Juni-Tipps: Kühle Gärten, beschauliche Kanäle und endlose Strände

London lockt im Juni mit einem großen Garten-Festival oder beschaulichen Bootsfahrten auf dem Regent’s Kanal. Jenseits des Trubels bietet sich ein entspannter Tag am Meer an.

Worthing Pier Art Deco

Das Pfingstwochenende wird auch in London wohl sehr voll werden. Zumal wieder jede Menge Events angesagt sind, und auch die Open Air Saison mit Festivals, Ausstellungen und Musikveranstaltungen begonnen hat. Ein Highlight am ersten Juni-Wochenende ist auf jeden Fall das beliebte Event London Open Gardens. Unzählige Gärten, die sonst für die Allgemeinheit verschlossen sind, öffnen am 7. und 8. Juni 2025 ihre Pforten und lassen die Besucher in über 100 kleinere und größere grüne Oasen eintauchen.

London Belgravia Eccleston Square Garden
Bei London Open Gardens gibt es Einblicke in Gärten wie am Eccleston Square in Belgravia. ©SCRITTI

Egal ob Dachgärten, Community Gardens, kleine Parks, historische Anlagen oder ganz private Hausgärten, die Auswahl ist riesig. Es werden auch Rundgänge oder Gesprächsrunden mit den Menschen angeboten, die Grünflächen für Natur, Klima und die Stadtbewohner pflegen und erhalten. Man muss Tickets buchen, um Zutritt zu den Gärten zu bekommen oder um an Walks, Führungen und Radtouren teilzunehmen.

Seltene Einblicke in die Verkehrsgeschichte

London Transport Museum Acton Depot
Historische Busse und Bahnen gibt es im Museums Depot in Acton zu entdecken. ©SCRITTI

Am ersten Juni-Wochenende gibt es zum zweiten Mal in diesem Jahr Tage der Offenen Tür im Museums Depot in Acton vom London Transport Museum. In den großen Hallen wird alles gesammelt und aufbewahrt, was bedeutend für den Londoner Nahverkehr war. An drei Wochenenden im Jahr gibt es jeweils einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Depots mit rund 320.000 Objekten. Das Motto an den drei Tagen von Freitag 6. Juni bis Sonntag 8. Juni ist „All Signals Green“: Im Zentrum steht das Thema Nachhaltigkeit und wie Londons Öffentlicher Verkehr noch grüner werden kann. Es gibt auch immer Führungen und Diskussionsrunden und ein umfangreiches Programm für Kinder. Was es im Museums Depot alles Spannendes zu entdecken gibt, steht hier im Beitrag.

Am und auf dem Kanal durch den Norden von London

Regent's Canal Little Venice Narrow Boats
Mitten in London leben Menschen auf dem Regent’s Canal idyllisch auf Hausbooten. Eine der bekanntesten Bootsbewohnerin ist die deutsche ARD London Korrespondentin Annette Dittert. ©SCRITTI

Sonnige und heiße Sommertage verbringt man auch in London am besten am oder auf dem Wasser. Möglichkeiten für Bootstouren die Themse rauf und runter gibt es genügend, egal ob mit privaten Ausflugsschiffen oder ganz einfach mit dem River Bus im Linienverkehr. Ein etwas versteckteres Highlight sind die gemütlichen Bootsfahrten über den Regent’s Canal zwischen Camden und Little Venice, eine kleine grüne Oase mitten in London. Hier kann man auch sehr schön parallel zum Kanal nach Primrose Hill oder bis nach King’s Cross flanieren und eher unbekannte Seiten von London entdecken. Mehr dazu steht hier im Beitrag.

Worthing statt Brighton: Ein entspannter Tag am Meer

Wem es in London dann trotzdem zu heiß wird, der kann die Gelegenheit ja auch für einen Tagestrip ans Meer nutzen. Zum Glück ist das Meer von London aus ja schon nach einer Stunde Bahnfahrt erreichbar.

Viele Besucher verschlägt es regelmäßig nach Süden ins Seebad Brighton, das in rund einer Stunde Bahnfahrt schnell erreichbar ist. Brighton ist allerdings auch eine Großstadt und wird nicht umsonst auch „London am Meer“ genannt.

Worthing Pier Art Deco
Das Seebad Worthing westlich von Brighton bietet eine historische Pier Anlage mit Gebäuden im Stil des Art Deco. ©SCRITTI

Wer es gerne etwas weniger trubelig mag, dem empfehle ich an Brighton vorbei etwa 18 Kilometer weiter nach Westen ins Seebad Worthing zu fahren. Belohnt wird man mit kilometerlangen Stränden und dem historischen Worthing Pier aus viktorianischen Zeiten. Das Highlight sind zweifellos die schön restaurierten Pier Gebäude. Ein Meisterwerk im Stil des Art Deco am südlichen Ende des Piers ist das beliebte Restaurant Perch on the Pier mit tollen Ausblicken übers Meer.

Worthing Beach Pier
Worthing lockt an heißen Tagen mit kilometerlangen Stränden und der schön sanierten, historischen Pier Anlage. ©SCRITTI

Zur Pier Anlage gehören auch der historische Worthing Pavilion, der Worthing Lido und weitere Gebäude im Stil des Art Deco. In Worthing gibt es nicht nur für Architekturliebhaber einiges zu entdecken.

Hinkommen: Vom Bahnhof London Victoria aus fahren Züge teils halbstündlich direkt nach Worthing (Ziel Littlehampton). Dafür benötigen sie knapp eineinhalb Stunden. Alternativ kann man auch nach Brighton fahren und dort in einen Regionalzug nach Worthing umsteigen. Da sich der Bahnhof Worthing etwas im Landesinnern befindet, muss man ins Zentrum und zum Pier etwa 20 Minuten laufen oder mit einem Bus fahren.

Übernachten: Wer länger als nur einen Tagesausflug in Worthing bleiben möchte, dem kann ich das Premier Inn Worthing Seafront Hotel empfehlen, dass sich direkt an der Strandpromenade nicht weit vom Art Deco Pier entfernt befindet.

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Autor: scritti

Freier Journalist, Author und Fotograf, Heilbronn / Berlin / London Experte für Mobilität und Klima, Bahn, Bus, Reisen, Architektur

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