Trip nach Kopenhagen: Immer am Wasser entlang

Das erste Mal in Dänemark und Kopenhagen! Kopenhagen ist eine jener Städte, von denen man immer wieder einmal etwas gehört und eigentlich nur positive Vorstellungen hat. Man denkt dabei an moderne Architektur, skandinavisches Design, viel Wasser und natürlich an die Fahrrad-Hauptstadt Europas. Insofern sind die Erwartungen hoch, und ich darf gleich verraten, dass sie nicht enttäuscht wurden! Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich bin natürlich mit dem Zug von Hamburg aus angereist, was sehr bequem war und nicht zu lange gedauert hat. Mehr dazu am Ende des Beitrags. Da ich nur ein verlängertes Wochenende in der dänischen Hauptstadt verbrachte, gibt es hier nur mal ein paar erste Eindrücke und Tipps. In der Zukunft wird sicherlich noch einiges dazukommen…

Kopenhagen-Wasser11
Fast wie Amsterdam: Entspanntes Stadtleben am Kanal in Kopenhagen. Das Fahrrad ist immer mit dabei ©SCRITTI

Am ersten Morgen führt mich der Weg vom Hotel direkt ans nahegelegene Wasser mit dem Südhafen, und der erste Eindruck ist gleich mehr als positiv: Man hat tolle Blicke auf eine moderne Stadt mit viel Geschichte. Während das westliche Ufer mit modernen Klötzen aus Stahl und Glas bebaut ist, liegt auf der gegenüberliegenden Seite das ehemalige Hafenviertel Islands Brygge, wo sich mit dem Hafenpark ein schmaler Streifen Grün entlang des Wassers erstreckt und die Menschen zum Sonnenbad einlädt.

 

Dahinter finden sich ehemalige historische Speicher, die inzwischen alle in Wohnungen umgebaut wurden. Man merkt sofort: Hier hat man klare Vorstellungen vom Leben am Wasser und bemüht sich, für die Stadtbewohner das Beste daraus zu machen. Besonders beeindruckend ist die Kalvebod Bolge eine faszinierende Anlage quer übers Wasser mit Wegen und Sitzmöglichkeiten sowie Turn- und Spielecken, es geht rauf und runter, überall sitzen Leute und genießen die Frühlingssonne.

Über eine der zwei Hauptbrücken in der Innenstadt kommt man auf die andere Seite nach Islands Brygge, wo man am ehemaliger Hafen entlangschlendern und im Kulturhaus günstig essen oder einfach in der Sonne sitzen kann.

 

Kopenhagen-Kulturhaus
Kulturhaus auf Islands Brygge, hier gibt es Veranstaltungen, Konzerte und preiswertes Essen ©SCRITTI

Es gibt zudem ein Sommerschwimmbad mitten im Fluss/Meer oder einen Elektrobootsverleih. Von hier aus kann man schön am Wasser entlang Richtung City spazieren vorbei an modernen Gebäuden auf der Ostseite mit Blick auf die vielen historischen Bauten am gegenüberliegenden Ufer. Besonders hervorstechen dabei die Bibliothek „Schwarzer Diamant“ und das neue Architektur und Design Forum.

 

Zum Kennenlernen der Stadt bieten sich auch in Kopenhagen Fahrten mit den Hop-on-hop-off Bussen an. Hier gibt es verschiedene Anbieter und verschiedene Routen. Das Unternehmen Stromma zum Beispiel bietet Kombipakete mit Bus- und Schiffstour an. Man hat mit dem Ticket 48 Stunden Zeit, um an verschiedenen Tagen die Bustour und die Bootstour zu machen.

Besonders die Sightseeing-Tour per Boot durch diverse Kanäle ist empfehlenswert. Man sieht Altes und Neues vom Wasser aus, insbesondere die neue Architektur mit Black Diamond, Designforum, Oper, der Müllverbrennungsanlage mit Skipiste am Horizont, den Hafen, ein wenig vom Freistaat Christiania vom Wasser aus, eine kleine idyllische Welt für sich auf der Insel. Natürlich muss auch die unvermeidliche Kleine Meerjungfrau mit dem Boot besucht werden, obwohl die Skulptur sehr unscheinbar ist und dem Besucher auf dem Wasser den Rücken zukehrt.

Kopenhagen-Leihrad
Am besten mit dem Rad: Es gibt in Kopenhagen verschiedene Leihradsysteme, die einfach und bequem per Smartphone-App zu bedienen sind. Donkey Republic zum Beispiel ist auch in anderen Städten wie Berlin verfügbar und nutzbar. Die App zeigt an, wo das nächste Fahrrad steht. Per App wird auch das Schloss geöffnet und verriegelt. Je länger man das Fahrrad nutzt, desto günstiger wird es in Relation zum Stundenpreis. ©SCRITTI

Ich war zwar nur ein verlängertes Wochenende Ende März 2019 in Kopenhagen, aber die Atmosphäre in der Stadt ist wirklich toll und aufregend. Da alles recht überschaubar ist, kann man sich gut zu Fuß oder am besten mit einem der zahlreichen Leihräder fortbewegen und sich einfach durch die Gassen und entlang der Kanäle treiben lassen. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen, da ich noch Vieles auf der Liste habe und nicht gesehen habe. Vor allem wird es im Sommer bei milderen Temperaturen sicherlich nochmals ein ganz anderes Erlebnis sein, wenn sich abends alles am Wasser und draußen abspielt!

Tipps zum Übernachten:
Übernachtet habe ich in Kopenhagen im Wakeup Bernstorffsgade, da sich das Hotel dieser Kette nur etwa zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt Richtung Wasser befindet und für Skandinavien ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Ein weiterer Ableger der Kette befindet sich nur wenige Straßen weiter.

Das Konzept ist zeitgemäß und praktisch und versucht, in der ansonsten sehr teuren Stadt dem Kunden ein gutes Angebot fürs Geld zu bieten. Die Zimmer sind zwar sehr klein, bieten aber alles, was man für den Städtetrip so braucht. Sie sind modern und praktisch eingerichtet mit kompakter Nasszelle hinter einer Glasschiebetür. Das große Bett befindet sich von Wand zu Wand direkt unterm Fenster, das über die ganze Breite geht. Zwei skandinavische Designstühle, und ein kleiner Schreibtisch ergänzen das Ensemble. Steckdosen gibt es genügend, das Internet ist unkompliziert und schnell ohne ständige Anmeldung. In der Lobby gibt es ein Café mit Drinks und Snacks sowie zahlreiche Sitzmöglichkeiten mit Tischen oder Sesseln. Bier, Saft, Kaffee oder Croissant haben relativ zivile Preise.

Mit dem Zug nach Kopenhagen:

Hamburg-IC3-DSB
Alle vier Stunden fährt ein dänischer IC3 Triebzug von Hamburg Hbf nach Kopenhagen ©SCRITTI

Die Anreise per Bahn gestaltet sich einfach: Von Hamburg fährt alle vier Stunden der Eurocity über Puttgarden und die Fähre nach Roedby direkt bis nach Kopenhagen. Der gesamte Zug fährt dabei auf die Fähre, die Überfahrt dauert rund 45 Minuten. Auf der Fähre muss man den Zug verlassen und die Zeit auf dem Oberdeck verbringen. Tickets gibt es im Sparpreis schon ab 30 Euro. Die Fahrzeit beträgt aktuell rund 5,5 Stunden, was auch daran liegt, dass die Strecke teils ohne Oberleitung und in einem vernachlässigten Zustand ist. Auf dänischer Seite finden aktuell umfangreiche Baumaßnahmen statt. Ab Ende September 2019 sinkt die Reisezeit auf rund 5 Stunden. Alternativ kann man auch über Flensburg über Land fahren, muss dabei aber umsteigen. Zudem dauert es auf dieser Strecke etwa 15-25 Minuten länger.

Autor: scritti

Freier Journalist und Fotograf, Südwestdeutschland Fachmann für Verkehr, Bahn, Bus, Reisen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.