Reise-Tipp: Frühlingsgefühle in Eastbourne

Das traditionelle Seebad Eastbourne im Osten von Brighton lockt mit toller Seepromenade, wunderschönem Pier, langen Stränden und dem höchsten Kreidefelsen im Süden. Hier kann man bereits im Frühling Sonne und Farben tanken.

UPDATE 2026: Eine neuere Version dieses Artikels mit aktuellen Tipps gibt es hier.

Das Seebad Brighton südlich von London kennt was jeder. Nur wenige Besucher verirren sich jedoch in das weiter östlich gelegene, viel entspanntere Eastbourne. Eastbourne ist ein populäres und traditionelles Britisches Seebad am Ärmelkanal in der Grafschaft East Sussex und mit knapp 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Sussex. London ist etwa 110 Kilometer oder eine eineinhalbstündige Zugfahrt entfernt. Nördlich liegen die bekannteren Seeorte und Fährhäfen Folkestone und Dover, südlich folgen Newhaven (ebenso mit Fährverbindungen nach Frankreich) und Brighton. Eastbourne liegt am östlichen Ende der South Downs, einer hügeligen Kreidelandschaft und dem bekannten Beachy Head, mit 162 Metern der höchste Kreidefelsen in Südengland. Zudem gibt es hier statistisch mit die höchste Anzahl an Sonnenstunden pro Jahr in Britannien. Wenn das mal kein Grund ist, einen Abstecher nach Eastbourne zu machen!

Eastbourne Promenade
Die schön gestaltete Seepromenade in Eastbourne im Frühling. ©SCRITTI

Im Vergleich zum großen und bekannteren Nachbarn Brighton geht es in Eastbourne eher gemächlich und traditionell britisch zu. Gerade im Frühjahr ist es eher beschaulich, manche finden es sogar regelrecht langweilig. Doch wenn man sich nach einer anstrengenden Woche in London mal etwas ausruhen und sich am Meer entspannen will, ist man hier genau richtig.

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Fundstück: Don’t flush your hopes down the toilet

Britischer Humor ist legendär und bestimmt manchmal sogar den Alltag in der Bahn

Britischer Humor auf der Zugtoilette im Pendolino von Virgin Trains auf der West Coast Main Line auf dem Weg in den Lake District. Das Beste: Wenn man die Tür zur Toilette geschlossen hat, erfolgt eine automatische Durchsage mit genau dem selben Inhalt! Die Briten halt…

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Hotel-Tipp: Premier Inn in London Sidcup

Wenn in London mal wieder die Hotelpreise explodieren, kann man etwas weiter draußen wie etwa in Sidcup oft noch bezahlbare Alternativen mit guter Bahnanbindung finden.

London ist ja bekannt für seine hohen Hotelpreise. Die Preise schwankenvon Tag zu Tag, und man findet zwar immer wieder mal Schnäppchen außerhalb der Saison, oft ist jedoch unter 150 Pfund kaum ein wirklich komfortables Hotelzimmer im weiteren Bereich der Innenstadt zu finden. Wer nicht unbedingt mitten im Zentrum sein muss und kein Vermögen für ein hochwertiges Hotel ausgeben möchte, dem empfehle ich die etwas außerhalb des Zentrums gelegenen Hotels der Kette Premier Inn. Premier Inn bietet einen sehr guten Standard zu oft zivilen Preisen, weshalb ich inzwischen absoluter Premier Inn-Fan bin und auch in Deutschland mit inzwischen über 50 Hotels fast nur noch bei Premier Inn übernachte, wie ich in diesem Beitrag berichte. Auch in London und Umgebung eröffnen immer wieder neue Premier Inn Hotels, so dass es sich lohnen kann, etwas weiter außerhalb abzusteigen, wenn die Preise in der City unbezahlbar werden. Die Premier Inn Hotels in Großbritannien haben in der Regel alle auch ein Restaurant und eine Bar. Das Essen im Hotel ist in der Regel sehr gut und nicht übermäßig teuer. Über die nach meiner Meinung 12 besten Premier Inn Hotels in London berichte ich hier im Beitrag. Dort finden sich auch alle wichtigen Infos rund um die Buchung eines Zimmers in einem Premier Inn Hotel.

Sidcup Prmier Inn Zimmer
Premier Inn Sidcup: Neue moderne Zimmer mit super bequemen Betten. ©SCRITTI

Wenn alle meine bevorzugten Optionen an Premier Inn Hotels in London ausgebucht oder schlicht zu teuer sind, ist meine erste Wahl am südöstlichen Stadtrand von London das immer noch recht neue Premier Inn London Sidcup. Sidcup ist ein ruhiger Vorort von London etwa 18 Kilometer entfernt von Charing Cross. Die Umgebung ist geprägt von Siedlungen mit Wohnhäusern, viel Grün und viele Freiflächen. Kein Wunder, bis zur Bildung von Greater London 1965 gehörte der Ort noch zur Grafschaft Kent. Es bietet zahlreiche Vorteile auch bei einem längeren Aufenthalt, weshalb ich es fast uneingeschränkt empfehlen kann.

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Fundstück: The New Ladies Waitingroom 1962

Manchester-Piccadilly 1962
Ladies Waitingroom Bahnhof Manchester-Piccadilly 1962 aus dem Buch British Rail Designed 1948-97.

Das Foto zeigt den neuen Wartesaal nur für Frauen im Bahnhof Manchester Piccadilly im Jahr 1962 nach der Umgestaltung des Bahnhofes Anfang der 60er Jahre. Reisen mit dem Zug war offenbar eine sehr deprimierende Angelegenheit, vor allem für Frauen…

British Rail Designed 1948-97
British Rail Designed 1948-97

Das Foto stammt aus dem bemerkenswerten Buch British Rail Designed 1948-97 von David Lawrence. Das Buch ist unter anderem erhältlich im Museums-Shop des London Transport Museums am Covent Garden. Dazu heißt es: This book is a very particular and very engrossing book charting the immense story of British Rail design in the period of railway nationalization from 1948 to 1997. British Rail Designed 1948 – 97 is about the design successes, and failures, of Britain’s most extensive state-sponsored industry. It is a story of people and ideas, movement, speed and colour. This book is required reading for anyone with an interest in railway and Industrial Design and Railway practice and politics.

Bahnparadies: Cambrian Line mit Barmouth Bridge, Wales

Barmouth an der Westküste von Wales ist ein idyllischer Ort mit grandioser historischer Eisenbahnbrücke

Hier mal ein paar Eindrücke von einer wunderbaren Bahnstrecke in Großbritannien, der Cambrian Line an der Westküste in Wales. Bei Barmouth fährt die Bahn entlang der Küste und eines langen Strandes über die 1867 erbaute Barmouth Bridge über den Fluss Afon Mawddach. Barmouth ist ein schöner kleiner Ort, der im Sommer viele Touristen anzieht. Die Fotos entstanden 2011, im Einsatz sind Dieseltriebwagen von Arriva Trains Wales, einer Tochter der Deutschen Bahn AG.

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Lago d’Iseo: Mit der Bahn zum schönsten See Nord-Italiens

Der Lago d’Iseo in den Südalpen ist einer der schönsten Seen Italiens mit spektakulärer Bahnfahrt am Seeufer entlang

Quick Facts: Sommerurlaub am Lago d’Iseo im September 2015
Anreise: halbstündlich per Bahn von Brescia an der Hauptstrecke Milano – Verona aus, Reisezeit etwa 30 Minuten
Unterkunft: Iseolago Hotel, großräumige Anlage am südlichen Seeufer etwas außerhalb von Iseo mit schönem Pool und Strand
Trips in die Umgebung: Mit der Bahn am See entlang nach Norden bis Pisogne oder oder per Schiff über den See und zur Insel Monte Isola

Idylle pur: Der Lago d’Iseo ©SCRITTI

Nicht umsonst gilt der Lago d’Iseo als einer der schönsten Seen Italiens, wie 2021 auch Esquire in einer Übersicht über die fünf schönsten Seen Italiens geschrieben hat. Er ist kleiner als die bekannten Seen in den Südalpen und liegt etwas unscheinbar zwischen Lago di Como und Lago die Garda ebenfalls am Ende der Alpen. Das Nordufer liegt steil von Felden umgeben, während es am Südende flacher und hügeliger wird mit Weingütern wie in der Toskana. Seit das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude hier im Jahr 2016 ein großes Spektakel mit dem Projekt „The floating Piers“ und auf dem See schwimmenden Stegen veranstaltet hat, ist der See deutlich bekannter geworden. Der Zustrom war so groß, dass zeitweise sogar der Bahnverkehr nach Iseo ausgesetzt werden musste. Zuvor traf man am Lago d’Iseo oft nur Einheimische oder Ausländer auf den Campingplätzen. Bei den Italienern war der See natürlich schon immer beliebt. Es gibt an den Ufern sehr viele Ferienwohnungen und Campingplätze, und auch in den Sommermonaten war der See nie überlaufen. Das Tolle ist jedoch: Man kann den See bequem per Bahn erreichen. Von Brescia aus führt die Bahnlinie in den Hauptort Iseo am südlichen Seeende und führt dann am östlichen Seeufer entlang teils sehr spektakulär an Steilküsten entlang und durch Tunnels bis hinauf nach Edolo fast schon an der Schweizer Grenze.

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Leaving London, auf nach Berlin!

Immer mehr Menschen verlassen London, weil sie sich die Stadt nicht mehr leisten können. Kreative zog es jahrelang nach Berlin.

Blick auf die London Docklands von Greenwich Park aus: Es wird in London viel gebaut, aber leisten kann sich solch eine Wohnung kaum jemand mit normalem Einkommen. ©SCRITTI

Trotz oder gerade wegen des Baubooms in London verlassen immer mehr Menschen die Hauptstadt: Sie können sich das Leben dort schlicht nicht mehr leisten oder sind es leid, horrende Summen für ein Minizimmer am äußeren Stadtrand zu bezahlen. 500 bis 600 Pfund für ein kleines Zimmer in einer Wohngemeinschaft sind nicht ungewöhnlich. Ganze Wohnungen kann sich kaum jemand leisten, oder wer noch eine günstige hat, wird früher oder später von den Eigentümern vertrieben. Der Guardian berichtete 2015 immer wieder über diese bedrückende Situation, wie etwa hier: Goodbye London: why people are leaving the capital. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit der Londoner Kreativszene, die in Berlin ihr neues Mekka gefunden hat: The Guardian: Creative young Brits are quitting London for affordable Berlin

Es gibt sie noch, klassische Wohnanlagen wie hier in Bermondsey nicht weit von der London Bridge auf der Südseite der Themse. Doch wer wohnt da tatsächlich im Jahre 2023? ©SCRITTI

Viele Kreative sind begeistert vom Leben in Berlin, da man hier im Jahre 2015 noch vergleichbar günstig wohnen kann, die Atmosphäre wesentlich entspannter ist als im always busy London und sowieso überall englisch gesprochen wird. Berlin ist zu dieser Zeit auf Platz drei der meist besuchtesten Städte in Europa (hinter Paris und London an der Spitze). Während 2013 noch rund 10.000 Briten in Berlin lebten, sind es 2015 bereits 14.000. Und wenn es in London so weiter geht, werden sicherlich noch einige dazu kommen. So sagt Scott van Looy, der seit 2012 Berlin für eine britische Firma arbeitet: “[In Berlin] there’s a sense of people doing things for themselves, for all the right reasons. In London, it’s office work, bars, sleep, repeat.”

UPDATE 2023: Fast zehn Jahre später herrscht in London trotz Brexit weiterhin ein irrsinniger Bauboom. Überall wachsen wie in Canary Wharf Hochhäuser überwiegend mit Apartments in die Höhe, worüber ich unter anderem hier berichte.

Auch die Gegend um Whitechapel in der City wurde in den letzten Jahren komplett auf den Kopf gestellt. Wie ein Geschwür wuchern die Hochhäuser aus der benachbarten City nach Osten und fressen die alten Stadthäuser auf, in denen zuvor jahrzehntelang Zuwanderer gelebt haben, so dass die Gegend zwangsläufig gentrifiziert wird. Lediglich die historischen Pubs bleiben in der Regel erhalten, während nebenan und gegenüber neue Coffeeshops und schicke Restaurants eröffnen. Erneut fragt man sich: Wer um Himmels Willen kann sich den Kauf solcher Wohnungen leisten? Wer wohnt in diesen Häusern? Oder wohnt da überhaupt jemand?

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Kreiselkunst: Die Inseln des Zorns

Muss weg, da nicht verkehrssicher: Kreiselkunst Erlenbach
Muss weg, da nicht verkehrssicher: Kreiselkunst Erlenbach
Wir hatten ja an dieser Stelle schon einmal über wenn nicht gar sinnlose, so doch zumindest fragwürdige Kunst in Verkehrskreiseln auf Kosten des Steuerzahlers in deutschen Weinbaugemeinden berichtet. Seit einiger Zeit gehen nun die Wogen erneut zu diesem Thema hoch. Grund: Die EU verlangt den Abbau von solcher „Kreiselkunst“, die ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen könnte, und das Land als ausführendes Organ will nun etliche Kreisel-Inhalte in Baden-Württemberg beseitigen lassen. Es könnte ja sein, dass irgendein volltrunkener Autofahrer nachts, statt in den Kreisverkehr abzubiegen, einfach geradeaus auf die schöne Kunst aus Felsen, Mauern oder Stahlstreben rauscht. Jetzt hat auch die Süddeutsche Zeitung das Thema aufgegriffen unter dem Titel „Insel des Zorns“: „In vielen Ländern Europas entschloss man sich, die immerhin zum Schutz von Menschenleben gedachte Maßgabe erst mal herzhaft zu ignorieren. Die Stadt Paris ließ ausrichten, man werde weder den Arc de Triomphe abtragen noch den Obelisken auf dem Place de la Concorde fällen. Auch in Deutschland mühte sich niemand, bestehende Kreisverkehre zu überprüfen. In Nordrhein-Westfalen verweist das Verkehrsministerium auf Einzelfalllösungen, in Bayern gibt es ein „Merkblatt“ zum Kreiselbau. Nur in Baden-Württemberg zimmerte die grün-rote Landesregierung einen grundsätzlichen „Kreisel-Erlass“, der ihr jetzt um die Ohren fliegt.“ Ja, das sind die Themen, die uns in diesem Lande wirklich bewegen!

Wir landen auf dem Mars!

NASA-Video Mars-Landung
NASA-Video Mars-Landung
Am 6. August 2012 landete der Mars-Rover Curiosity auf dem Mars. Die US-Weltraumbehörde NASA hat nun ein hochauflösendes Video von der Landung veröffentlicht, das aus hoch aufgelösten Bildern generiert wurde, die die an dem Rover angebrachte Kamera MARDI (Mars Decent Imager) aufgezeichnet und an die Erde gesendet hatte. Im Hintergrund sind die Funksprüche und die Reaktionen der im Kontrollzentrum anwesenden NASA-Mitarbeiter zu hören.

14 Kopfbahnhöfe in einer Stadt

Hier einmal zwei Fotos aus London: London Victoria Station und London Liverpool Station um die Mittagszeit.

London Victoria Station by SCRITTI
London Victoria Station by SCRITTI

London Liverpool Street by SCRITTI
London Liverpool Street by SCRITTI
Die Züge fahren in der Regel halbstündlich in alle Richtungen, in der rush-hour wird der Takt weiter verdichtet. Dies sind nur zwei von insgesamt 14 Kopfbahnhöfen in London. Wenn man das Treiben in der Metropole verfolgt, fragt man sich erst recht, wie irgendjemand mit ein bisschen Verstand überhaupt auf die Idee kommen kann, in einer Großstadt wie Stuttgart einen funktionierenden Kopfbahnhof mit 16 Gleisen und zahllosen Ausbau-Optionen für die Zukunft in einen unterirdischen Flaschenhals mit nur vier Gleisen pro Richtung verwandeln zu wollen. Eine solche Ideen würde in die USA der 50er Jahre passen, als das Siechtum der Eisenbahn begann und die Auto- und Öllobby alles daran setzte, ein gut funktionierendes Transportsystem zu zerstören. Aber mitten im Europa des 21. Jahrhunderts?