranatomische Theater der Berliner Humboldt Universität von 1790 fasziniert noch heute durch eine grandiose Architektur.
Wo: Berlin Mitte, Friedrich-Wilhelm-Stadt Anreise: Tram Invalidenpark oder U-Bahnhof Oranienburger Tor Architekt: Carl Gotthard Langhans Besonderheit: Ältestes noch erhaltenes akademisches Lehrgebäude Berlins. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14-18 Uhr (außer feiertags), Eintritt frei
Vor einiger Zeit war ich mal wieder auf dem ausgedehnten Gelände der Charité, eine der größten Universitätskliniken in Europa, in Berlin Mitte unterwegs. Es gibt dort mitten im Zentrum der Hauptstadt eine kleine, abgeschiedene Welt für sich mit Gebäuden aus unterschiedlichsten Epochen in einer parkähnlichen Landschaft. Es fließt mit der Südpanke sogar ein kleiner Bach mitten hindurch, um dessen Ufer sich kleine Backsteingebäude gruppieren. Das Ensemble gaukelt einem vor, dass man sich in irgendeinem beschaulichen Dorf in Brandenburg befindet. Die meisten dieser Gebäude im Schatten des großen Charité-Hochhauses aus DDR-Zeiten gehören heute zur Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und beherbergen verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen des dortigen Campus.
Wenn man so das Gelände erkundet, steht man unerwartet vor einem niedrigen, klassizistischen Gebäude, das mit Säulen neben den Eingängen und einer Kuppel im Zentrum sehr an einen Tempel erinnert. Auf einem Schild steht deutlich zu lesen „Tieranatomisches Theater“. Ein Theater auf dem Gelände eines Uni-Klinikums? Treten hier etwa Tiere auf? Wenn man durch den offiziellen Eingang hineingeht, landet man an einem Tresen mit Info-Material zum Gebäude und seiner über 200-jährigen Geschichte. Geschwungene Treppen führen nach oben in den ersten Stock, wo sich der Zugang zum eigentlichen „Theater“ befindet.
Das charmante Crystal Palace im Süden von London liegt hoch oben auf einem Hügel und bietet grandiose Aussichten.
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Im September 2023 hatte ich endlich die Gelegenheit, den Londoner Stadtteil Crystal Palace zu besuchen. Schon lange stand der Ort auf meiner London To-do-Liste, nachdem ich gelesen hatte, dass er von der Sunday Times 2022 zum „Best Place to Live in London“ auserkoren wurde. Begründet wurde dies vor allem mit dem „bohemian vibe“, phantastischen Ausblicken, viel Grün mit Parks, coolen Cafés, Indie Shops und schönen historischen Gebäuden. Der Ort Crystal Palace hat seinen Namen eigentlich von der großen Ausstellungshalle Crystal Palace aus Gußeisen und Glas, die hier von 1854 bis 1936 im angrenzenden, weitläufigen Park stand (mehr dazu weiter unten). Und in der Tat, als bekennender Bohemian habe mich gleich bei meinem ersten Besuch schockverliebt und mit Crystal Palace nun einen neuen Lieblingsstadtteil, den ich unbedingt noch weiter erkunden muss. Crystal Palace ist mit 111 Metern Höhe einer der höchsten Punkte im Süden von London, was atemberaubende Ausblicke auf die City einerseits und in die weite Landschaft von Kent auf der anderen Seite mit sich bringt.
Im Zentrum auf der Spitze des Hügels, das sich auf ein Dreieck (das „Triangle“) aus den drei Straßen Westow Hill, Westow Street und Church Road eingrenzen lässt, gibt es lauter nette kleine Läden, Restaurants, Pubs und Cafés und ein Kino aus den 1930er Jahren im Art Deco Stil. Der Ort versprüht in der Tat den Charme eines kleinen Städtchens irgendwo versteckt in den Weiten englischer Landschaften. Die Hektik der Großstadt London ist weit entfernt, und man schaltet gleich bei der Ankunft automatisch einen Gang runter – nachdem man sich die steile Straße zur Ortsmitte hochgearbeitet hat. Wer hätte gedacht, dass es in London so etwas wie ein Bergdorf gibt?
Das berühmte Steinmonument von Stonehenge und das benachbarte Städtchen Salisbury mit beeindruckender Kathedrale sind von London aus bequem per Bahn in einem Tagesausflug erreichbar. Doch es gibt noch bessere Alternativen, wie etwa der prähistorische Steinkreis von Avebury, der frei zugänglich und weit weniger touristisch ist.
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UPDATE 2026: Die Organisation London Walks bietet auch 2026 bis Oktober etwa einmal im Monat geführte Tagesausflüge nach Bath und Avebury mit Guide Simon an. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der prähistorische Steinkreis von Avebury die bessere Alternative zum kommerziellen Stonehenge ist und Kenner dieses Ziel bevorzugen! Der Ausflug startet per Bahn im Bahnhof London Paddington und führt vor Ort in einem gecharterten Tourbus von Bath zum imposanten Steinkreis von Avebury. Frühzeitige Anmeldung wird empfohlen. Weitere Tagesausflüge mit London Walks führen regelmäßig in die Cotswolds, nach Cambridge und Oxford.
Für viele Touristen, die etwas mehr Zeit in London verbringen und die etwas Besonderes jenseits des Trubels der Großstadt erleben wollen, lohnt sich ein Tagesausflug zu Zielen außerhalb von London. Ganz oben auf dieser Liste stehen die historischen Städte Oxford, Cambridge oder auch das berühmte Steinmonument von Stonehenge, das vor allem zur jährlichen Sommersonnenwende am 21. Juni die Besucher in Scharen anzieht (auf englisch Solstice) und zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Zu vielen solcher touristischen Ziele werden von London aus von verschiedenen Veranstaltern Tagestouren mit Bussen angeboten. Da es jedoch von London aus in alle Richtungen sehr gute Bahnverbindungen gibt, kann man auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen.
Viele interessante Ziele sind in weniger als zwei Stunden per Bahn direkt erreichbar, etwa die Städte: Bath Spa (1:20 Std), Brighton (58 Min), Birmingham (1:30 Std), Bristol (1:35 Std), Cambridge (50 Min), Eastbourne (1:25 Std), Oxford (55 Min), Peterborough (50 Min) oder eben auch Salisbury (1:25 Std) im Südwesten nicht weit entfernt von Stonehenge. Vom Bahnhof Salisbury kann man per Bus oder Taxi weiter ins rund 16 Kilometer entfernte Stonehenge fahren. Die Stadt Salisbury mit der beeindruckenden Kathedrale und dem historischen Marktplatz ist aber auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Eine Alternative zu Stonehenge bildet der Steinkreis von Avebury.
Das London Transport Museum beherbergt im Depot im Stadtteil Acton eine Vielzahl historischer Fahrzeuge und Materialien aus der Londoner Verkehrsgeschichte.
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UPDATE 2026: Der nächste Termin zum Besuch des Museum Depots in Acton vom London Transport Museum ist von Donnerstag 9. April bis Sonntag 12. April 2026. Das übergeordnete Motto lautet „Icons of London“: 2026 ist ein Jahr der Meilensteine mit 120 Jahre Bakerloo-Linie, 70 Jahre seit der Einführung der berühmten roten Routemaster-Busse und 10 Jahre Night Tube. Von Plakatkunst über ikonische Designstücke bis hin zum weltberühmten Design der Tube Map und der Londoner Fahrzeuge können Besucher im Depot in eine Sammlung mit über 320.000 Objekten eintauchen. Weitere Termine für die Depot Open Days sind Freitag, 3. bis Sonntag 5. Juli 2026 sowie Freitag, 18. bis Sonntag 20. September 2026. Bei der Veranstaltung gibt es immer auch Führungen zu den unterschiedlichsten Themen.
Das London Transport Museum ist eine Institution und immer wieder einen Besuch wert. Auf sehr anschauliche Weise wird hier in ehemaligen Markthallen von 1871 in Covent Garden seit 1980 die Geschichte der Mobilität in London erzählt. Von den Anfängen mit Pferdekutschen bis zum heute ausgedehnten Verkehrsnetz mit U-Bahnen, Tram, DLR, Overground und natürlich den berühmten Doppelstockbussen. Über das Verkehrswesen in London wird auf spannende Weise auch die Entwicklung der Stadt zur heutigen Größe erzählt. Ohne den Bau der Eisenbahn- und U-Bahn-Linien ins Umland wäre die heutige Struktur der Stadt überhaupt nicht möglich gewesen. Ohne öffentliche Verkehrsmittel wäre ein Leben in London undenkbar. Im Museum am Covent Garden gibt es auch eine Auswahl an typischen Fahrzeugen der Londoner Verkehrsgeschichte.
Da der Raum mitten in der Innenstadt ohne adäquaten Gleisanschluss natürlich begrenzt ist, verfügt das London Transport Museum noch über eine weniger bekannte Außenstelle: Das Museum Depot in Acton im Westen von London mit direktem Anschluss an das Londoner U-Bahn-Netz. In diesem Depot werden U-Bahnen, Busse und allerlei andere Objekte mit Relevanz für die Londoner Transportgeschichte aufbewahrt. Drei- bis viermal im Jahr hat auch die Öffentlichkeit an langen Wochenenden Zutritt. Die nächsten Termine für Open Depot Days in 2026 sind 9. bis 12. April, 3. bis 5. Juli sowie 18. bis 20. September 2026.
Der herausragende Architekt Charles Holden wurde 1875 geboren und ist vor allem wegen seiner Bauten für die Londoner U-Bahn im Stil der Moderne der 1930er Jahre berühmt.
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Am 12. Mai 1875 wurde der Architekt Charles Holden in Bolton, Lancashire geboren. Bekannt wurde Holden vor allem für seine teils ikonischen Entwürfe für Stationen der Londoner U-Bahn, die vor allem bei den Erweiterungen der Northern Line und der Piccadilly Line in den 1930er Jahren entstanden und heute als typische, wegweisende Gebäude im Stile der Moderne und des Art Deco angesehen werden. Im Jahr 2026 werden tatsächlich einige der ersten U-Bahn-Stationen nach Plänen von Charles Holden hundert Jahre alt! Holden arbeitete eng an der Seite von Frank Pick, der damals als Chef der Underground Electric Railways Company of London (UERL) in den 1930er Jahren das Londoner Verkehrswesen transformierte und für eine moderne und einheitliche Designsprache in allen Bereichen sorgte. Mehr zu diesem herausragenden Design insbesondere bei Plakaten und Postern im Stil des Art Deco gibt es hier im Beitrag.
Im Frühjahr 2023 hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit, die U-Bahn-Station Southgate an der Piccadilly Line im Norden von London im Original zu besichtigen, nachdem ich diese schon lange auf meiner Liste hatte. Für mich ist dieses elegante runde Gebäude, das wie ein gerade gelandetes Ufo mitten in Southgate sitzt, ein Meisterwerk unter den vielen Stationen, die Charles Holden in den 1920er und 1930er Jahren für die Londoner U-Bahn entworfen hat und die heute in der Regel unter Denkmalschutz stehen. Wenn man einmal auf die herausragenden Gebäude von Charles Holden aufmerksam geworden ist, sieht man schnell seine Handschrift auch bei anderen Bauten für die Londoner U-Bahn. Auch hundert Jahre nach deren Entstehen überzeugen sie immer noch durch Modernität, Funktionalität und zeitloses Design.
Von Charles Holden gestaltete, modernistische Gebäude aus den 1930er Jahren sind auch jedes Jahr Bestandteil des Open House London Festivals im September und können wie etwa das Senate House bei dieser Gelegenheit besichtigt werden. Alles was man rund ums Open House Festival wissen muss, steht hier im Beitrag.