Wo der Fahrgast die Wahl hat

First Bus in Lacock
First Bus in Lacock

Wenn man in England unterwegs ist, kann man immer wieder über den Öffentlichen Verkehr und den Wettbewerb zwischen den Unternehmen staunen. Im kleinen Ort Lacock etwa, dort fahren zwei Busunternehmen in Konkurrenz jeweils eine eigene Linie in die nächste Stadt Chippenham mit jeweils eigenen Tarifen. Das eine Unternehmen fährt ungefähr stündlich, das andere halbstündlich. Lediglich drei bis vier Verbindungen am Abend sind als tarifliche Kooperation gekennzeichnet, weil diese vom Aufgabenträger bezuschusst werden. Ansonsten fahren wohl beide Unternehmen auf eigenes Risiko. Deshalb bezahlt man auch direkt im Bus und nicht am Automaten.

Lacock Fahrplan Bus
Lacock Fahrplan Bus

Ein solches Angebot könnte man in der Tat als Wettbewerb im Öffentlichen Verkehr bezeichnen! Als Kunde zieht man in der Regel die Wahl zwischen unterschiedlichen Angeboten und günstigen Preisen der deutschen Gleichmacherei via Verkehrsverbund und Einheitstarif vor. In England bezahlt man einfach direkt im Bus je Fahrt. In Deutschland muss es dagegen ein einheitlich gültiges (Papier-)ticket von München-Schwabing bis Flensburg geben, auch wenn man unterwegs sechsmal umsteigen und die Verkehrsunternehmen wechseln muss. Den Preis für dieses Ticket diktiert in Deutschland daher das größte Unternehmen mit der größten Marktmacht. Aber ist der Menschheit wirklich geholfen, wenn etwa die Quittung bei Starbucks auch für das Croissant zum Einheitspreis in einem anderen Coffeeshop gilt und man eine Behörde braucht, die hinterher ausklamüsert, welchen Anteil der Bäcker und welchen der jeweilige Verkäufer am endgültigen Gewinn nach Abzug der Behörden-internen Kosten bekommt?

Wir landen auf dem Mars!

NASA-Video Mars-Landung
NASA-Video Mars-Landung
Am 6. August 2012 landete der Mars-Rover Curiosity auf dem Mars. Die US-Weltraumbehörde NASA hat nun ein hochauflösendes Video von der Landung veröffentlicht, das aus hoch aufgelösten Bildern generiert wurde, die die an dem Rover angebrachte Kamera MARDI (Mars Decent Imager) aufgezeichnet und an die Erde gesendet hatte. Im Hintergrund sind die Funksprüche und die Reaktionen der im Kontrollzentrum anwesenden NASA-Mitarbeiter zu hören.

14 Kopfbahnhöfe in einer Stadt

Hier einmal zwei Fotos aus London: London Victoria Station und London Liverpool Station um die Mittagszeit.

London Victoria Station by SCRITTI
London Victoria Station by SCRITTI

London Liverpool Street by SCRITTI
London Liverpool Street by SCRITTI
Die Züge fahren in der Regel halbstündlich in alle Richtungen, in der rush-hour wird der Takt weiter verdichtet. Dies sind nur zwei von insgesamt 14 Kopfbahnhöfen in London. Wenn man das Treiben in der Metropole verfolgt, fragt man sich erst recht, wie irgendjemand mit ein bisschen Verstand überhaupt auf die Idee kommen kann, in einer Großstadt wie Stuttgart einen funktionierenden Kopfbahnhof mit 16 Gleisen und zahllosen Ausbau-Optionen für die Zukunft in einen unterirdischen Flaschenhals mit nur vier Gleisen pro Richtung verwandeln zu wollen. Eine solche Ideen würde in die USA der 50er Jahre passen, als das Siechtum der Eisenbahn begann und die Auto- und Öllobby alles daran setzte, ein gut funktionierendes Transportsystem zu zerstören. Aber mitten im Europa des 21. Jahrhunderts?

Brückenbus als Zukunft der Mobilität?

China 3d-Express-Bus-System
China 3d-Express-Bus-System
Das Unternehmen HS Future will bei der Lösung der chinesischen Verkehrsprobleme ganz neue Wege gehen. Wo der Platz für Autos und öffentliche Verkehrsmittel zu knapp ist, sollen künftig auf Schienen fahrende Bus-Brücken („3D Express-Bus“) für Abhilfe sorgen. Ähnlich wie bei einer Auto-Fähre sitzen die Fahrgäste im Obergeschoss, während unter ihnen die Autos ganz normal auf der Straße fahren. Ende August ist das Pilotprojekt von einem großen Lokomotivunternehmen übernommen worden, das sofort mit der Produktion beginnen will. Es wird erwartet, dass man in Beijing zu Ende nächsten Jahres im Bezirk Mentougou in den Brückenbus einsteigen kann.

Deutschland ist krank!

2009-07_A6-Stau
2009-07_A6-Stau
Auf der A 6 kurz vor dem Weinsberger Kreuz am 30. Juli 2009, so wie alle Tage im Jahr…

So parkiert man in der Schweiz

Sursee Bhf, Radparkplatz
Sursee Bhf, Radparkplatz
Hier mal wieder ein eindrucksvolles Foto: Doppelstöckiger Radparkplatz am Bahnhof von Sursee, Schweiz, eine ganz normale Kleinstadt, 8.573 Einwohner, keine Universität.

Obama plant Zukunft für die Bahn in USA

us-intercity-passenger-rail-network
us-intercity-passenger-rail-network
Mit Barack Obama soll die Eisenbahn in den USA wieder eine Zukunft haben. Der US-Präsident hat angekündigt, Milliarden in den Ausbau des amerikanischen Schienennetzes zu investieren und Pläne für ein System von Hochgeschwindigkeitszügen vorgestellt. Obama hält den Ausbau des amerikanischen Schienennetzes für längst überfällig. Bis 2012 sollen acht Milliarden Dollar für bis zu zehn Schienennetze in den Ballungsgebieten investiert werden. Eine Verbindung quer durch die USA ist zunächst nicht geplant. Auf den Bahnstrecken mit bis zu knapp 1000 Kilometern Länge sollen Züge mit bis zu 240 Kilometern pro Stunde fahren können. Bislang verkehren lediglich zwischen Washington, New York und Boston Hochgeschwindigkeitszüge von Amtrak auf Basis des TGV unter der Marke Acela. Die Züge können Tempo 240 erreichen, sind jedoch nur eine halbe Stunde schneller als Regionalzüge. Die Fahrzeit für die rund 360 Kilometer von Washington nach New York sank unter drei Stunden.

Hier gibt es ein offizielles Dokument über die Regierungspläne zum künftigen Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn in den USA: US highspeed rail strategic plan (pdf ca. 2 MB).

Obama calls for high-speed rail development mit Film von Obamas Ansprache bei msnbc.

Obamas Pläne haben in den USA gleich zu heftigen Debatten über die Sinnhaftigkeit von Eisenbahnen geführt, wie man auf vielen Nachrichtenseiten und Blogs sehen kann. Tenor: Wozu brauchen wir Züge, wenn Fliegen und Autofahren viel billiger ist und schneller geht?

Mit dem Thema beschäftigen sich auch verschiedene US-Blogs:
California High Speed Rail Blog
Switching Modes

Hier gibt es eine SCRITTI-Reisereportage über eine Zugfahrt von San Francisco nach Chicago.

Renaissance der Schiene weltweit und Deutschland profitiert

Alstom AGV, TGV-Nachfolgemodell auf InnoTrans 2008
Alstom AGV, TGV-Nachfolgemodell auf InnoTrans 2008

Zur Abwechslung auch mal etwas Positives: „Das große Comeback der Bahn“ schreibt die Welt am Sonntag und berichtet, dass die
Eisenbahn weltweit den größten Aufschwung ihrer Geschichte erlebt. Viele Staaten entdeckten die Vorteile des Schienenverkehrs, deutsche Firmen profitierten wegen ihres Know-Hows besonders stark davon. Interessant: „Das Comeback lässt sich mit Zahlen belegen: Weltweit hat die Branche der Zug- und Gleisbauer oder Schienentechnikkonstrukteure noch nie so gut verdient wie in den vergangenen zwei Jahren. Die Beratungsgesellschaft SCI fasst in ihrer Studie „Weltmarkt Bahntechnik 2009-2013“, die der „Welt am Sonntag“ exklusiv vorliegt, die jüngste Entwicklung so zusammen: „Der weltweite Markt für bahntechnische Produkte weist derzeit ein Volumen von 125,5 Milliarden Euro aus. 2006 lag es bei rund 100 Milliarden Euro.“ Einen derartigen Aufschwung habe die Branche seit Bestehen der Eisenbahn nicht erlebt.“ Zum Artikel.

So was gibt’s auch!

Man glaubt es kaum, aber in Göttingen wird offensichtlich Rad gefahren! Vielleicht ist Deutschland doch noch zu retten?

Fahrrad Parkplatz Göttingen Hbf

Luftig, leicht und filigran – statt unterirdischer Größenwahn!

Architekturentwurf für einen modernisierten Kopfbahnhof

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 präsentiert neue Entwürfe eines modernisierten Kopfbahnhofes. Eine gläserne, bogenförmige Dachkonstruktion über den Bahnsteigen soll eine mondäne, lichtdurchflutete Bahnhofshalle schaffen. Auch wenn der Bau des Tunnelbahnhofes beschlossen scheint, so sind die Kosten nachwievor schön gerechnet und werden mit Sicherheit weiter zu Lasten der Steuerzahler explodieren. Niemand braucht einen Tunnelbahnhof in Stuttgart, der lediglich einen neuen Engpass im deutschen Schienennetz schafft. Die Vorteile eines modernisierten Kopfbahnhofes sind eindeutig: niedrigere Kosten, genügend Gleis-Kapazitäten für Integralen Taktfahrplan und mehr Verkehr in der Zukunft, Erhalt des historischen Hauptbahnhofes, ökologisch verträglicher, kundenfreundlich, da keine gigantischen Treppenanlagen, sondern ebenerdiger Zugang zu den Gleisen, etc.etc.

Mehr Info der Tunnelgegner: Kopfbahnhof-21.de