Reisetipp: Trolleybus und Pferdetram – kleine Zeitreise in Lüttich

Die ehemalige Industriemetropole Lüttich im Osten Belgiens ist für ihren Flohmarkt berühmt. Seit 2009 kommen auch Architekturfans und solche, die sich für alles rund ums Bahnfahren begeistern: Den Hauptbahnhof Liège-Guillemins, gestaltet von Architekt Santiago Calatrava, kann man getrost als moderne Kathedrale der Mobilität bezeichnen.

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Architektonisches Meisterwerk: Bahnhof Liège-Guillemins von Stararchitekt Santiago Calatrava von 2009. Wer möchte hier nicht seine Stadterkundung starten? © Cordula Schulze

Und für die Freunde des ÖPNV wird es ab 2022 noch zusätzlich spannend: Dann soll eine neue Straßenbahnlinie eröffnen  – die erste seit der Stilllegung des Tramnetzes im Jahr 1968. Wer so lange nicht warten kann, dem empfehlen wir den Besuch des Musée des Transports en Commun de Wallonie – das Museum des öffentlichen Nahverkehrs der Wallonie (MTCW). In einem rund hundert Jahre alten Straßenbahndepot gibt es hier alles rund um den öffentlichen Personennahverkehr in Lüttich und der Provinz Wallonien zu sehen – von Postkutschen über Pferdebahnen bis zu historischen Trolleybussen, dem ältesten in Belgien erhaltenen elektrischen Triebwagen und elektrischen Straßenbahnen. Die Sammlungen des Museums umfassen laut Eigendarstellung alle aus dem städtischen Personennahverkehr Lüttich und Verviers erhaltenen Fahrzeuge sowie einen Großteil der aus dem Verkehrsnetz Charleroi erhaltenen Transportmittel. Ebenso sind rund zwölf Fahrzeuge der nationalen belgischen Kleinbahngesellschaft SNCV zu sehen.

 

Informationstafeln zeigen die Entwicklung erster Linien im späten 19. Jahrhundert bis zur Zerstörung im zweiten Weltkrieg, Wiederaufbau im Sinne der autogerechten Stadt und die heutige Rückeroberung des öffentlichen Raums durch die Bürger – und öffentliche Verkehrsmittel. Die Straßenbahnwaggons und Busse sind wunderbar restauriert und – mit Ausnahme der ältesten Exponate – für die Besucher zugänglich. Bei unserem Besuch erhielten wir freundlich Auskunft auf Deutsch; die Beschriftungen sind auf Französisch. Bei Bedarf gibt es einen Audioguide in deutscher Sprache. Die umfangreiche Sammlung des MTCW enthält neben rund 40 restaurierten Fahrzeugen auch Schilder, Werbung, Fotos und andere zeitgenössische Verkehrsmittel. Eine kleine Café-Ecke lädt zum Stärken vor weiteren Erkundungen in Lüttich ein. Und diese lohnen sich auf jeden Fall! Weitere Inspirationen von Lüttich insbesondere für Architekturfans gibt es von Cordula Schulze auf Instagram.
Cordula Schulze

Hier gibt es weitere Infos zur Anreise:
Museum des öffentlichen Nahverkehrs der Wallonie (MTCW)
Rue Richard Heintz 9, 4020 Lüttich, Belgien

Autor: scritti

Freier Journalist und Fotograf, Südwestdeutschland Fachmann für Verkehr, Bahn, Bus, Reisen

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