London Spezial: Die alternative Bier- und Ausgehmeile von Bermondsey

Im Londoner Stadtteil Bermondsey südlich der Themse haben sich entlang der Bahnlinie in den darunter liegenden Eisenbahnbögen in den letzten Jahren unzählige Bars, Läden, Restaurants und Brauereien angesiedelt. Sie prägen nun die Bermondsey Beer Mile.

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Der Stadtteil Bermondsey am südlichen Ufer der Themse östlich des Bahnhofs London Bridge hat sich in den letzten Jahren zu einem kleinen alternativen Mekka in London entwickelt. Über eine spannende Tour durch Bermondsey habe ich bereits hier im Beitrag berichtet. Obwohl Bermondsey direkt zwischen dem Bahnhof London Bridge und der Tower Bridge am südöstlichen Ufer der Themse liegt, finden doch sehr wenige Touristen den Weg in das Viertel oder in die Bermondsey Street, wo sich teils in ehemaligen Warehouses oder alten Fabriken in den letzten Jahren kleine, inhabergeführte Läden, Cafés und Restaurants angesiedelt haben und (noch) sehr viele junge Leute unterwegs sind. Doch auch hier ist – typisch für London – die Gentrifizierung in vollem Gang und Hotel-Neubauten rücken dem Viertel auf die Pelle.

Bermondsey Beer Mile Railway Arches
In der Bermondsey Beer Mile haben sich entlang der Bahnlinie in den darunter liegenden Eisenbahnbögen in den letzten Jahren unzählige Bars, Läden, Restaurants und Brauereien angesiedelt. ©SCRITTI

Ein weiteres Highlight in Bermondsey ist eine neue Ausgehmeile, die sich erst in den letzten 10 Jahren entwickelt hat und die ich schon seit längerem einmal besuchen wollte. In einem Gebiet, das in erster Linie durch ehemalige Lagerhäuser und sozialen Wohnungsbau geprägt ist, haben sich zahlreiche Brauereien mit Bierausschank, Weinbars und Restaurants angesiedelt. Diese befinden sich fast ausschließlich in den Eisenbahnbögen unter den an dieser Stelle insgesamt 11 Gleisen der Bahnstrecken Richtung Greenwich und Lewisham. Am Wochenende ist hier die Hölle los, und auch immer mehr Touristen finden den Weg hierher. Die Lokalitäten haben so illustre Namen wie The Doodle Bar, The Beer Bar,  The Barrel Project oder Craft Beer Junction. Manche kommen und gehen, so dass das Erscheinungsbild immer wieder wechselt. Das Ganze firmiert auch inoffiziell als Bermondsey Beer Mile, da ursprünglich alles mit den kleinen Craft Beer Brauereien begann, die hier teils auch heute noch Bier brauen. Man kann tatsächlich von einer Biermeile sprechen, die sich über eine Strecke von fast zwei Kilometern beiderseits der Bahngleise hinzieht und die gastronomisch viel zu bieten hat.

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Stadtspaziergang: Bohemian Vibes in Crystal Palace

Das charmante Crystal Palace im Süden von London liegt hoch oben auf einem Hügel und bietet grandiose Aussichten.

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Im September 2023 hatte ich endlich die Gelegenheit, den Londoner Stadtteil Crystal Palace zu besuchen. Schon lange stand der Ort auf meiner London To-do-Liste, nachdem ich gelesen hatte, dass er von der Sunday Times 2022 zum „Best Place to Live in London“ auserkoren wurde. Begründet wurde dies vor allem mit dem „bohemian vibe“, phantastischen Ausblicken, viel Grün mit Parks, coolen Cafés, Indie Shops und schönen historischen Gebäuden. Der Ort Crystal Palace hat seinen Namen eigentlich von der großen Ausstellungshalle Crystal Palace aus Gußeisen und Glas, die hier von 1854 bis 1936 im angrenzenden, weitläufigen Park stand (mehr dazu weiter unten). Und in der Tat, als bekennender Bohemian habe mich gleich bei meinem ersten Besuch schockverliebt und mit Crystal Palace nun einen neuen Lieblingsstadtteil, den ich unbedingt noch weiter erkunden muss. Crystal Palace ist mit 111 Metern Höhe einer der höchsten Punkte im Süden von London, was atemberaubende Ausblicke auf die City einerseits und in die weite Landschaft von Kent auf der anderen Seite mit sich bringt.

Vom Zentrum von Crystal Palace aus hat man nach Norden wie entlang der Straße Gipsy Hill immer wieder phantastische Ausblicke auf die Skyline von London. ©SCRITTI

Im Zentrum auf der Spitze des Hügels, das sich auf ein Dreieck (das „Triangle“) aus den drei Straßen Westow Hill, Westow Street und Church Road eingrenzen lässt, gibt es lauter nette kleine Läden, Restaurants, Pubs und Cafés und ein Kino aus den 1930er Jahren im Art Deco Stil. Der Ort versprüht in der Tat den Charme eines kleinen Städtchens irgendwo versteckt in den Weiten englischer Landschaften. Die Hektik der Großstadt London ist weit entfernt, und man schaltet gleich bei der Ankunft automatisch einen Gang runter – nachdem man sich die steile Straße zur Ortsmitte hochgearbeitet hat. Wer hätte gedacht, dass es in London so etwas wie ein Bergdorf gibt?

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