Zwischenstopp: Lunch in Brüssel

Ein Zwischenstopp in der Altstadt von Brüssel lohnt sich immer, zum Beispiel wenn man mit dem Eurostar über Brüssel nach London reist und sowieso Zeit zum Umstieg benötigt.

Da ich ja seit Jahren regelmäßig mit dem Eurostar von Brüssel nach London und wieder zurück reise, kommt man je nach Tageszeit um einen Stopp in Belgiens Hauptstadt nicht herum. Da das Einchecken zum Eurostar je nach Fahrgastaufkommen dauern kann, wird empfohlen, mindestens 45-60 Minuten vor Abfahrt am Terminal zu sein. Da Stand März 2022 nur sechs Züge am Tag zwischen Brüssel und London pendeln, kann es beim Übergang vom ICE oder Thalys schon mal längere Wartezeiten geben. Ich muss gestehen, dass mir die Schönheit von Brüssel lange Zeit verborgen blieb, da ich immer nur am Bahnhof Brüssel-Midi/Zuid von/zum Eurostar umgestiegen bin, und die Umgebung dort nicht sonderlich einladend fand. Meist habe ich die Zeit in einem der zahlreichen Bistros direkt vor dem Bahnhof und dem Eurostar-Terminal überbrückt. Erst bei meiner ersten London-Reise nach Corona im September 2020 war ich wegen der späten Rückfahrt gezwungen, in Brüssel zu übernachten und habe mir daher ein Hotel im Zentrum gesucht, um die Stadt einmal etwas intensiver zu erkunden. Und siehe da: Es hat sich mehr als gelohnt!

Fast wie Paris: Die Innenstadt von Brüssel erfreut die Besucher mit historischen Häusern, engen Gassen und beschaulichen Plätzen. Das alles ist nur wenige Minuten Fußweg vom Bahnhof Brüssel Central entfernt. ©SCRITTI
Weiterlesen „Zwischenstopp: Lunch in Brüssel“

Reise-Tipp: Wie man das günstigste Bahnticket findet

Ich werde hier nach und nach einige Tricks vorstellen, wie man im allgemeinen Tarifdschungel auch kurzfristig noch günstige Tickets für Bahnreisen im Fernverkehr finden kann. Inzwischen nutzen viele Bahngesellschaften wie schon die Airlines ein so genanntes „Yield-Management“, bei dem sich Preise nach Zeitpunkt der Buchung und Auslastung richten und – je näher der Reisezeitpunkt rückt – teurer werden. Damit soll die Auslastung besser gesteuert werden. Die Deutsche Bahn etwa bietet Super-Sparpreise (SSP) ab 17,90 Euro (ohne BahnCard) an, die man bei Buchung mehrere Wochen im Voraus auf vielen Fernstrecken finden kann. Sind diese Kontingente erschöpft, wird es nach und nach teurer. Doch mit ein paar Tricks lassen sich im System auch kurzfristig noch versteckte Schnäppchen finden. Diese Tricks gelten auch für Bahnen in anderen Ländern wie Großbritannien, wo Ticketpreise ebenfalls extremen Schwankungen unterliegen. Für Anmerkungen oder weitere Tipps bin ich dankbar!

Allgemeines zum Ticketkauf: Online über die Webseite der Deutschen Bahn oder auf dem Smartphone über die jeweiligen Apps der Bahnen, zum Beispiel dem DB Navigator. Es gibt auch Anbieter wie Trainline.com oder Mobilitäts-Plattformen wie Omio, die europaweit auch über Grenzen hinweg Auskünfte erteilen und durchgehende Bahntickets verkaufen. Wer etwa die DB Navigator App installiert und sich angemeldet hat, bekommt sein gekauftes Ticket automatisch in die App übertragen. Über die App kann man auch eine dazu gehörige BahnCard speichern, um sie im Zug vorzuzeigen. Man muss Tickets in diesem Fall NICHT ausdrucken. Lediglich einige internationale Tickets wie etwa für die Fahrt mit dem Eurostar nach London müssen trotz App auf Papier ausgedruckt werden. Das Ticket wird in diesem Fall in der App nicht angezeigt! Weiterlesen „Reise-Tipp: Wie man das günstigste Bahnticket findet“

Bequem per Bahn nach London reisen

London ist per Bahn nur vier Stunden Fahrzeit von Köln entfernt und mit dem Eurostar bequem zu erreichen.

UPDATE Dezember 2021: Seit März 2020 können über die Deutsche Bahn keine Sparpreise nach London mehr gebucht werden! Man bekommt Tickets nun über die internationale Seite der Deutschen Bahn (DB) bzw. muss in der Regel nun zwei Tickets kombinieren, was entsprechend teurer wird und zu unterschiedlichen Storno-Bedingungen führt. Ich nutze bei der Fahrt über Brüssel in der Regel ein DB-Ticket zum Sparpreis bis Brüssel (meist so um die 30 Euro mit BahnCard 25) und dann ein Ticket direkt bei Eurostar gebucht über die Webseite oder App (ab 44 Euro je Fahrt). Man kann bei Eurostar nach Anmeldung beim Ticketkauf auch Punkte sammeln, die dann zum Beispiel als 20-Euro-Ermäßigung eingesetzt werden können. Aktuell gilt es nach Brexit und Corona dringend, die Einreisebestimmungen nach Großbritannien zu beachten, die sich leider wöchentlich ändern können. Einen Überblick gibt es auf der Eurostar-Webseite. Achtung: Es müssen auch die Einreisebestimmungen der durchfahrenen Länder beachtet werden. So muss im Dezember 2021 bei der Rückreise von London nach Belgien ein Einreiseformular ausgefüllt werden, weil man von außerhalb der EU kommt. Bei der Fahrt durch Frankreich ist aktuell auch für Geimpfte ein Corona-Test vorgeschrieben.

Back on track: Im September 2021 waren seit langer Zeit wieder Reisen mit dem Eurostar von Brüssel nach London ohne allzu großen Aufwand machbar. ©SCRITTI

Wie man bequem mit dem Eurostar von Deutschland aus über Brüssel oder Paris nach London reist, ist ausführlich auf meiner Seite mit UK-Reisetipps beschrieben. Bis Anfang 2020 gab es bei der Deutschen Bahn Sparpreise für die Fahrt Köln – London ab 59,90 Euro. Von/zu etwas weiter entfernten Zielen in Deutschland kostete es im Idealfall nur 10 Euro mehr.

Der Bahnbetreiber Eurostar hat seine Zugflotte modernisiert und 17 neue Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Siemens Velaro beschafft (Eurostar 320, Class 374). Diese entsprechen im Grundgerüst dem deutschen ICE 3 und sind seit Ende 2015 im Einsatz.

Daneben erhielten auch einige der betagten Schnellzüge auf TGV-Basis (Class 373) ein komplettes Refurbishment mit neuer Inneneinrichtung, die weitgehend jener der neuen Züge entspricht. Mitte 2018 werden auch die meisten Fahrten ab Brüssel mit den neuen oder modernisierten Fahrzeugen angeboten. Diese verfügen nun auch über kostenloses WLAN im Zug und einem bordeigenen Entertainment Angebot mit Filmen und TV-Serien (Amazon Prime), die man sich auf seinem Laptop, Tablet oder Smartphone anschauen kann. Das WLAN funktioniert übrigens auch im Eurotunnel unter dem Ärmelkanal sehr gut.

Weiterlesen „Bequem per Bahn nach London reisen“

Unterwegs mit dem FlixTrain

FlixTrain, ideal für: #günstige Bahnreise #preiswerte Tickets #Alternative zu DB #unkompliziertes Ambiente #einfache Buchung

Kürzlich war ich zum ersten Mal unterwegs mit dem FlixTrain. Nach dem Erfolg der Fernbusse unter der Marke FlixBus betreibt die private Flixmobility ja seit einiger Zeit zwei Linien auch mit Zügen: Die Strecken Hamburg – Köln (ehemals HKX) und Stuttgart – Berlin. Beide Verbindungen werden von der Flixmobility GmbH nur vermarktet. Wie bei den Kooperationen mit privaten Unternehmen beim Fernbusverkehr kümmern sich andere Unternehmen um das Eisenbahntechnische. Bei der Strecke Stuttgart – Berlin ist das nach der Insolvenz des früheren Betreibers Locomore nun das tschechische Unternehmen Leo Express, das in Tschechien mit modernen Fahrzeugen erfolgreich in Konkurrenz zur Staatsbahn unterwegs ist. Seit der Kooperation mit FlixTrain läuft das Geschäft, so dass bereits seit 21. Juni 2018 die Züge nun zweimal täglich von Stuttgart nach Berlin und wieder zurückfahren. Morgens ab Stuttgart um 6:21 Uhr und Do, Fr, So, Mo nachmittags auch um 14:12 Uhr. Zustiege sind unter anderem in Stuttgart, Vaihingen (Enz) oder Heidelberg möglich. Die Rückfahrten erfolgen ebenfalls morgens und nachmittags. Tickets für die Gesamtstrecke gibt es teils schon ab 9,99 Euro. Im Dezember 2018 sollen weitere Verbindungen wie Berlin – München folgen. Aktuell beklagt die Flixmobility in den Medien aber, dass sie von der Deutschen Bahn diskriminiert wird und auch für ihre künftigen Züge nur schlechte Zugtrassen zugewiesen bekommt, um dem ICE keine Konkurrenz zu machen.

FlixTrain-10
FlixTrain im Berliner Hauptbahnhof vor der Abfahrt nach Stuttgart ©SCRITTI

Für Fahrgäste ab Berlin ist die nachmittägliche Rückfahrt von Berlin Hbf um 14:54 Uhr eine echte Alternative zu den Zügen der Deutschen Bahn. Der FlixTrain ist zwar eine Stunde langsamer als der ICE. Aber die Fahrzeit auf der Gesamtstrecke von 6,5 Stunden kann sich dennoch sehen lassen. Auch der FlixTrain nutzt auf weiten Teilen die Schnellfahrstrecken und fährt dort auch mit Tempo 200. Weiterlesen „Unterwegs mit dem FlixTrain“

Fundstück: Don’t flush your hopes down the toilet

Britischer Humor auf der Zugtoilette im Pendolino von Virgin Trains auf der West Coast Main Line auf dem Weg in den Lake District. Das Beste: Wenn man die Tür zur Toilette geschlossen hat, erfolgt eine automatische Durchsage mit genau dem selben Inhalt! Die Briten halt…

Privater Fernzugbetreiber will mit 3 Linien an den Start gehen

Der Schnellzug Streckennetz
Das geplante Streckennetz mit Heilbronn als Knoten von Der Schnellzug.de
Um der Konkurrenz durch Fernbusse etwas entgegenzusetzen, wollte der private Fernzug-Betreiber Der Schnellzug.de mit Sitz in Heilbronn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 den Heilbronner Hauptbahnhof wieder zu einem Fernverkehrsknoten machen und mit der Linie D2 von Karlsruhe über Heilbronn und Schwäbisch Hall nach Dresden fahren. Sie sollte die Linie D1 von Stuttgart über Heilbronn und die Frankenbahn nach Würzburg, Bremen und Hamburg ergänzen. Doch laut einer aktuellen Pressemitteilung verhindere der Karlsruher Stadtbahn-Betreiber Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) dies angeblich bislang im Abschnitt bis Heilbronn. Grund hierfür: Derschnellzug.de könne keinen Fernverkehr auf Gleisen der privaten Infrastruktur der AVG zwischen Grötzingen und Heilbronn durchführen. Der AVG fehle die entsprechende Sicherheitsgenehmigung nach Allgemeinem Eisenbahngesetz (AEG), die es erlauben würde, dass Fernverkehr auf ihren Gleisen fahren könnte. Dies habe die AVG lange Zeit verschwiegen. Der private Betreiber wirft der AVG Verzögerungstaktik vor und unterstellt indirekt, dass man in Karlsruhe den neuen Fernverkehr bewusst behindern wolle. Der „Fernverkehr in Heilbronn bleibe weiter auf der Strecke“, so derschnellzug.de: „Mit der Umsetzung des Konzeptes wäre es nach rund 15 Jahren wieder möglich gewesen, ein solides Fernverkehrsangebot nach Heilbronn zu bringen. Mit den sich kreuzenden Linien und den untereinander abgestimmten Anschlüssen zwischen den Linie D1 und D2 hätte Heilbronn im Jahr 2016 wieder direkten Anschluss mit Fernzügen an Städte wie Nürnberg, Dresden, Hannover, Bremen und Hamburg.“ Da das Konzept davon lebe, aktiv die Kraichgaubahn zwischen Karlsruhe und Heilbronn einzubinden, sei es nun nicht mehr möglich, ein entsprechendes Angebot zu gestalten. Daher werde aktuell geprüft, wie die Linie D2 im Jahr 2016 auf die Strecke geschickt werden könne. Derschnellzug.de beabsichtige, eine Diskriminierungsbeschwerde einzureichen und arbeite weiter daran, im Jahr 2017 wieder durchgehenden Fernverkehr ins Kraichgau und Hohenloische zu bringen. Weitere Details dazu in einem Hintergrundpapier zur aktuellen Pressemitteilung.

%d Bloggern gefällt das: