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An unterschiedlichen Stellen in diesem Blog habe ich ja bereits über den Bauwahn in London berichtet, der insbesondere mit unzähligen Hochhäusern das Bild der Stadt dauerhaft verändert. Vor allem der Stadtteil Canary Wharf ist inzwischen kaum mehr wiederzuerkennen, wie ich schon 2022 in diesem Beitrag beschrieben habe. Wenn man sehen will, wie die Zukunft von Metropolen aussehen wird, dann lohnt sich auch in diesem Fall ein Besuch in London, wo der Kapitalismus in seltener Rücksichtslosigkeit weiterhin das Baugeschehen bestimmt.

Der einzige Vorteil des Bauwahns für Touristen und Einheimische: Inzwischen ist es bei fast allen Hochhausplänen gängige Praxis, dass die Investoren gezwungen werden, in den oberen Etagen Aussichtsplattformen einzurichten, die der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht werden müssen – und damit ganz neue Perspektiven auf die schönste Stadt der Welt eröffnen. Herausragend ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes Horizon 22, aktuell Londons und Europas höchste kostenlose Aussichtsplattform im zweithöchsten Gebäude der Stadt (das höchste ist weiterhin The Shard) in der Nähe der Liverpool Street Station. Weniger als zwei Jahre nach der Eröffnung konnten im Juli 2025 bereits eine Million Besucher in Horizon 22 begrüßt werden.

Ob das noch lange so bleibt, ist fraglich. Derzeit kursieren Pläne für den Bau des mit 305 Metern Höhe und 73 Stockwerken höchsten Wolkenkratzers in London. Dieser soll nach den geänderten Plänen sogar noch das beliebte Wahrzeichen The Shard um ein paar Zentimeter überragen und im elften Stock einen öffentlichen Garten erhalten sowie eine kostenlose Aussichtsplattform an der Spitze des Gebäudes. Das Gelände von One Undershaft befindet sich mitten im Hochhausghetto der City of London, wo sich die Wolkenkratzer inzwischen zu stapeln scheinen und sich gegenseitig die Sicht nehmen. Mehr Hintergrund zu den Plänen für One Undershaft gibt es im Blog von Ian Visits.
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