September-Tipps: Eine unvergängliche Seele, offene Züge und Häuser sowie exotische Rückkehrer aus einer anderen Zeit

Im September bringt in London das jährliche Open House Festival Einblicke hinter sonst verschlossene Türen von hunderten historischen Gebäuden. In Deutschland lädt der Tag der Schiene in die Welt der Eisenbahn, und in Amsterdam gibt es eine bedeutende Werkschau einer großen Künstlerin, die unerwartet verstorben ist.

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Wie jedes Jahr ist im September noch viel geboten, vor allem im Freien. Eines meiner jährlichen Highlights spielt sich immer in London ab, und in der Regel versuche ich das Open House Festival auch nicht zu verpassen. Doch blicken wir zuerst in die Niederlande: In Amsterdam eröffnet am 11. September 2026 eine ganz besondere Ausstellung, die durch ein tragisches Ereignis plötzlich in einem ganz neuen Licht erscheint. Wie vor kurzem bekannt wurde, ist die großartige japanische Künstlerin Yayoi Kusama am 14. August 2026 im Alter von 97 Jahren in Tokio in einem Krankenhaus friedlich verstorben. Ihr Tod wurde in einer kurzen Nachricht auf ihrer Webseite bekannt gegeben. Dort heißt es unter anderem: Bis zuletzt blieb sie künstlerisch aktiv und legte den Pinsel nie aus der Hand, stets auf der Suche nach der Essenz von ewiger Liebe und der Unvergänglichkeit der Seele. Vom 15. März bis 2. August 2026 war im Museum Ludwig in Köln eine große Werkschau über die Kunst von Yayoi Kusama zu sehen, die ein künstlerisches Schaffen von über 70 Jahren abdeckte und mit mehr als 450.000 Besuchern zu einem absoluten Rekord im Museum Ludwig führte. Ich hatte das große Glück und Vergnügen, diese Ausstellung gleich in der ersten Woche nach der Eröffnung zu besuchen, worüber ich hier im Beitrag ausführlich berichte. Diese große Werkschau über Yayoi Kusama wird nun wie geplant von 11. September 2026 bis 17. Januar 2027 auch in den Niederlanden im Stedelijk Museum in Amsterdam in Kooperation mit der Fondation Beyeler in Basel und dem Kölner Museum Ludwig gezeigt. Nach dem überraschenden Tod der Künstlerin bekommt diese Ausstellung eine ganz unerwartete neue Bedeutung. Man kann davon ausgehen, dass sie noch mehr als die Schau von Köln ein Besuchermagnet sein wird. Grund genug, Amsterdam (oder meine Empfehlung: Rotterdam) für eine Reise in den Blick zu nehmen. Bald gibt es mehr dazu im Blog.

Ein Wochenende rund um Züge in Deutschland

Schienenbus Roter Flitzer
Mit dem Schienenbus Roter Flitzer gibt es zum Tag der Schiene 2026 Sonderfahrten von Stuttgart nach Rastatt. ©SCRITTI

Bevor wir in den Zug nach Amsterdam einsteigen, werfen wir jedoch einen Blick hinter die Kulissen des Bahnverkehrs in Deutschland. Am Wochenende vom 18. bis zum 20. September 2026 findet zum fünften Mal deutschlandweit der „Tag der Schiene“ statt. Überall in Deutschland werden spannende Aktionen geboten, egal ob in Bahnhöfen, Museen oder bei Rundfahrten mit historischen oder modernen Fahrzeugen. Koordiniert werden die in diesem Jahr über 280 Veranstaltungen vom Bündnis Allianz pro Schiene. Deren Geschäftsführer Dirk Flege sagt: „Überall im Land freuen sich Bahnbeschäftigte, Ehrenamtliche, Kulturschaffende und Eisenbahnfans darauf, ihre Begeisterung mit den Besucherinnen und Besuchern zu teilen.“ Alle Veranstaltungen zum Tag der Schiene findet man hier.

Eine Woche lang offene Türen in London

London Harrow Zoroastrian Centre
Beim Open House Festival London kann man hinter die Kulissen von zahlreichen Gebäuden blicken wie etwa dem ehemaligen Art Deco Kino in Harrow. ©SCRITTI

Fast zeitgleich gibt es in London Einblicke hinter viele sonst verschlossene Türen: Das jährliche Open House Festival in London ist ein absolutes Highlight für alle Fans von Architektur und Geschichte. Hunderte bekannte und weniger bekannte Gebäude machen jedes Jahr im September mit und bieten meist kostenlose Besichtigungen und Touren an. Darunter gibt es so ikonische Orte wie der Sitz des Britischen Premierministers in 10 Downing Street oder das BBC Broadcasting House. Insgesamt läuft das Architekturfestival über einen Zeitraum von acht Tagen vom 12. bis 20. September 2026 mit Veranstaltungen auch unter der Woche. Wie man bei Open House dabei sein kann und welches meine persönlichen Architektur-Highlights sind, erfährt man hier im Beitrag.

Immer öfter schöner Schlafen in Deutschland

Premier Inn Hotel Berlin Alexanderplatz Plus Zimmer
In Deutschland gibt es inzwischen 75 Premier Inn Hotels, von denen viele auch Plus-Zimmer anbieten. ©SCRITTI

Die Expansion der britischen Hotelkette Premier Inn in Deutschland geht unvermindert weiter. Am 26. August 2026 wurde tatsächlich bereits das 75. Premier Inn Hotel in Deutschland eröffnet! Und zwar mitten in der Innenstadt von Halle (Saale). Somit kann man jetzt auch in Halle bequem und preiswert übernachten, sollte man mal wieder mit der Deutschen Bahn unvermittelt stranden. Weitere Premier Inn Hotels in Deutschland wurden zwischenzeitlich auch in Bremerhaven, Koblenz oder Göttingen eröffnet. Dazu kamen zusätzliche Standorte zu den bereits bestehenden in Freiburg, München, Hamburg, Hannover, Stuttgart und Berlin. Ein zweites Haus soll es demnächst auch noch in Mannheim und Konstanz geben. Am Bodensee findet sich neben dem bestehenden Premier Inn Hotel in Konstanz auch noch eines in Lindau nicht weit vom Seeufer. Einem entspannten Urlaub in geschmackvoll eingerichteten Zimmern mit super bequemen Betten und Blick auf die Alpen steht also nichts mehr im Weg! Warum ich von den neuen Premier Inn Hotels begeistert bin und welche besonderen Empfehlungen ich habe, steht unter anderem hier im Beitrag.

Die Dinosaurier sind zurück!

London Crystal Palace Park Dinosaurier
Aus einer anderen Zeit: Die historischen Dinosaurier im Crystal Palace Park. ©SCRITTI

Crystal Palace wird immer mehr zu einer festen Größe auf der Landkarte Londons. Wie entspannt das Leben in dem hügeligen Stadtteil im Süden von London ist inklusive toller Ausblicke auf die Skyline von London, darüber habe ich hier im Beitrag berichtet. Bekannt ist Crystal Palace vor allem auch für den großen Crystal Palace Park, der langsam zu neuem Leben erwacht und in dem sich früher der namensgebende The Crystal Palace befand. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Aktivitäten gestartet, um den etwas vernachlässigten Park auf den neuesten Stand zu bringen und wieder attraktiver zu machen. Dazu gehört auch ein ganz besonderes Restaurierungsprojekt, das jetzt erste Ergebnisse brachte und auf jeden Fall einen Besuch lohnt.

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Die größte Künstlerin des 20. Jahrhunderts: Yayoi Kusamas psychedelisches Universum voll farbenfroher Punkte

Das Museum Ludwig in Köln präsentiert bis 2. August 2026 eine umfangreiche Werkschau der inzwischen 97 Jahre alten japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Über 300 Werke und immersive psychedelische Rauminstallationen entführen den Betrachter in eine ganz besondere Welt, die von farbenfrohen Punkten dominiert ist und in die man unbedingt eintauchen sollte.

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UPDATE August 2026: Wie erst Ende August 2026 bekannt wurde, ist die großartige japanische Künstlerin Yayoi Kusama am 14. August 2026 im Alter von 97 Jahren in Tokio in einem Krankenhaus friedlich verstorben. Ihr Tod wurde in einer kurzen Nachricht auf ihrer Webseite bekannt gegeben. Dort heißt es unter anderem: Bis zuletzt blieb sie künstlerisch aktiv und legte den Pinsel nie aus der Hand, stets auf der Suche nach der Essenz von ewiger Liebe und der Unvergänglichkeit der Seele. Vom 15. März 2026 bis 2. August 2026 war im Museum Ludwig in Köln eine große Werkschau über die Kunst von Yayoi Kusama zu sehen, die mit mehr als 450.000 Besuchern zu absoluten Besucherrekorden führte. Diese große Werkschau wird von 11. September 2026 bis 17. Januar 2027 nun in den Niederlanden im Stedelijk Museum in Amsterdam in Kooperation mit der Fondation Beyeler in Basel und dem Kölner Museum Ludwig gezeigt und bekommt nach dem Tod der Künstlerin eine ganz unerwartete neue Bedeutung.

Das Museum Ludwig in Köln widmete im Jahr 2026 anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums der legendären japanischen Künstlerin Yayoi Kusama eine große Ausstellung über ihr Lebenswerk. Über 300 Installationen, Bilder und Objekte einer der größten Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts waren vom 15. März 2026 bis 2. August 2026 auf mehreren Etagen im Museum Ludwig in unmittelbarer Nachbarschaft des Kölner Doms und des Kölner Hauptbahnhofes zu entdecken. Sie gaben tiefe Einblicke in die faszinierende Welt einer Künstlerin, die am 22. März 2026 sage und schreibe 97 Jahre alt wurde und leider am 14. August 2026 verstorben ist. Das Werk der 1929 geborenen japanischen Künstlerin ist vor allem für die obsessive Wiederholung von Mustern, immersive Installationen und die Verschmelzung von persönlicher Psychologie mit visueller Kunst bekannt. Die Kunst von Yayoi Kusama ist eine Antwort auf Halluzinationen, die sie seit ihrer Kindheit erlebte. Halluzinationen, in denen sie den eigenen Körper und die Umgebung von Punkten, Blüten und anderen Wiederholungsmustern überwuchert wahrnahm. Bereits auf dem frühesten Bild in der Ausstellung, einer Kinderzeichnung aus dem Jahr 1934, sind diese Punkte sichtbar. Die Kunst diente ihr seitdem als Katharsis und Bewältigungsmechanismus, um Ängste abzubauen.

Köln Museum Ludwig Exhibition Yayoi Kusama 2026
Am Eingang zur Ausstellung über das Lebenswerk von Yayoi Kusama im Museum Ludwig in Köln wird der Besucher bereits auf eine Welt voller runder, störender Objekte eingestimmt. ©SCRITTI

Bei meinem Besuch in der ersten Woche nach der Eröffnung war die Ausstellung in Köln auch mehr als gut besucht. Auf mehreren Ebenen präsentierte das Museum Ludwig wichtige Stationen aus dem Schaffen von Yayoi Kusama. Dazu zählen frühe Zeichnungen, Gemälde, zahlreiche Skulpturen bis hin zu speziellen Räumen mit Spiegeln und Lichtreflexen, die einen in psychedelische Dimensionen entführen. Das optische Highlight und Liebling des Publikums in Köln war ein hoher Raum über zwei Etagen, komplett von überdimensionalen schwarzen Tentakeln mit gelben Punkten durchzogen, die einen verblüffenden Effekt auslösen.

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