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Um der allgemeinen Tristesse im Januar etwas entgegenzusetzen und auch den Erfolg mit den Christmas Lights Beleuchtungen zur Weihnachtszeit fortzuführen, gibt es in London seit einigen Jahren spezielle „Light Festivals“ mit Lichtkunst, Skulpturen und Installationen von anerkannten Künstlern aus diesem Bereich. Die Evolution durch LED hat ja in den letzten Jahren vieles verändert und ganz neue Möglichkeiten für das Spiel mit Licht und Beleuchtung eröffnet. Im Winter 2025 gibt es inzwischen vier Festivals an unterschiedlichen Orten der Metropole, um die Menschen trotz Winter Blues ins Freie zu locken und nebenbei noch zum Shoppen und Ausgehen zu animieren.

Während das Winter Lights Festival in Canary Wharf zwischen den etwas trostlosen Hochhäusern Ende Januar nur etwas über eine Woche läuft und mittlerweile Tausende Besucher anzieht, kann das kleinere und intimere Festival rund um die Battersea Power Station einen ganzen Monat lang besucht werden. In diesem Jahr ist das von 23. Januar bis 23. Februar 2025 möglich. Rund um das ikonische, ehemalige Kraftwerk im Stil des Art Deco, das in den vergangenen Jahren als großes Shopping- und Unterhaltungszentrum seine Wiederauferstehung erlebt hat, finden sich aktuell acht, teils recht große Lichtinstallationen von internationalen Künstlern. Diese können sich durchaus sehen lassen und sind auf jeden Fall einen Besuch im grauen Winterjanuar wert.
Generell lohnt sich sowieso ein Besuch des umgestalteten, ehemaligen Kraftwerks Battersea Power Station, das auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken kann, und nun nach vielen Jahren des Niedergangs im Rahmen eines gigantischen Entwicklungsprojektes eine hoffnungsvolle Zukunft hat.

Natürlich geht es auch bei diesem Lichtfestival primär darum, mehr Konsumenten in die große Shopping Mall zu locken und diese auch für Touristen interessant zu machen. Nicht anders ist es in Canary Wharf, wo die Besucher am Abend nach den Lichtinstallationen sich idealerweise in einem der zahlreichen Gastronomie Betriebe niederlassen. Doch diesbezüglich wird auch rund um die Battersea Power Station inzwischen viel geboten sowohl mit Restaurants, Coffeeshops und Bars im Inneren des ehemaligen Kraftwerks als auch mit einer kompletten Gastromeile entlang des Themseufers und in den Bögen unter den Bahngleisen.

Im Vergleich zu Canary Wharf ist das kostenlose Light Festival an der Battersea Power Station deutlich intimer und besser in das wesentlich attraktivere Umfeld integriert. Es gibt in diesem Jahr insgesamt acht Installationen, die im und gut um das ehemalige Kraftwerk herum platziert sind und dieses mehr oder weniger umgarnen.


So wie das zum Beispiel die Skulptur Spin me a Yarn von Studio Vertigo beim Themseufer macht. Ein überdimensionales Wollknäuel aus Licht schwebt hier über einer Wasserfläche, von der aus ein einzelner Faden auf verschlungenen Wegen in Richtung Kraftwerk führt.
Ein weiteres Highlight ist zum Beispiel die Installation Parabolic Lightcloud beim Themseufer. Hier verwendet das Designstudio Amigo & Amigo mehr als 1.000 Lichter, um mit verschiedenen Farbkombinationen, Mustern und Übergängen intensive Emotionen wie Liebe oder Glück, aber auch Ruhe oder Traurigkeit sichtbar zu machen.


Auch im Inneren des Gebäudes in der Shopping Mall finden sich in den beiden Turbinenhallen A und B jeweils großformatige Lichtskulpturen. In der opulenten Turbinenhalle A aus den 1930er Jahren ist dies ein blau-grüner Lichtvorhang mit dem Titel Aurora von James Glancy Design. Dieses Lichtkunstwerk wurde exklusiv für das Light Festival 2025 geschaffen und greift die Faszination von Polarlichtern auf.

Im Zentrum der neueren Turbinenhalle B aus den 1950er Jahren überrascht ein riesiges spinnenähnliches Gebilde aus Licht. Der monumentale SPIDER von Groupe LAPS besteht aus 80 kleineren Spinnen mit einer Breite von je zwei Metern, die aus Röhren mit LED-Licht bestehen. Mit ihrem verspielten Rennen und Herumspringen ähneln die Spinnen in gewisser Weise Akrobaten. Mit den gemischten Gefühlen zwischen Phobie und Faszination gegenüber Spinnen spielt Groupe LAPS bei diesem Kunstwerk.

In Bloom vor dem Eingang beim Themseufer ist eine interaktive musikalische Lichtskulptur, die durch den Bestäubungsprozess von Pflanzen inspiriert ist. Das Kunstwerk ähnelt einer Pflanze mit zehn leuchtenden Kugeln als „Blüten“. Deren Berührung löst Töne und Farben aus, so dass die Besucher Teil einer kollektiven musikalischen und optischen Zusammenarbeit werden.

Im Gegensatz zum „Winter Lights Festival“ in Canary Wharf sind die Wege an der Battersea Power Station deutlich kürzer, und die Lichtskulpturen haben eher den Zweck, dass grandiose Gebäude zusätzlich in Szene zu setzen und ihm nicht die Show zu stehlen. Denn eines ist klar: Der eigentliche Star ist nach wie vor die denkmalgeschützte (Grade II* listed) Battersea Power Station, das ehemalige Kraftwerk im Art Deco Stil mit seinen imposanten, weithin sichtbaren vier weißen Schornsteinen. Das Gebäude ist in der Dunkelheit sowieso fantastisch beleuchtet und macht sommers wie winters eine gute Figur. Vor allem, wenn auch noch die einzelnen Schornsteine bei Dunkelheit in besonderes Licht getaucht werden.

Hinkommen zur Battersea Power Station
Die Battersea Power Station hat inzwischen eine eigene U-Bahn-Endstation in Zone 1 mit einem Abzweig von der Northern Line. Man kann aber auch von Westminster und Big Ben aus an der Themse entlang (etwa 4 Kilometer) bis zum ehemaligen Kraftwerk laufen. Alternativ mit dem Zug vom Bahnhof London Waterloo eine Station bis Vauxhall fahren und von dort aus laufen oder mit einem Bus weiterfahren. Battersea power Station hat am Themseufer auch eine eigenes Pier, von wo das Uber Boat von Thames Clippers in nur 15 Minuten bis Embankment oder 20 Minuten bis Blackfriars und weiter bis Greenwich fährt. Man kann auch sehr gut den Besuch mit einer Bootsfahrt kombinieren. Weitere Tipps für Sighseeing auf dem Wasser gibt es hier im Blog in den London Reisetipps.
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3 Gedanken zu „Battersea Power Station: Ein Lichtfestival gegen den Winter Blues“