Technologie mit Zukunft? Übers Meer fliegen mit dem letzten Hovercraft

Es gibt sie noch, die legendären Hovercrafts. Nicht mehr die gigantischen Fahrzeuge über dem Ärmelkanal, aber kleinere Luftkissenboote bringen weiterhin Passagiere in Südengland schnell und bequem von Portsmouth zur Isle of Wight und zurück. Dabei können sie die unbestreitbaren Vorteile der Luftkissentechnik voll ausspielen. Die Fahrt im Hovercraft ist ein unvergessliches Erlebnis und eine ganz besondere Art des Reisens. Kommt das Hovercraft also bald zurück?

For an English translation use the Google Translator Button in the menu on the right (Website) or on the bottom (mobile device).

Luftkissenboote beziehungsweise Hovercrafts im Englischen haben viele Menschen in den 1960er und 1970er Jahren fasziniert. Sie waren Ausdruck der Moderne in einer Zeit, als die Zukunft noch von durch Hochhausschluchten fliegenden Autos bestimmt war. Ein Luftkissenboot hatte etwas Magisches und Futuristisches an sich, konnte es doch elegant über jede Oberfläche gleiten und kam dem Zukunftsideal von Autos ohne Räder und grenzenloser Mobilität schon ziemlich nahe. Am bekanntesten waren die Verbindungen mit dem Hovercraft über den Ärmelkanal zwischen Großbritannien und Frankreich, die erstmals 1966 von Ramsgate und Dover nach Calais als reiner Passagierdienst den Betrieb aufnahmen. Die Überfahrt mit dem Hovercraft war deutlich schneller als mit einem konventionellen Fährschiff, deshalb konnte sie auch teurer sein. Den Höhepunkt erreichte der Bau von Hovercrafts in England mit den ab 1968 in Dienst gestellten Luftkissenfahrzeugen des Typs Saunders Roe Nautical 4 (SR.N4). Die insgesamt sechs Exemplare waren die größten zivilen Luftkissenfahrzeuge der Welt und gleichzeitig die einzigen, die neben Passagieren auch Automobile und Busse beförderten. Sie waren bis zum Jahr 2000 zwischen Dover und Calais im Einsatz und benötigten für die 33 Kilometer lange Strecke rund 35 Minuten. Der Rekord lag sogar bei nur 22 Minuten für eine Kanalüberquerung mit einem Hovercraft! Irgendwann sind die Luftkissenboote jedoch klammheimlich von der Oberfläche verschwunden, weshalb man sich wie die BBC in einem Artikel von 2015 fragt, was aus dieser einst so revolutionären Technik eigentlich geworden ist.

Kurz mal übers Meer flitzen: Ein Hovercraft von Portsmouth kommend kurz vor der Ankunft in Ryde auf der Isle of Wight im Sommer 2022. ©SCRITTI

Immerhin gehören Hovercrafts zu den wenigen Fahrzeugen, die sich sowohl über Land als auch über Wasser fortbewegen können, was in bestimmten Situationen ein überragender Vorteil sein kann. Im Juli 2022 hatte ich endlich Gelegenheit, zum ersten Mal mit einem der letzten kommerziell eingesetzten Hovercrafts von Hovertravel übers Meer „zu fliegen“. Ja, eine Fahrt im Hovercraft fühlt sich tatsächlich wie Fliegen an. Und ich muss sagen: Das war mit Abstand die coolste Art, sich über Wasser und Land nahtlos fortzubewegen! Hat diese Technik also immer noch eine Zukunft?

„Technologie mit Zukunft? Übers Meer fliegen mit dem letzten Hovercraft“ weiterlesen

Herausragende Bahnhöfe: Das Art Deco Juwel von Richmond

Das beschauliche Richmond im Südwesten von London hat neben einer idyllischen Uferpromenade an der Themse einen wunderschönen Bahnhof im Stil des Art Deco, der nach umfassender Restaurierung nun wieder in alter Pracht erstrahlt und ein Grund mehr für einen Ausflug in diese Ecke von London ist.

For an English translation use the Google Translator Button in the menu on the right (Website) or on the bottom (mobile device).

Richmond, gelegen an der Themse im Südwesten von London, gehört sicherlich zu den schönsten Stadtteilen der Metropole. Es wundert nicht, dass hier in der gutbürgerlichen Idylle rund 15 Kilometer vom Zentrum entfernt vor allem Leute leben, die es sich leisten können. Ich kann einen Ausflug nach Richmond und einen Spaziergang am beschaulichen Ufer der Themse entlang oder durch den großen Richmond Park immer wieder empfehlen. Auch die Royal Botanic Gardens von Kew grenzen direkt an Richmond an und zählen zu den größten, umfangreichsten und ältesten botanischen Gärten der Welt. Besonders idyllisch ist die Fahrt nach Richmond mit dem Ausflugsschiff über die Themse, was allerdings einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Mehr dazu steht hier im Beitrag.

Richmond Station Restauration Fassade night SWR
Besonders elegant wirkt nun die abendlich beleuchtete Fassade vom Bahnhof Richmond mit dem Blick in die Bahnhofshalle durch die großen Türen und Fenster. ©SWR / Network Rail

Viele Wege führen nach Richmond. Am schnellsten erreicht man Richmond aus London heraus per Bahn, entweder mit der District Line der Londoner U-Bahn oder mit Zügen der Mildmay Line der London Overground, die beide im Bahnhof Richmond ihre Endstation haben. Hinzu kommen noch Vorortzüge von South Western Railway (SWR), die vom Bahnhof London Waterloo aus den Bahnhof Richmond auf direktem Weg in nur 16 Minuten erreichen. Von dort ist es nur ein Fußweg von etwa zehn Minuten bis zum Themseufer, wo das Herz von Richmond schlägt.

Richmond hat mit der tollen Uferpromenade seinen ganz besonderen Reiz und lockt vor allem am Wochenende zahlreiche Ausflügler an. ©SCRITTI

Wenn man per Bahn in Richmond ankommt, dann erwartet einen seit Sommer 2025 gleich die erste Attraktion direkt im Bahnhof: Das wunderschöne, frisch und stilecht renovierte Bahnhofsgebäude im Stil des Art Deco von 1937! Zahlreiche wiederhergestellte Details lassen einen in die Eisenbahnwelt der 1930er Jahre eintauchen und verströmen eine Aura von zeitloser Eleganz und Modernität, die anschaulich zeigt, wie weit die Architekten in jener Epoche ihrer Zeit voraus waren. Wer erleben will, wie man vergessene Schätze durch sorgfältige Restaurierung wieder wach küssen kann, sollte unbedingt hinfahren.

„Herausragende Bahnhöfe: Das Art Deco Juwel von Richmond“ weiterlesen

London Spezial: Hidden Underground Touren in die Vergangenheit der U-Bahn

Die sehr beliebten Touren vom London Transport Museum durch stillgelegte U-Bahn Stationen und aufgegebene Tunnel entführen in eine faszinierende Welt tief im Untergrund und in die Vergangenheit von London.

Update Februar 2026: Es können wieder über das London Transport Museum neue Tickets für die beliebten „Hidden London“ Underground Touren bis September 2026 gebucht werden. Newsletter-Abonnenten können über einen speziellen Link bereits 24 Stunden vorher exklusiv Tickets für kommende Touren kaufen.

For an English translation use the Google Translator Button in the menu on the right (Website) or on the bottom (mobile device).

Das London Transport Museum am Covent Garden (das übrigens wirklich einen Besuch wert ist, da über das Transportsystem von London auch viel über die geschichtliche Entwicklung der ganzen Stadt erzählt wird!) bietet regelmäßig als „Hidden London“ geführte Touren im Londoner Untergrund an. Ähnlich wie beim Verein Berliner Unterwelten geht es dabei um stillgelegte oder nicht mehr genutzte Tunnel, versteckte oder aufgegebene Stationen und geheime Wege im weit verzweigten Londoner U-Bahn System. Die Touren bieten meist nur Platz für wenige Teilnehmende und sind daher oft Monate im Voraus ausgebucht.

London Charing Cross Station Hidden London Underground Tour Escalators
Gespenstische Atmosphäre im stillgelegten Bereich der U-Bahn unter dem Bahnhof Charing Cross. ©SCRITTI

Um rechtzeitig Informationen über Termine und Tickets zu bekommen, abonniert man am besten den Newsletter des London Transport Museums. Die nächste Runde im Ticket-Verkauf startet am Mittwoch, den 25. Februar 2026. Newsletter-Abonnenten erhalten schon einen Tag vorher einen exklusiven Link, über den die begehrten Tickets erworben werden können. Es wird empfohlen, sich einen Account beim London Transport Museum zuzulegen, um den Ticketkauf zu beschleunigen. Aktuell kosten die Tickets für eine Tour pro Person meist zwischen 40 und 45 Pfund. Nicht gerade günstig, aber es lohnt sich auch für Nicht-Tube-Nerds! Die Touren dauern meist zwischen 75 und 90 Minuten.

Auf dem Programm stehen neben den Touren Euston: The Lost Tunnels und Charing Cross: Behind the silver screen, über die ich nachfolgend im Beitrag berichte, zum Beispiel Piccadilly Circus: The Heart of London, Baker Street: the world’s first Underground oder Aldwych: The End of the Line. Es gibt inzwischen auch noch eine oberirdische Walking Tour Secrets of central London durch das Theaterland und Covent Garden. Dieser Rundgang enthüllt wenig bekannte Fakten über die Gegend, die direkt aus den Archiven des London Transport Museum stammen. Man erfährt außerdem, wie bekannte Straßen die Londoner Verkehrsinfrastruktur prägten – vom Bau der Piccadilly Line und des Kingsway Tram Tunnels bis hin zum Bau der Elizabeth Line in den 2010er-Jahren. Aufregender sind jedoch sicherlich die Touren durch verlassene Tunnel und Bahnhöfe im Untergrund.

„London Spezial: Hidden Underground Touren in die Vergangenheit der U-Bahn“ weiterlesen